Herr P. kauft ein (2)

... und wundert sich, was in diesem Zusammenhang durchaus positiv zu verstehen ist. Bei dem schon erwähnten Großeinkauf ("Groß" in Bezug auf die Schlussrechnung und den Ort des Geschehens) fanden sich zwei kleine Aspekte, die das Herz des bewussten Verbrauchers ein wenig vor Freude schneller schlagen lassen. Weil ich mal wieder die Worte nicht halten kann, sei hier darüber berichtet.

Auf der Suche nach Schmalz, was hier nur nebenbei eine Rolle spielt, kam ich am Eierregal des Supermarktes vorbei und erinnerte mich des Themas von vor einiger Zeit hier im Blog und in der Sendung. Da Eier auch auf meinem Einkaufszettel standen, durchforstete ich das Angebot. Sowohl bei den Freiland-, den Bodenhaltungs- und den Bioeiern fand ich deutsche Höfe als Herkunft. Und nicht nur das: Die meisten Eier kamen aus Schleswig-Holstein, auf Platz zwei bei den Erzeugerbundesländern stand Brandenburg. Respekt. Und das bei einer Handelskette, deren Discountersparte gern mal niederländisches Legegut in den Regalen zu liegen hat.

Ins Auge fielen auch "Bio-Dinkel-Salzstangen aus kontrolliert biologischem Anbau". Ich wusste gar nicht, dass Salzstangen direkt an irgendwelchen Pflanzen wachsen. Wahrscheinlich sind aber nur die Worte "mit Zutaten" zwischen der "Stange" und dem "aus" aus platzökonomischen Gründen wegrationalisiert worden. Das nur nebenbei. Das Produkt überrascht durch eine erstaunlich kurze Zutatenliste: Dinkelmehl, Salz, Palmöl, Gerstenmalzextrakt und Hefe, ergänzt, weil Brezel nunmal ein Laugengebäck ist, durch Natriumhydroxid; bis auf NaCl und NaOH trägt alles das Biosiegel, was ein Sternchen und die dazugehörige Fußnote aussagen. Außerdem schmecken die Stangen und sind herrlich knusprig.

Zum Schluss noch das "Aber", genauer: das Doppel-Aber. 100%ig Bio waren die Stangen nicht. Oder wurde nur beim Allergiehinweis "kann Spuren von Sesam enthalten" beim Sesam das Bio-versprechende Sternchen vergessen? Oder war es gar kein Bio-Sesam? Außerdem habe ich trotz allem Lokal- und Regionalpatriotismus die Schleswig-Holsteinischen Eier erworben. Zum einen gab es die Brandenburger nur im 10er-Pack, zum anderen waren diese auch mindestens eine Woche älter als die aus dem Land zwischen den zwei Meeren.

In Anlehnung an eine bekannte Floskel sei abschließend erwähnt: Nothing is perfect.

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