Die Zahl des Tages: 17

Die Gallier sind ein sehr eigentümliches Volk. Erst widersetzen sie sich jahrelang den römischen Heerscharen mittels Doping ("Zaubertrank"), dann essen sie gern Wildschweine (die es in ihrer Region aber kaum gab) und letztendlich verlagern sie den Sommer schon in den Mai (SAT.1). Wichtigste historische Figur bei den Galliern ist nach dem König Majestix, dem Medizinmann Miraculix und dem Hinkelsteinlieferanten und Kraftprotz Obelix der Krieger Asterix. Historische Pergamente zeigen u.a., dass auch gut angehangener Fisch eine wesentliche Rolle im dörflichen Leben spielte, meist weniger als Nahrung, sondern als Kristallisationspunkt intermenschlicher Kommunikation.

Bei der Wildschweinzubereitung über offenem Feuer kam schon sehr früh der sogenannte "Spieß" zum Einsatz, mit dessen Drehung und Hilfe die Hitze gleichmäßig auf das Tier übertragen wurde und die gegarten Teile beim Verzehr lecker mundeten. Da es in der Region, wie historische Untesuchungen ergaben, nicht sehr viele Wildschweine gab, stiegen die Gallier unbeachtet von der damaligen Presse auf Schafe und Ziegen um, die nach dem bewährten Prinzip gegrillt wurden. Neuere Forschungen, die ergaben, dass in die Glut tropfendes Fett krebserregende Stoffe auf dem Fleisch erzeugen kann, sowie nachfolgende EU-Regelungen erbrachten, dass die Glut nicht mehr unterhalb des Gargutes, sondern daneben angebracht wurde. Um den Platzverbrauch zu minimieren und die Statik zu verbessern, wurde das ganze auch noch senkrecht gestellt. Der technische Fortschritt brachte dann noch den Motor an den Drehspieß, so dass eine Bedienungskraft eingespart und entlassen werden konnte. Da so ein Tier attraktivere und weniger attraktive Fleischteile enthält, gingen findige Gallier dazu über, das Produkt zu homogenisieren, indem das Tier, meist zusammen auch mit Teilen von anderen Tieren durch den Fleischwolf gedreht wurde, so dass eine rollenförmige Nachahmung entstand, die gleichzeitig den Vorteil hatte, gleichmäßiger geröstet werden zu können.

Warum erzähle ich das eigentlich? Etwas verstec,kt aber nah am gequaderten Wasser in der Südstadt, hat ein neuer Versanddönerladen unter dem passenden Namen "Asterix" eröffnet. Neben Dönern, Dönertellern, Türkischer Pizza, Dürum, Salaten, Pommers und Burgern werden auch Currywurst, Nudeln, Deutsche Küche und Pizza für zu Hause, aber auch zum Verspeisen vor Ort angeboten. Meiner Sammlung an Bestellmenüs zufolge müsste das der 17. Essenbringdienst sein, der in Neubrandenburg zur Zeit arbeitet (wobei ich bei dreien nicht genau weiß, ob es sie noch gibt, nicht mitgezählt sind die Kantinen mit Mittagsversand).

Eine Frage bleibt: Muss man für die Verwendung von solchen Namen eigentlich Lizenzgebühren zahlen? Und lohnt sich sowas überhaupt?

 

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