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Bio = gut?

Manchmal, also, eigentlich öfters, oder sagen wir so: Wenn ich beim wöchentlichen Einkauf dran gedacht habe, mir einen kleinen Vorrat mitzubringen, trinke ich morgens gern mal ein Milchmischgetränk mit Kaffee, so wie es von verschiedenen Anbietern mit verschiedenen Namen und Geschmäckern und noch verschiedeneren Preisen angeboten wird.

Nun habe ich am letzten Samstag ein entsprechendes Angebot in Bio-Qualität entdeckt, dass ich natürlich ausprobieren wollte. Kurz zusammengefasst: Der Geschmackstest geriet zum Reinfall. Wobei nicht nur der Geschmack, sondern das ganze Mundgefühl negativ auffielen. Der Blick auf die Zutatenliste bestätigte die Vermutung: Reismehl und teilweise Reisstärke. Wer mal Reismilch pur getrunken hat, weiß, was man dabei im Mund spürt.

Die Namen von derartigen Milchmischgetränken sind sicherlich auch diskussionswürdig. Wenn man von den Original-Bedeutungen der Begriffe Espresso, Cappuccino (= Espresso mit Milchschaumhaube) und Latte macchiatto (= heiße Milch mit Espresso und Milchschaumhaube) ausgeht, fragt man sich, was sich hinter "Latte Espresso", "Espresso Macchiatto" oder "Latte Cappuccino" verbirgt. Immerhin blieb dem Trinker bisher die Kombination mit "Expresso" erspart.

Was jetzt aber Reismehl und -stärke in den Bechern zu tun haben, erklären die Begrifflichkeiten auch nicht. Vermutlich sollen sie andere Bestandteile (wie Sahne) aus konventionellen Getränken funktionell ersetzen. Aber Konsequenz weist der Hersteller damit auch nicht aus, sind doch sowieso schon zwei Verdickungsmittel in den Getränken enthalten, die nicht biogeadelt sind, die dem Namen nach aber aus der Natur kommen könnten.

4 Gedanken zu „Bio = gut?

  1. koelneruwe

    In Köln haben wir kleine BIO-Wochenmärkte. Die Bauern und Bäcker freuen sich sogar, wenn man sie am Wochenende besucht, um sich selbst von der richtigen Haltung, Zucht, etc. zu überzeugen.
    Und der Metzger meines Vertrauens läuft mir mit dem Zucht- und Nachweisbuch hinterher und wird lästig, nur weil ich 4 Steaks kaufe.

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    1. DirkNB

      Ach, kann man sich wirklich davon überzeugen, ob die Bäcker ihre Produkte richtig halten und züchten? Amerikaner, Berliner, Stuten, Rennsemmeln ... 😉

      Den Metzger würde ich dann auch als lästig empfinden. Hauptsache, das Nachweisbuch ist aus Recyclingpapier und der Einband aus Ökopappe.

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  2. Katharina vom Tanneneck

    Hi Dirk, ich habe mittlerweile den Eindruck, BIO wird oft verkauft aber es ist kein BIO drin. Man hat einfach mehr Gewinn und die Leute zahlen für BIO viel mehr. Echtes BIO, gibt es in meinem Garten! Ohne Dünger und dafür etwas später als beim Nachbarn aber der Ertrag ist genauso gut, nur etwas später. Die Früchte sind schmackhafter, vielleicht etwas kleiner aber ein echtes BIO Erzeugnis. Selbst hier wird damit geprahlt wer zuerst die meisten und größten Früchte erntet. Meine Früchte schmecken aber viel besser und sind ein reines BIO Produkt!

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    1. DirkNB

      Schade ist nur, dass sich nicht die Masse der Leute so ernähren kann. Dem Bio-Siegel entsprechen Kriterien, auf die sich die großen Hersteller mal als kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt haben. Insofern ist es sicher eine gewisse Grundlage und auch wichtig. Aber es gibt ja auch noch Ökolandbauverbände (oder wie das heißt), da kann man dann auch nicht nur Bio, sondern auch noch Öko sein.

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