Spinne am Abend erquickend und labend

Natürlich wurden die Spinnen nicht gegessen, in aller Ausführlichkeit kamen sie auch erst nach der Speisenaufnahme zum Vorschein. Aber sie waren doch anwesend mit dem Potenzial zur Aufdringlichkeit. Manchmal wissen sie eben, wo es was Gutes zum Essen gibt.

Wasser in der Luft, Wasser im Ausblick, Wasser im Namen: Das waren die feuchten Eckpunkte des heutigen Abends. Vom Regen verschont geblieben, aber ihn und den Tollensesee im Auge, ging es ins Augusta's (Seerestaurant und Café) zum Abendbrot. Die Terrasse war gut gefüllt, so dass der schöne Innenraum gar nicht voll zur Geltung kam. Dazu muss das Wetter wohl noch schlechter sein.

Die Speisekarte ist für die frische Zubereitung aller Gerichte ein wenig zu lang, aber die schwungvolle Mischung aus Convenience und selbst gekocht ist akzeptabel.  Frischer knackiger Salat begleitete verschiedene Gerichte, die Bratkartoffel waren knusprig, der Fisch saftig, das Putenschnitzel lecker. Schade, dass sich die Lage des "Seerestaurants" so wenig auf der Speisekarte wiederfand. Einzig eine Tollensemaräne ermöglicht einen lokalen Bezug; oder ging an mir vorüber, dass im gleichnamigen See jetzt auch Wildlachs schwimmt?

Handwerklich gut gemachtes Essen, sehr schönes Ambiente, herrlicher Blick über den Tollensesee - diese Punkte sind vorhanden und ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Etwas mehr eigenes Profil auf der Speisekarte würde dem Gesamteindruck das Sahnehäubchen mit i-Punkt oben drauf setzen. Als Rohmaterial für das Zeichen könnte - rein typografisch gedacht - vielleicht das Deppenapostroph im Namen dienen.

9 Gedanken zu „Spinne am Abend erquickend und labend

  1. Katharina vom Tanneneck

    Also .... Senf nimmt man ja nicht mit Getränken zu sich! Außerdem trinke ich gerne italienischen Espresso, am liebsten selbst zubereitet. Ansonsten nur einfachen Kaffee, den es fast nirgendwo mehr gibt! Doch, bei mir zu Hause, da gibt es ihn noch und das täglich 🙂

    Mit der Friteuse, das ist schon richtig, sie steht mir auch im Weg rum aber ich mußte sie ja unbedingt haben! Nun nutze ich sie auch! War ein Schnäppchen und ist leicht zu bedienen. Ich werde schon noch den richtigen Platz für sie finden. 😉

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    1. DirkNB

      Auf der Suche nach einer möglichst fern liegenden Senfanwendung fielen mir irgendwie nur die Kaffeegetränke ein. Schwarzwälder Kirschtorte mit Senf war mir zu naheliegend. 😉 Ansonsten bin ich nicht so der Kaffeetrinker. Als Tagesgetränk ziehe ich Tee oder Schorlen vor. Als kleine Highlights gibts dann aber auch mal einen Cappuccino oder Latte Macchiatto. Natürlich nicht die namensentlehnenden Trockenmilch/löslicher Kaffee-Mischgetränke, die mit den originalen, die ich dann bevorzuge, italienischen Spezialitäten nichts gemein haben.

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    2. DirkNB

      Was sollte auch an einer Friteuse kompliziert sein? Anschalten, Temperatur einstellen und die Kontrollleuchte, wann diese erreicht ist. Fertig. 😉
      Ansonsten wird sie, solange Du sie immer mal wieder brauchst, auf dem Küchentisch stören, später im Schrank und dann im Keller. 😉

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  2. Katharina vom Tanneneck

    Oh ja! Ich mag auch frittierte Kartoffelscheiben und Pommes Frites. Ich bereite sie sogar selbst zu aus frischen Kartoffeln zu. Manchmal brauche ich das einfach! Mit Bratkartoffeln hat es allerdings nichts zu tun!

    Stichwort Senf: Eine Bratwurst ohne Senf schmeckt mir auch nicht! Ansonsten nehme ich meistens Senf, wenn es mir nicht so richtig schmeckt 😉

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    1. DirkNB

      Das ist natürlich auch eine Strategie, funktioniert aber zum Beispiel bei italienischen Kaffeegetränken nicht. Mostrich Latte ... Aua. 😉

      Das Selberzubereiten von Pommes & Co. scheitert an der fehlenden Friteuse. Für die ist nun wirklich kein Platz mehr in der Küche.

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  3. Katharina vom Tanneneck

    Bratkartoffeln sollten auch gebraten werden, sonst sind es ja keine! Die Scheibenform ist mir eigentlich egal, hauptsache sie schmecken wie Bratkartoffeln und sind auch knusprig. Ich mache manchmal auch keine Scheiben, sondern Würfel. Allerdings frittiere ich sie nicht, sondern sie werden gebraten. Ja, Boulette, Krautsalat und Bratkartoffeln, da brauche ich keinen Senf dazu! Es ist ein bodenständiges und einfaches Gericht aber wenn es gut zubereitet ist, einfach köstlich.
    Danke für den Tipp mit dem Torcafé. Das werden wir bei Gelegenheit mal ausprobieren!

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    1. DirkNB

      Wobei frittierte Kartoffelscheiben auch lecker sein können. Aber eben nicht als Bratkartoffeln. Pommes Chips sind ja eine anerkannte Zubereitungsform, ob nun etwas stärkere Scheiben als Essens- oder die dünneren als Fernsehbeilage.

      Stichwort Senf: Sicher gehts auch ohne. Aber mit ist es doch viel besser. 😉

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  4. Katharina vom Tanneneck

    Hi Dirk,
    danke für den Tipp! Wir suchen schon lange ein Restaurant, wo man knusprige Bratkartoffeln bekommt. Bisher habe ich in MV nur Pellkartoffeln in Fett geschwenkt bekommen. Man sagte mir, die Leute lieben es so. Ich kann mir das gar nicht vorstellen! und so wie ich Dich mittlerweile kenne, bist Du ein Feinschmecker, der sogar über Spiegeleier diskutieren kann 😉

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    1. DirkNB

      Schön sind auch die mancherorts als "Bratkartoffeln" angebotenen frittierten Kartoffelscheiben, die hinterher mit Pommeswürzer überstreut werden. Das meine ich natürlich ironisch. Wenn Du auf die Scheibenform bei guten Bratkartoffeln keinen Wert legst, ist auch das Torcafé empfohlen. Das sind mal andere als die gewohnten. Aber lecker. Dazu Krautsalat, eine Boulette und ein schöner Klecks Senf. Es sind manchmal die einfachen Dinge, die so lecker sind.

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