Medien

Verstecktes gefunden

Hidden tracks – versteckte Lieder auf CDs sind mit dem Auslaufen der CDs als Tonträger auch vom Aussterben betroffen. Hidden gags in Filmen oder/und Serien sind in unserer schnelllebigen und unkonzentrierten Zeit auch eher vom Aussterben durch Nichtbeachtung gezeichnet. Aber dafür gibt es ja die guten alten Klassiker auf den DVD-Sets.

Schon vor längerer Zeit erwarb ich die Muppet-Show in der Box. So nach und nach arbeite ich mich durch. In einer der letztgesehenen Folgen hatte Gonzo der Große ein Date mit einem der Hühner, dass er in der Garderobe besuchen wollte. Kurz bevor er auftaucht, zeigt die Regie einen Blick in die Garderobe des Huhns. Und ich fall vor Lachen vom Sofa.

Ich fand’s witzig. Für alle, die ihn nicht erkennen. Der Herr, der dort als Zielscheibe für die Dartübungen des Huhns dient, sieht doch dem Kentucky-Fried-Chicken-Aushängeschild sehr ähnlich.


Da ist wohl ein Glas aufgegangen

Wer des Mittags mal zu Hause ist und sich über das allgemeine Geschehen informieren will, der ist bei den Mittagsmagazinen der öffentlich-rechtlichen durchaus gut aufgehoben. Im wöchentlichen Wechsel liefern ARD und ZDF nicht nur harte Fakten, sondern auch weiche Themen – eine gute Stunde jeden Werktag will ja auch gefüllt werden.

Das ZDF brachte heute einen Beitrag zu guten Benehmen und einer entsprechenden Fachfrau, ein Thema, dass auch in der Radiosendung RundumGenuss regelmäßig aufgegriffen wird. Drangeblieben drängte sich mir beim Betrachten des Beitrages immer mehr und mehr die Frage auf, wer denn wohl die Zielgruppe ist? Sicher ist gutes Benehmen auch schon für die jüngsten interessant, aber das wird doch dann nicht im Mittagsmagazin probiert?!

Beitrag in der Mediathek (ab Minute 26:49): http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1642560/mittagsmagazin-vom-15-Mai-2012 oder auch direkt: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1642616/Tipps-fuer-den-perfekten-Auftritt

Solange es geht, ist der entsprechende Beitrag in der Mediathek des ZDF abrufbar, wer ihn sich ansieht bzw. genauer anhört, wird sehr bald merken, dass da wohl irgendeinem Tontechniker ein Glas mit Ohs, Ahs u.ä. aufgegangen sein muss. Oder ist der allgemeine ZDF-Zuschauer schon so infantil, dass er derartige Geräusche bei einem journalistischen Beitrag braucht?


Wenn die Vorbereitung mangels Informationen scheitert

Da hat man mal eine Idee, will etwas neues Ausprobieren, an die Grenzen des technisch machbaren gehen, und dann das! Scheinbar medial unbegleitet findet am Freitag der 6. Familiengesundheitstag statt. Aber findet mal Informationen! Und dabei sollte der Tag Hauptthema meiner Sendung “Freitag nach eins” werden, mit Liveberichten vom Ort des Geschehens.

Komisch das.


Waren ist der Hafenstadtteil von Neubrandenburg

Von München aus sieht die Welt doch anders aus. Wer hätte es nicht gewusst. Und so bringt der in der Isarmetropole erscheine Focus in seiner Onlineausgabe eine interessante Meldung über die Bootsexplosionen im Warener Stadthafen.

Da hat man sich in der fränkischen Hauptstadt wohl ein bißchen vertan. ;-)


Wiso (-) ist das Fernsehen schlecht?!

Wenn ich es mir richtig überlege, vermute ich bzw. fürchte ich sogar, dass ich andersartige Neigungen oder perverse Vorlieben habe. Manchmal habe ich sogar vor mir selber Angst. Aber was will ich machen? Ich bin nunmal wie ich bin. Von allem viel, und immer nur das beste – eine schöne Vision, aber darin liegt wohl das verkorkste.

Nehmen wir zum Beispiel das Fernsehen. Dessen Image ist zwar denkbar schlecht, aber es gibt immer noch die eine oder andere gute Sendung, sozusagen die Perlen zwischen den Säuen. Dafür (meist sind die dann bei den öffentlich-rechtlichen) zahlt man doch gern seine Rundfunkgebühren. Aber auch hier gibt es viel Schatten.

Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender können und müssen es sich leisten, ihre Zuschauer umfassend zu informieren und bei den wirklich wichtigen Sachen im Leben Aufklärung zu liefern. Dazu klären sie über Zusammenhänge oder auch Missstände auf, bringen unterschiedliche Meinungen zusammen und bieten sie mediumgerecht aufbereitet dar. Entsprechend arbeitende Magazine gibt es einige, die sich teilweise auch auf die Teilbereiche spezialisiert haben. Politik, Soziales, Wirtschaft, Wissenschaft, Geld, Gesundheit u.v.a.m. sind auffindbar.

Die Frage ist nur, wie diese mediumgerechte Aufbereitung aussehen kann. Wie können die Ergebnisse investigativer Recherche, tiefgehender Interviews, aufklärender Tests und einordnender Systematisierung zum Beispiel fernsehtauglich umgesetzt und den Zuschauern dargeboten werden? Die Antwort ist einfach: Als Unterhaltungsshow vor Publikumskulisse mit Szenenapplaus und allerlei Effekten, dramatisierenden Jinglen und Musikunterlagen, populistischer Produkt-Battles und einem Buchhalter als Moderator.

Wenn ihr jetzt denkt, was ist das für ein Blödsinn, dann empfehle ich mal das wirtschafts- und sozialpolitische Magazin des ZDF “WISO”, dortselbst montags um 19:25 Uhr zu sehen. Natürlich weiß ich, dass es das in der Form schon eine ganze Weile gibt, aber mir fiel es jetzt unangenehm auf, weil ich nicht so der Magazinschauer bin und nach der Sendungsansicht auch nicht werde. Man fragt sich unwillkührlich, für wen diese Sendung gemacht wird.

Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, blieb ich dran, um mir das ganze Grauen anzutun. Der angekündigte Produkttest interessierte mich inhaltlich, die dargebotene Form war so 1987, ich war mehrfach drauf und dran, doch wegzuschalten. Natürlich wurde vor dem alles entscheidenden letzten, man möchte fast sagen: finalen, Aspekttest, Werbung gezeigt. Alles in allem wurde ich das Gefühl nicht los, dass bei Verzicht auf die Showeffekte und das Publikum (wegfallende Beifallszeiten) mindestens ein weiteres Thema zeitlich sehr gut in die Sendung gepasst hätte.

Wenn Mittsechziger etwas für die jüngeren machen wollen und es dann wie für Mittfünfziger wirkt. Ziel erreicht.

 


Zweischneidiges Brillenglas

Sehr geehrte und Wert geschätzte Aktionäre von Fielmann,

dem Werbefernsehen – ich weiß nicht, ob sie die entsprechenden Informationen dort ebenfalls gesehen haben – entnahm ich, dass Ihre Firma Fielmann sich verstärkt um ihre Kunden und weniger um den Umsatz des Hauses kümmern möchte. Dies ist sogar auf der Webseite des Unternehmens nachzulesen und nachzuschauen: http://www.fielmann.de/tv-spots/klaus-krah

Die Aussage

“Ich bin unlängst da gewesen mit meinen Eltern und meine Eltern sind hochbetagt und es steht wirklich die Brille und der Kunde im Vordergrund und nicht der Umsatz und das ist heute eigentlich selten.”

sollte Ihnen als Aktionäre dieses Unternehmens doch zu denken geben, wenn mit ihren Geldanlagen so leichtfertig umgegangen wird, ohne auf die Rendite zu schauen. Vermutlich sollte sich Ihr Unternehmen mal ein Beispiel an anderen nehmen; zum Beispiel an deutschen Banken, die sogar am Hunger, an der Not und dem Elend von Menschen noch verdienen, in dem sie Warentermingeschäfte mit Lebensmitteln erfolg- und zinsenreich betreiben.

Mit kapitalistischen Grüßen

 

gez. (unleserlich)
[nach Diktat verreist]

 

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Hurra, er ist wieder da!

Lange haben wir ihn vermissen müssen, jetzt ist er wieder da! Lange Jahre hat er uns im Fernsehen begleitet, er ist Kult, fast jeder kennt ihn, und ich weiß nicht, wie ich so lange auf ihn verzichten konnte. Nachdem er seinen letzten größeren Job bei “RTL Shop” (mittlerweile umbenannt in Channel 21) geschmissen hatte, tauchte er nur noch sporadisch in irgendwelchen Teleshopping-Inseln der kleineren TV-Anstalten wieder auf.

Lange Jahre comoderierte er eine der größten und bekanntesten Spielshows des privaten Fernsehens. Davor war er Redakteur und Moderator verschiedener Radiosender in den schon immer bundesdeutschen Ländern. Auch als Schauspieler zeigte er sein Können, wenn man das denn so nennen möchte; er trat bei “Unter uns” auf. Aber, und das ist das wichtigste, jetzt ist er wieder da und moderiert bei einem neuen TV-Sender.

Walter Freiwald (von dem Herren schreibe ich übrigens die ganze Zeit) ist Star- und einziger Moderator bei pearl.tv, einem neuen Shoppingsender (seit 01.03.2012) vertickt jetzt den Kram die Produkte aus dem gleichnamigen Katalog im Fernsehen und auch im Internet. Unser täglich Walter gib uns heute! Bis wir “Der Preis ist heiß” vergessen haben.


Was sehen wir, wenns nichts zu sehen gibt?

Zur Zeit feiern die Fernsehsender, seien sie privat oder öffentlich-rechtlich, einen großen Feiertag, oder, genauer gesagt: Sie bereiten ihn vor. Es ist der 30. April 2012. Zelebriert wird die Abschaltung des analogen Fernsehens, auf das in zahlreichen, manche sagen auch in zu zahlreichen,  Fernsehspots hingewiesen wird. Selbst unsere hiesige Lokalzeitung nahm sich jetzt des Themas an. Grund dafür dürfte u.a. sein, dass beim ebenfalls hiesigen Kabelfernsehbetreiber die Nachfragen häuften.

Was lernen wir daraus? Werbung im Fernsehen, wenn sie die Leute anspricht, hat durchaus eine überragende Wirkung, vor allem bei denjenigen, die nicht so in der Materie stehen. Die Bedingung ist dabei, dass es die Leute direkt betreffen muss. Ein Fernsehabend ist ohne Fernsehprogramme, die man empfangen kann, auch nur halb so schön, aber dieses Szenario drohte ja laut TV-Spot. Irgendwie erinnert mich das an den Werbespot eines “Erkältungsheilmittels”, dass nach eigenen Angaben Deutschlands meist verkauftes und vor allem auch meist überschätztes ist.

Die Wissenschaft hat gezeigt: Eine Erkältung dauert ohne medizinische Behandlung 7 Tage und mit medizinischer Behandlung eine Woche. Was sollen Wirkstoffe in der Kapsel wie Paracetamol, Ascorbinsäure, Coffein, Chlorphenaminhydrogenmaleat (genau die sind da drin) schon ausrichten? Die Kopfschmerzen (so vorhanden) werden gelindert, das künstliche Vitamin C geht sowieso gleich in den Ausguss, Coffein kriegt man auch durch einen Espresso oder eine Cola und das letzte soll wohl die Nasenschleimhäute zum Abschwellen bringen. Das heißt: Es werden die körperlichen Reaktionen unseres Immunsystems unterdrückt, die eigentlich die beste Strategie gegen Erkältungen sind: Ruhe, Entspannung und Nasenfluss. Denn, das muss einem auch erst mal einer sagen, was wir als Erkältungssymptome wahrnehmen, sind eigentlich die Abwehrreaktionen unseres Körpers auf die Erkältung.

Der Erkältungstipp: Die drei oder vier Tage, wo die Erkältung am schlimmsten ist, einfach auf Krankenkassenkosten frei nehmen und es sich bei heißem Tee und heißer Hühnerbrühe auf dem Sofa bequem machen und etwas leiden. Das muss ja nicht nur durch das Nachmittagsprogramm der Fernsehsender sein, womit wir dann beim eigentlichen Ursprungsthema wären. 20 Fernsehsender stehen ab 1. Mai im Neubrandenburger Kabelfernsehnetz analog noch zur Verfügung. Ich vermute aber, dass zu dem Zeitpunkt eine Kanalsuche durchgeführt werden muss, nicht alle werden ihren Kanalplatz behalten. Der Auswahl der Sender standen sicher verschiedene Kriterien zu Grunde, Zuschauerinteresse war dabei nicht als Spitzenreiter dabei. Rechtliche Vorgaben und wirtschaftliche Interessen hatten vermutlich Vorrang. Wer mehr sehen möchte, kommt um den Kauf eines Receivers (DVB-C) oder eines neuen Fernsehers (ebenfalls mit DVB-C) nicht herum. Der Fachhändler ihres Vertrauens berät sicher gern.


Das mit den Quoten

Die Einschaltquoten sind die Währung in Fernsehen und Radio. Während bei den Hörern nur zweimal im Jahr eine telefonische Befragung gestartet wird, gibt es die Quoten beim Fernsehen täglich frisch auf den Tisch. Für viele Macher gehört die morgendliche Lektüre in Videotexten oder neuerdings auch im Internet zum Frühstück wie das Marmeladenbrötchen, die Kopfschmerztablette oder das Glas Wodka. ;-)

Greifen wir mal spontan den gestrigen Tag heraus und bedienen uns bei den Daten. Für eine Sendung wird u.a. angegeben: 3,46 Millionen Zuschauer =  10,8 % beim Gesamtpublikum (ab 3 Jahre). Für eine andere 6,34 Millionen Zuschauern = 34,1 % bei den 14- bis 49-jährigen. Hier nochmal Zahlen bezogen aufs gesamte Publikum: 1,96 Millionen Zuschauer = 6,2 %, 730 Tausend Zuschauer = 2,6 %, 2,61 Millionen Zuschauer = 8,6 % oder 5,56 Millionen Zuschauer = 15,9 %. Die Sendungszeitpunkte lagen zwischen 20 und 22:30 Uhr, also nicht alle gleichzeitig.

Probieren wir es mal strukturiert und etwas übersichtlicher:

  • 3’460’000 entspr. 10,8 %, also sind 100% = 32’000’000
  • 1’960’000 entspr. 6,2%, also sind 100% = 31’600’000
  • 730’000 entspr. 2,6%, also sind 100% = 28’100’000
  • 2’610’000 entspr. 8,6%, also sind 100% = 33’000’000
  • 5’590’000 entspr. 15,9%, also sind 100% = 35’200’000

Wir lernen also: Gestern abend saßen insgesamt etwas über 30 Millionen Zuschauer vor dem Fernsehgerät. Es war ein Freitag. Also fast Wochenende. Es war dunkel und kalt, soll heißen, also ungemütlich draußen.

Laut Wikipedia hat Deutschland zum Stichtag 81,8 Millionen Einwohner. Ziehen wir die bei den obigen Zahlen auch nicht gezählten 0- bis 3-jährigen ab, sollten wir bei etwas unter 80 Millionen potenzielle Fernsehzuschauer liegen. Es waren aber nur weniger als die Hälfte! Von fünf Einwohnern haben nicht mal zwei ferngesehen. Was haben denn die anderen getan? Wozu haben sie sich die teuren Flatscreens gekauft? Wozu werden Jahr für Jahr 15 bis 20 Milliarden Euro dafür ausgegeben, über 70 frei empfangbare Fernsehprogramme herzustellen?


Wau-TV

Der WDR versucht sich auf dem Comedygebiet mal mit einer Talkshow. Die Wiwaldi-Show gibt dem “Zimmer frei”-Hund eine eigene Bühne. Mit einer Dichte, die Material für mindestens 45 Minuten enthielt, zeigte der Sender heute abend die erste von – hoffentlich noch – vielen Ausgaben.

Irgendwie fühle ich mich dabei zwar an die Muppetshow erinnert, aber das muss ja keine negative Meinung sein. Martin Reinl – the man behind the dog – fährt seine gesamte Menagerie an Figuren auf. Die Gefahr besteht, dass sie dadurch ein wenig ihren Charakter verlieren, kann er sie doch nicht mehr alle selber spielen.

Mit Barbara Schöneberger fand sich ein idealer Gast, um dem Charakter der Show ein schönes Gesicht zu geben, ein dreifacher Hennes Bender ergänzte die Sendung. Die halbe Stunde wurde zum Bersten vollgepackt. Etwas weniger Hektik ist also für die Gäste Anke Engelke und Ranga Yogeshwar am kommenden Sonntag gewünscht, auch wenn diese verhallen, ist die Sendung doch schon längst fertig.

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