... und wundert sich, was in diesem Zusammenhang durchaus positiv zu verstehen ist. Bei dem schon erwähnten Großeinkauf ("Groß" in Bezug auf die Schlussrechnung und den Ort des Geschehens) fanden sich zwei kleine Aspekte, die das Herz des bewussten Verbrauchers ein wenig vor Freude schneller schlagen lassen. Weil ich mal wieder die Worte nicht halten kann, sei hier darüber berichtet.

Auf der Suche nach Schmalz, was hier nur nebenbei eine Rolle spielt, kam ich am Eierregal des Supermarktes vorbei und erinnerte mich des Themas von vor einiger Zeit hier im Blog und in der Sendung. Da Eier auch auf meinem Einkaufszettel standen, durchforstete ich das Angebot. Sowohl bei den Freiland-, den Bodenhaltungs- und den Bioeiern fand ich deutsche Höfe als Herkunft. Und nicht nur das: Die meisten Eier kamen aus Schleswig-Holstein, auf Platz zwei bei den Erzeugerbundesländern stand Brandenburg. Respekt. Und das bei einer Handelskette, deren Discountersparte gern mal niederländisches Legegut in den Regalen zu liegen hat.

Ins Auge fielen auch "Bio-Dinkel-Salzstangen aus kontrolliert biologischem Anbau". Ich wusste gar nicht, dass Salzstangen direkt an irgendwelchen Pflanzen wachsen. Wahrscheinlich sind aber nur die Worte "mit Zutaten" zwischen der "Stange" und dem "aus" aus platzökonomischen Gründen wegrationalisiert worden. Das nur nebenbei. Das Produkt überrascht durch eine erstaunlich kurze Zutatenliste: Dinkelmehl, Salz, Palmöl, Gerstenmalzextrakt und Hefe, ergänzt, weil Brezel nunmal ein Laugengebäck ist, durch Natriumhydroxid; bis auf NaCl und NaOH trägt alles das Biosiegel, was ein Sternchen und die dazugehörige Fußnote aussagen. Außerdem schmecken die Stangen und sind herrlich knusprig.

Zum Schluss noch das "Aber", genauer: das Doppel-Aber. 100%ig Bio waren die Stangen nicht. Oder wurde nur beim Allergiehinweis "kann Spuren von Sesam enthalten" beim Sesam das Bio-versprechende Sternchen vergessen? Oder war es gar kein Bio-Sesam? Außerdem habe ich trotz allem Lokal- und Regionalpatriotismus die Schleswig-Holsteinischen Eier erworben. Zum einen gab es die Brandenburger nur im 10er-Pack, zum anderen waren diese auch mindestens eine Woche älter als die aus dem Land zwischen den zwei Meeren.

In Anlehnung an eine bekannte Floskel sei abschließend erwähnt: Nothing is perfect.

Dose bleibt Dose, auch wenn Öko drauf steht und sie kompostierbar wäre. Soweit das kurz gefasste Statement zu meinem heutigen Dosenversuch. Diesmal war es eine ungarische Gulaschsuppe von Ökoland®.

Laut Etikett waren die meisten Zutaten auch mit dem Biosiegel gekennzeichnet; "die meisten" deshalb, weil es zum Beispiel Wasser und Salz nicht als Bioware gibt. Das gleiche gilt augenscheinlich für das Verdickungsmittel (Guarkernmehl) und den glutamathaltigen Geschmacksverstärker (Hefeextrakt). (Im Gegensatz zu anderen Bio-Produkten ähnlicher Art stand aber hier wenigstens nicht drauf, dass keine Geschmacksverstärker drin sind.)

Nur haben alle gebundenen Dosensuppen - egal, ob öko, bio oder nicht - eins gemeinsam (und damit meine ich nicht die Dose): Sie haben alle ein Fehlaroma drin, so etwas in die mehlige Richtung. Diese Gulaschsuppe bildete da keine Ausnahme, aber auch Hummer-, Fisch- oder Krabbensuppen, Tomatensuppen, Chili con carne usw. schmeckten nach Mehl.

Da hilft dann auch nicht die Erkenntnis, dass biologisch erzeugtes Fleisch und Gemüse am wenigsten negativen Einfluss auf die Umwelt hat. Wenn es dann doch irgendwie versaut wird, ist es schade. Ohne das Fehlaroma wäre die Suppe im Rahmen ihrer Möglichkeiten ganz lecker gewesen. Als eiserne (genauer: blecherne) Notration kann man sie haben, als "Mein Lieblingsgericht", wie vorn auf der Dose gedruckt", bezeichne ich sie nicht. Aber vielleicht war sie auch nur noch nicht lange genug abgelagert. Bis März 2011 wäre sie noch halbbar gewesen.

Bioware bringt den einen oder anderen Vorteil, nicht nur für den Menschen, der sie verspeist, sondern auch und vor allem für die Natur rund um den Ort der Erzeugung. Aber manchmal, da fragt man sich, warum die Bioprodukte genauso falsch beworben werden wie konventionelle Produkte.

So wurde ich heute auf einen Internetshop aufmerksam gemacht, der allerlei Bioprodukte bundesweit anbietet, bis hin zu frischem Obst und Gemüse: www.bringmirbio.de. Interessante Geschichte, ich bin gewillt, das auch mal auszuprobieren und stöbere durch den Shop. Da stoße ich auf eine Sauce à la Hollandaise. Wenn sie richtig gemacht wird, so aus Butter, Eigelb, ... ist sie eine kalorienreiche, aber auch sehr leckere Angelegenheit. Fertige Soßen kann man im Allgemeinen vergessen, was spätestens auf ihren hohen Gehalt an Öl (statt Butter) zurückzuführen ist.

Aber ich suche noch und bin guter Hoffnung, dass es auch mal einen guten Hersteller gibt. Aber was soll das?

Hollandaiser Soße
Hollandaiser Soße

Man soll ja bei Fußnoten immer vorsichtig sein, aber in diesem Fall fehlt mir bei einigen der Zutaten das Sternchen. Und dann der Hinweis auf die fehlenden Geschmacksverstärker. Damit ist ja meist Glutamat und seine Verwandten gemeint. In der Soße ist das Zeug aber trotzdem drin, versteckt im Hefeextrakt, also Augenwischerei. Ist das wirklich nötig?

Naja, und dann noch der Faux pas mit dem alten Preis/neuen Preis. Aber das ist dann einfach nur noch lustig. 😉

P.S.: Beim weiteren durchforsten des Shops habe ich noch was gefunden:

Mit Sellerie oder ohne, das ist die Frage
Mit Sellerie oder ohne, das ist die Frage