Schlagwort: Deutsch

Deutsch 5, setzen!

Das Bildungsniveau scheint wirklich immer weiter abzusinken, vor allem sieht man das auch am Beherrschen der hier üblichen Sprache. Der aktuelle Wahlkampf gab mit “C wie Zukunft” einen ersten Aufhänger.

Aber auch die theoretisch vorhandene Konkurrenz bereichert die orthogramatikalischen Kostbarkeiten. Beim Slogan “Gut, wie das Land.” (ein Bild ist u.a. hier zu bestaunen) steckt ebenfalls ein Fehler drin. Oder kann jemand das Komma erklären?

Ich könnte mir vorstellen, welche Funktion es haben soll, aber selbst dann ist es falsch und besser als Gedankenstrich auszuführen.


Sonderbare Lebensform entdeckt

Der Wissenschaft sind eine Reihe von (Lebens-)Formen bekannt, deren begriffliche Bezeichnung nicht immer eindeutig ist. Auch lässt sich eine Logik manchmal nur schwer erkennen. Machen wir ein Beispiel. Dem Teefreund wird Mate zumindest dem Wort nach bekannt sein. Der grüne Tee wird in Südamerika gern getrunken.

Durch griechisch- oder lateinischstämmige Vorsätze erfolgt dann eine Unterteilung und Klassifizierung. So wissen wir, das Primate ganz einfache immergrüne Tees sind (pri von primitiv = einfach lateinisch) und Automate (fast) von selbst (auto = selbst griechisch) schmeckt.

Jetzt entdeckte ich eine neue Sorte, die, so unterstellte ich, eher zweitklassig in der Qualität ist: Bemate (Mate der Handelsklasse B). Bei der genauen Testung kam aber die Frage auf: Braucht zweitklassiger Tee aus Blättern eines Strauches/Baumes eine Krankenkasse? Vor allem eine Bayerische mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern? Aber seht selbst:


Dem Kauder-Welsch auf der Spur

Kennen Sie Bastian Sick? Oder Volker Pispers? Oder beide zusammen? Ich weiß nicht, wem von den dreien ich am meisten Unrecht antue, wenn ich Ernst Röhl als gelungene Mischung aus den beiden vorgenannten bezeichne. Man möge mir verzeihen, will ich doch keinen durch diesen Vergleich geringschätzen.

In seinem “Wörter-Buch der Heuchelsprache” nimmt Ernst Röhl die Sprechblasen aus Medien und Politik aufs Korn und entlarvt ihren Heißluftanteil. Oder ist es im allgemeinen Sprachgebrauch bekannt, dass der Junior-Supervisor of Cashflow Management einfach früher mal Kassierer hieß? Richtig schön schwarz und bösartig ist die Erläuterung des Begriffs “Personenmine: Wird, obwohl international geächtet, weiterhin eingesetzt – ein Problem, dass sich nur Schritt für Schritt lösen lässt.”

Aber nicht nur solche Übersetzungshilfen finden sich in dem handlichen Buch, sondern auch Kolumnen, die sich mit der aktuellen Politik befassen, genau die richtige Länge für eine erleichternde Sitzung.

Ernst Röhl
Wörterbuch der Heuchelsprache
ISBN: 978-3-359-02275-5

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5 Buchstaben einer neuen (kleinen) Welt

Bedeutende Ereignisse sollten auch bedeutende Namen haben. Oder sollten großen Sachen sich auch hinter großen Namen verbergen? Nunja, es gibt entsprechende Gegenbeispiele, die sogar aus diesem unserem Lande Mecklenburg-Vorpommern kommen. Zum Beispiel das Rinderkennzeichnungs- und Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz, das es mittlerweile zwar nicht mehr gilt, aber als längstes Wort der deutschen Sprache hat es bisher noch überlebt.

Oftmals liegt in der Kürze die Würze. Wobei neben einer Reihe Konsonanten, Vokalen und Umlauten “Kürze” und “Würze” noch etwas gemeinsam haben: Sie haben beide 5 Buchstaben. Sie gehören damit zu den anderen kurzen Worten, die ebenfalls 5 Buchstaben haben, und so großes und wichtiges ausdrücken. “Sport”, “Liebe”, “Essen”, “Leben” , “Freund”, “Spass” (schweizer Rechtschreibung), “Genuß” (alte deutsche Rechtschreibung), “Radio”, “Neues” u.v.a.m.

Apropos “Neues”: Ein anderes fünfbuchstabiges Wort ist neu oben im Hauptmenü aufgetaucht: “Fotos“. Viel Spaß beim Gucken. Da wird auch noch ausgebaut.

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It Is Music In The Ear – und die Worte rauschen durch

Gestern war ich beim Arzt.
Bevor einer fragt: Es geht ihm gut. ;-)
Mir übrigens auch.
Aber das war nicht immer so. Deswegen war ich ja beim Arzt – wenn auch nicht gestern, sondern eine Woche davor und 2 Wochen davor auch. Mein Mittelohr hatte sich erdreistet, entzündlich auf eine Erkältung zu reagieren. Aber das ist alles wieder in Ordnung, die Überprüfung gestern brachte es an den Tag.

Bewusst war das meine erste Behandlung durch einen HNO-Arzt. So war ich auch sehr neugierig, was so alles passiert und wie es um mein Gehör steht. Im Laufe des Lebens durfte ich mir schon einigen Blödsinn anhören, da ist man sich ja nicht sicher, ob noch alles funktioniert, wie es soll. Einer der Tests lief halbwegs automatisch ab. Ich musste nur die Ohren hinhalten. Das Gerät, sicherlich für den internationalen Markt produziert, gab als Zusammenfassung sowohl für das linke und das rechte Ohr als Ergebnis “pass” an. Da mein Englisch nicht so überragend ist, habe ich mal bei einem Anglophilen nachgefragt, was das bedeuten könnte. Seine Liste:

  1. passieren
  2. überholen
  3. übergehen
  4. weitergeben
  5. abgeben
  6. in Rechnung stellen
  7. durchlassen, vorbeilassen
  8. anerkennen
  9. gangbar machen bzw. sein
  10. durchbringen, verabschieden (Gesetz)
  11. rechtskräftig machen
  12. bestehen
  13. aussprechen, äußern …

Punkt 7 wird wohl die Bedeutung sein, die das Gerät meint. Der Weg vom rechten zum linken Ohr ist wieder frei, so dass nicht alles Gehörte in der Mitte stecken bleibt, sondern immer wieder schön zum anderen Ohr rausgelassen werden kann. Das ist im Leben wie im Beruf eine sehr wichtige Eigenschaft, vor allem, wenn was dazwischen ist, was es aufhalten könnte.

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Namen sind Glückssache

Ich weiß nicht, was sich manche Firmen bei der Auswahl ihres Namens so denken. Sicher kann man bei diesem Firmennamen auch geradeaus denken, aber manchmal muss man auch so denken, die andere denken:

Co-Working in der Herbertstraße? Dazu passt dann aber die Postleitzahl nicht. Oder irgendein anderes Netzwerk?

Sicherlich geht es in der Herbertstraße manchmal auch im Nüsse. ;-)


Aus zwei mach eins und negiere es dabei unbewusst

Floskeln, oder ganz allgemein Aussagen, sind manchmal ein recht eigen Ding, vor allem, wenn man anfängt, sie schwungvoll zu kombinieren. Da kann dann auch gern mal das Gegenteil von dem herauskommen, was man eigentlich sagen möchte. Klassisches Beispiel ist das missglückte 2-in-1-Kompliment: “Sie hat eine Haut wie ein 18-jähriger Pfirsich.”

Auch bei Werbeaussagen muss man vorsichtig sein. Da geht auch mal was schief, wenn man sie mit den Angaben zu einem Produkt, die auf eine Verpackung gehören, verknüpft. Ein bekannter deutscher Kartoffelverarbeiter, der sich gern damit rühmt, nur deutsche Kartoffeln zu verwenden, schreibt auf seiner 500-g-Gnocchi-Packung:

Wenn in der 500-g-Packung nur für 100 g Deutsche Kartoffeln genommen werden, so fragt man sich, wo die restlichen 400 g herkommen. Oder ob die Firma ihre Formulierung an dieser Stelle nicht ggf. überarbeiten sollte, weil sie eigentlich was anderes meint.

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Mitternachtsgedanken ohne Kulenkampf

Wenn man manchmal mit offenen Augen durch die Gegend läuft, dann fangen einem bei einigen werbenden oder informierenden Aushängen die Nackenhaare an, sich zu kräuseln. Speziell auch bei Uhrzeitangaben gibt es immer wieder Irritationen, vor allem, wenn es um den Zeitpunkt Mitternacht geht. Und damit meine ich nicht, dass zum Beispiel das Mitternachtsshopping schon um 23 Uhr beendet ist. ;-)

Mitternacht ist ein interessanter Termin, wenn es um Zeitangaben geht. Einige Sachen werden in dem Zusammenhang richtig paradox – zumindest scheinbar – und führen manchmal zu Nachfragen. Als ich heute in unsere marktplatzunterkellernde Tiefgarage gefahren bin, stand vor der Schranke ein Schild: “Heute bis 0:00 Uhr geöffnet.” Da wunderte ich mich, dass die Schranke trotzdem auf ging und das Rollgitter nicht heruntergelassen war. Denn 0:00 Uhr ist der Tagesbeginn und nicht sein Ende. Deswegen ist die Angabe “bis 0:00 Uhr” grundsätzlich sinnlos, da zu diesem Zeitpunkt nur Abläufe beginnen können.

Mitternacht erlaubt sich den Luxus, nicht nur 2 verschiedene Uhrzeiten, sondern auch noch zwei verschiedene Daten zu haben. Zwischen zum Beispiel dem 20.11., 0:00 Uhr und dem 20.11., 24:00 Uhr liegen genau 24 Stunden. Der erste Zeitpunkt liegt um Mitternacht in der Nacht vom 19. auf den 20.11., der zweite um Mitternacht in der Nacht vom 20. auf den 21.11. So kommt es, dass der 20.11., 24:00 Uhr gleich ist mit dem 21.11., 0:00 Uhr.

Dabei ist die Regel doch so einfach: Wenn etwas um Mitternacht endet, dann endet es um 24:00 Uhr, wenn es um Mitternacht beginnt, dann beginnt es um 0:00 Uhr. Falls einer der Leserinnen und Leser zufällig die DIN für diese Aussage weiß, wäre ich für diese Information dankbar.


Verbale Synapsenverklebung

Manchmal kann man sich die Menschen, mit denen man zu tun hat, nicht aussuchen. Dann muss man sich, so halte ich es, vom jeweiligen Gegenüber etwas lustiges wählen, was man beobachten kann, dann wird er, wenn schon nicht sympathischer, so doch angenehmer.

Der Umgang mit der Sprache ist in den Fällen oft ein nützlicher Quell. Alle folgenden Beispiele (BLOCK und schräg) habe ich von ein und derselben Person in den letzten Jahren aufgeschnappt, es ist nichts erfunden. Die Kommentare sind natürlich von mir.

Auf Messen, Ausstellungen oder anderen Präsentationsveranstaltungen bieten die Exhibitionisten gern ein paar Kleinigkeiten an, die die Besucher mitnehmen können. Kugelschreiber, Aufkleber, Notizblöcke, Luftballons usw. haben in dem Zusammenhang einen anglifizierten Oberbegriff. Da hier eben gern zugegriffen wird, heißen sie ja auch GRIFF AWAYS.

Zeitformen gibt es in der deutschen Grammatik einige. Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur und Futur II. Zahlformen scheint es auch einige mehr zu geben, als man gemeinhin denkt: Singular, Plural und Plural II. Wenn man öfter mal ein Praktikum macht, dann hat man mehrere PRAKTIKAS gemacht.

Hotel- und andere Bars bieten allerlei Getränke an, die, wenn der Abend schon etwas später ist, durchaus mit Alkohol versetzt sein können.  Ein guter Barkeeper bietet da nicht nur Klassiker an, sondern manchmal auch Variationen für Autofahrer: MARTINI DRIVER.

Im Deutschen gibt es die eine oder andere Floskel, die einem gern in den Alltagsgebrauch einfließt. Allerdings darf dabei auch nix durcheinander kommen. Frisch aus dem Floskelquirl kam neulich folgendes: “… (etwas) AUF DEM KURZEN DRAHT KLÄREN“.

(wird fortgesetzt)


Monatsrückblick ungeschriebener Artikel

Gedankensplitter, die es (bisher) noch nicht in die Langform eines Blogbeitrages geschafft haben (10/2009):

  • Warum bringt, mal allgemein gefragt, ein deutscher Automobil-Club einen Bußgeldkatalog heraus? Ist er nicht eher dafür da, seinen Mitgliedern das rechtmäßige Autofahren nahe zu legen, und nicht dafür, ihnen zu zeigen, welche Rechtsverstöße sie sich leisten können?
  • Die ganzen Anglizismen sind mir einfach too much.
  • Gedankenspiel zum StVR: Wenn ich mit 50 km/h durch eine Tempo-30-Zone fahre und dann rechts zügig überholt werde, hat das irgendeine Relevanz?
  • Einfach nur so als Begriff: Cremé de la abschaum
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