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Ein alter Haushaltstipp besagt:

"Hausfrauen sollten sich in der Küche etwas anziehen, auch Kartoffeln haben Augen."

Da muss man auch als fotografierender Koch ganz genau aufpassen, wie man die Kamera hält und ob sich nicht irgendwo etwas spiegelt und somit abgebildet wird, obwohl es das nicht soll.

Vorgestern beim Gulasch-Strecken ist es dann doch wieder passiert. Wer bei dem Bild genau hinsieht, sieht was:

...weiterlesen "Haushaltstipp: Kartoffeln"

Zutaten Salzkartoffeln

  • Kartoffeln
  • Salz

Zutaten Spargel

  • Spargel
  • Salz
  • Zucker
  • Zitrone

Zutaten Sauce Hollandaise

  • 2 Eigelb
  • 200 g Süßrahmbutter
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • Salz
  • Zucker
  • Muskat/Macis
  • Schalotte
  • ⅛ l Weißwein
  • 4 Pfefferkörner
  • 1 Lorbeerblatt
  • Zitronenschale

Fragt nicht, wieso, aber aus heutiger Sicht würde ich vermutlich den letzten Spritzer Zitrone zum Abschmecken weglassen.

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Zutaten:

  • 1 Packung Quaderfisch
  • 3-4 große Kartoffeln
  • 2 Eier
  • 200 ml geschmacksneutrales Öl
  • Semmelbrösel
  • Kartoffelstärke
  • Cornichons
  • 1 Teelöffel Senf
  • Kräuter (Petersilie, Kerbel, Estragon)
  • 2 Limetten oder Zitronen
  • 2 Sardellenfilets
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprika

Zubereitung:

Remoulade
- Ei, Salz, Pfeffer, Senf, Limettensaft, und Öl zu einer Majonäse verstabmixern
- Kräuter und Sadellen fein hacken, Cornichons fein würfeln, unter die Majonäse geben
- kühl stellen

Pommes frites
- Kartoffeln in Pommesform schneiden
- gut abtropfen und abtrocknen
- außen mit Öl benetzen
- im Ofen bei Umluft 170°C ca. 25 Minuten backen
- mit Salz und Paprika würzen

Fischstäbchen
- Kartoffelstärke, Salz, Pfeffer, Ei zu einem Brei verrühren
- angetauten Quaderfisch in Stäbchen schneiden
- Stäbchen mit der Masse gut benetzen
- in Semmelbrösel wenden
- braten
- entfetten

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Zutaten für die Brühe:

  • Rinderbeinscheibe (mit Knochen)
  • Suppenfleisch (mit oder ohne Knochen)
  • durchwachsenen Speck (oder Kasslerkamm oder geräucherte Schweinebacke, Eisbein o.ä.)
  • Zwiebel
  • Suppenbund (Porree, Möhre, Sellerie, Petersilie)
  • Petersilienwurzel / Pastinake
  • Salz
  • Pfeffer
  • Lorbeer

Zutaten für den Wrukeneintopf:

  • Wruke
  • Kartoffeln
  • Möhren

Mit dem Suppenansatz (Brühe) kann man auch viele andere Suppen herstellen. Mehrheitlich Kartoffeln darin ergeben eine Kartoffelsuppe (lecker dazu: geröstete Speckwürfel), weißer Bohneneintopf, Erbseneintopf, Linseneintopf u.a. wird durch Hinzugabe der entsprechenden Zutaten daraus.

Möchte man eher eine dickliche Suppe, sollte man, bevor am Ende dass Fleisch wieder dazugegeben wird, mit einem Pürierstab (Vorsichtig!) oder mit einem Kartoffelstampfer durch den Topf gehen.

Nimmt man statt des Rind- und Schweinefleisches ein schönes Suppenhühnchen (mind. 1,5 kg, besser mehr), wird eine Hühnerbrühe draus, die Köchelzeiten verlängern sich mit der Schwere und dem Alter des Vogels aber gern auch mal auf 3 oder 4 Stunden.

Die Brühe kann man übrigens auch sehr gut einfrieren oder heiß in Einmachflaschen oder -gläser füllen und dann im Kühlschrank lagern.

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Es gibt (Sanges-)Künstler, die irgendwie nicht den Weg von der Bühne finden. Nach der Abschiedstour folgt noch die Good-Bye-Tour, dann die letzte Tour, dann die allerletzte, dann die Comebacktour usw. usf. Manchmal erinnert es an den Sketchklassiker aus RTL Samstag Nacht mit Tommy Krappweis, wo der Verkäufer von Orient-Teppichen als Slogan unter dem Firmennamen "Geschäftsaufgabe seit 1954" zu stehen hatte.

In gewissem Sinn kann man das Verhältnis meiner Mutter zu Kasslerbraten ähnlich sehen. Nachdem sie in den letzten Monaten/Jahren immer wieder kontinuierlich Pech mit den Fleischstücken hatten ("Das pure Salz!"), hatte sie diesem Sonntagsgericht bereits abgeschworen ("Nie wieder!"). Aber das Leben ist voller Tücken, und wenn die Lebensmittelindustrie etwas kann, dann, dass sie ihren Produkten ein gutes Aussehen verleiht.

Und er sah wohl wirklich gut aus, wie er so da lag, im Supermarkt. Wohl geformt und mit appetitlichem Äußeren. Muttern wurde schwach, und so stand auf dem Sonntagsspeiseplan eben doch mal wieder Kasslerbraten mit Soße, Schnibbelbohnen und Salzkartoffeln. Lecker. Aber wie sagte schon Bert Brecht: "Mache einen Plan, sei ein großes Licht. Mache dann noch 'nen Plan, geh'n tun sie beide nicht."

Hier irrte Brecht. Zumindest teilweise. Der Plan B war durchaus schmackhaft, hatte mit der ursprünglichen Form (zumindest aus der Sicht des soßenliebenden Mecklenburgers) nur noch die Grundzutaten gemeinsam. Als modern inspirierte Köchin wurde der Braten schon am Vortag vorbereitet. Das lag nicht unbedingt an der gewählten Niedrigtemperaturgarmethode, die meist etwas länger dauert, sondern ist so Usus. Zwiebeln wurden fein gehackt und zusammen mit dem Fleisch und anderen Gewürzen in den Ofen gegeben. Alles sah so gut aus ...

Bis der Löffel der Wahrheit zum Einsatz kam. Schade um die Zwiebeln und die weiteren Ingredienzien: In früheren Fällen konnte Muttern die Soße, wenn sie durch das Kassler doch zu arg versalzen war, meist noch irgendwie retten. Diesmal landete alles im Ausguss. Damit das Gesamtgericht nicht ganz so trocken wurde, wurden die Salz- zu Stampfkartoffeln umgebaut, die Bohnen noch durch die Pfanne geschwenkt und das Fleisch - wider Erwarten erwies es sich durchaus als genussfähig - kam in Scheiben geschnitten mit auf den Teller.

Und der Schwur wurde wieder erneuert: Nie wieder Kassler.

Wie weit würde ein Convenience-Aufwärmer gehen, um seinen Gästen zu verschleiern, dass seine Küche nur ein Durchlauferhitzer und Anrichter ist, aber dort nicht wirklich gekocht wird? Bei einem nicht mehr existierenden griechischen Restaurant mit angeschlossenem Pizzaservice (oder umgekehrt) aus Neubrandenburgs weiterem Umfeld gab man sich nicht viel Mühe dabei. Naive Gäste mochten das "Kling" aus der Küche für ein Kellnerrufsignal halten, was es letztendlich im Nebenberuf auch war, aber Gäste mit Blick in die Küche bemerkten schnell, dass es doch nur das Ende des Assiettenaufwärmens signalisierte. Aber das soll eigentlich gar nicht das Thema sein.

Wenn aus der Küche hämmernde, beim Aufschlag leicht gedämpfte Geräusche kommen, dann darf man sicher sein, dass die bestellten Schnitzel, seien sie vom Kalb oder vom Schwein, frisch zubereitet werden. Die ebenfalls für eine Herstellung aus frischen Zutaten sprechende nötige Zeit wird mit einem feinen Gruß aus der Küche überbrückt, der sich in Form einer kleinen Hummersuppe in einem Schälchen auf dem Tisch materialisierte.

Ernährungsexperten empfehlen bei Speisenfolgen mit grünem Salat, diesen vor den anderen Gängen zu essen. Das hat verschiedene Vorteile. Hat man gelernt, mit dem Essen aufzuhören, wenn man satt ist - und nicht zwangsweise seinen Teller leer isst -, so füllt das Grünzeug erfreulich kalorienarm den Magen, so dass von der nachfolgenden Currywurst mit Twistern nicht mehr ganz so viel gegessen wird. Kommt es erst zum Ende der Mahlzeit zum Verzehr, entfällt der Effekt. Außerdem welkt der Salat dann unnötig lange im Verdauungsapparat, was unangenehm sein könnte. Auch aus kulinarischen Gründen ist der gesunde Erstverzehr anzuraten, kommen die feinen Aromen des Dressings nicht gegen die Currysoßengeschmacksbombe an.

Außer den schon erwähnten Twistern (frittierte Kartoffelschlangen) kamen augenscheinlich selbstgemachte Bratkartoffeln und ein bunter Kartoffelsalat aus kleinen französischen Kartoffeln mit lauwarmem Sauerrahmdressing mit Tomaten und Rucola auf die Teller. Meine Vorliebe für die Rauke ist bekannterweise streng limitiert, in der vorgelegten Varianten kann ich mir aber durchaus vorstellen, öfter dieses Modekraut zu essen. Das seinen Namen verdienende Wiener Schnitzel sowie das ebenfalls schon aus der Küche gehörte Riesenschnitzel in einer Panade aus geschredderten Salzstangen u. ä. (interessante Idee!) waren lecker, logistische Probleme brachten sie aber mehr-, dafür kleinteilig auf den Teller.

Für das, was noch zu sagen ist, und was man ins Gästebuch schreiben könnte, sei - in Teilen - der Abspann einer bekannten Fernsehserie zitiert:
Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Stimmt es, dass es sein muss:
Ist für heute wirklich Schluss?

Heute ist nicht alle Tage,
ich komm wieder, keine Frage!

Die Tageskarte ist allerdings immer wieder eine Überraschung wert, vorher informieren ist nicht. Das liegt im wesentlichen daran, dass im Internetangebot unter www.berlin-nb.de die Menükarte am 04.08.2009 abgelaufen ist ...

Floskeln, oder ganz allgemein Aussagen, sind manchmal ein recht eigen Ding, vor allem, wenn man anfängt, sie schwungvoll zu kombinieren. Da kann dann auch gern mal das Gegenteil von dem herauskommen, was man eigentlich sagen möchte. Klassisches Beispiel ist das missglückte 2-in-1-Kompliment: "Sie hat eine Haut wie ein 18-jähriger Pfirsich."

Auch bei Werbeaussagen muss man vorsichtig sein. Da geht auch mal was schief, wenn man sie mit den Angaben zu einem Produkt, die auf eine Verpackung gehören, verknüpft. Ein bekannter deutscher Kartoffelverarbeiter, der sich gern damit rühmt, nur deutsche Kartoffeln zu verwenden, schreibt auf seiner 500-g-Gnocchi-Packung:

Wenn in der 500-g-Packung nur für 100 g Deutsche Kartoffeln genommen werden, so fragt man sich, wo die restlichen 400 g herkommen. Oder ob die Firma ihre Formulierung an dieser Stelle nicht ggf. überarbeiten sollte, weil sie eigentlich was anderes meint.

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Was erwartet man eigentlich, wenn das Mittag 1,25 € plus 10 Minuten Mikrowelle kostet? Vermutlich zu viel, vor allem, wenn man auf die Verpackung guckt. Da sah das Gericht aber noch recht ansprechend aus: Kartoffelauflauf mit Spinat. Er kann so lecker sein. Kann. Nicht muss.

Man schneidet festkochende und gegarte Kartoffeln in Scheiben, schichtet sie abwechselnd mit abgetropftem Spinat, der mit ein wenig Sahne oder Mozzarella vermischt wurde, mehrfach übereinander in eine gute ausgebutterte Auflaufform, hobelt schlussendlich etwas Käse darüber und backt es im Ofen, bis sich oben eine wohlschmeckende, gut gebräunte Kruste bildet.

Ich will nicht bestreiten, dass sich die Kruste bei diesem Fertiggericht auch gebildet hätte, wenn ich den "Auflauf" im Ofen zubereitet hätte, und nicht in der mangels seiner Existenz genutzen Mikrowelle. Aber laut Packung geht das ja auch. Die Zubereitungsvorschrift wurde strikt eingehalten, der Ablauf genaustens überwacht (Essen bei der Erwärmung in der Mikrowelle zuzusehen ist genauso spannend, wie Farbe beim Trocknen zuzugucken). Ich habe dem Gericht sogar noch eine Minute mehr gegeben, als auf der Packung; wirklich erwärmt war es stellenweise nicht, an anderen Orten verbrannte ich mir (trotz des für einen "Auflauf" eher ungewöhnliche Umrühren) fast die Zunge. Das Umrühren gab dem "Essen" zwar das Aussehen von schon mal gegessenem, damit sah es aber besser aus als vorher.

Natürlich gab es auf der Verpackung auch die immer wieder gern gemachte Verbrauchertäuschung mit der Geschmacksverstärkerfreiheit. Sie ist zwar gesetzlich erlaubt, das heißt aber auch, dass man Hefeextrakt ruhig als den Glutamatträger (und damit Geschmacksverstärker) bezeichnen kann, der es ist. Außerdem besteht ein Auflauf, aber das nur nebenbei, immer aus mehreren Schichten. Das, was sich in der Pappassiette befand, war eher ein Gratin. Nur sind diese Begriffe auch nicht standardisiert. Ich weiß nun, dass ich dieses "Essen" nicht noch einmal zum mir nehme. Der Hersteller könnte ja etwas bessere Zutaten verwenden und den Preis gern um 32% steigern. Für 1,65 € kriegt man sicher was besseres hin.

Aber was erwartet man schon für 1,25 € ... Nicht. Nicht mal was "vernünftiges".

Manchmal stößt man auf ein Zitat, findet es nicht schlecht, versucht, es sich zu merken und, wenn man es dann braucht, weil man einen schönen Anlass gefunden hat, ist es weg. So hat es mich einige Zeit gekostet, es wieder zu finden, aber ich habe es:

In der Politik ist es manchmal wie in der Grammatik: Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt.
André Malraux (1901-1976, französischer Schriftsteller, Abenteurer und Politiker)

Weil dieser Beitrag nicht in der Politik-Rubrik erschien, sondern bei öffentlichem Essen, handelt es sich beim Auslöser natürlich um Speisen und die Grammatik. Gerade die grammatikalischen, aber und vor allem auch die orthografischen Feinheiten, die auf Menükarten hiesiger "Essen"-Bringdienste dargeboten werden, haben ja schon einiges hier im Blog ausgelöst.

In der Musik gibt es jedes Mal zum Jahresende ein Problem: Woher nehmen wir all die Weihnachtsmusik, wie können wir den Leuten mit Weihnachtsmusik Geld aus der Tasche ziehen, wenn wir aber keine neuen Weihnachtstitel aufgenommen haben. Diese Branche hat es einfach gelöst: Man nehmen eine schöne, besinnliche Schnulze und mische da noch ein bißchen Glöckchengebimmel rein. Zahlreiche Beispiele belegen diese Aussage. Bei den aus dem Briefkasten geangelten Speiseangeboten Neubrandenburger "Essen"-Bringdienste ist es ähnlich. Man nehme das normale Standardlayout und verschlimmbessere es mit etwas Tannengrün, Kugeln und Glocken; auch Kerzen machen sich immer sehr schön.

So etwas zog ich unlängst aus dem Postkasten, freute mich noch, dass da keine Pizza "Rotkohl, Ente, Apfel, Kartoffelbrei" drauf zu finden war, aber, was ich sonst noch so fand, bleibt grenzwertig, wenn auch nicht ganz so schlimm wie beim momentanen Spitzenreiter, der aber wohl auch schon nicht mehr existiert.

Der oben genannte Fehler, der sich fast durch die gesamte Karte zieht, ist der Verzicht von Kommas bei Aufzählungen. Aber auch nicht so ganz: Bei den Pizzazutaten, den Nudelgerichten, Croques ("Inklusive eine Sauce Ihrer Wahl" - da fehlt entweder ein "r" oder ein Komma), Salaten und den Aufläufen fehlt das Komma, bei den Fleischgerichten ist es zwar da, es fehlt aber z. T. das Leerzeichen dahinter. Erstaunliche Regel: Stehen die Pizzazutaten hinter dem Namen in Klammern, gibt es doch Kommas, dafür fehlen dann aber die Leerzeichen zwischen Name und der "Klammer auf".

Ich gebe zu, das sind alles Kleinigkeiten, aber die Masse macht es. Bei der Pizza Meeresfrüchte sind übrigens Schrimps (Originalschreibweise), eine Muschel und ein Tintenfisch drauf. Außerdem wusste ich gar nicht, dass es Pfirsich- und Ananaskäse gibt. Seit dem Analogkäseskandal wissen wir, dass für die Käseherstellung nicht nur Milch vergoren werden muss, aber Ananas und Pfirsiche?

Warum achten eigentlich die Betreiber solcher "Essen"-Bringdienste nicht darauf, Speisen anzubieten, die einen Transport auch überstehen? Die Pizza ist ja leidlich transportfähig und kann länger warmgehalten werden, Aufläufe sind fast schon prädestiniert dafür. Pastagerichte werden schon kritischer, da muss das Nachgaren der Teigware in der heißen Soße gut kalkuliert werden, damit sie al dente beim Kunden ankommt. Aber warum werden immer noch Pommes frites angeboten? Oder Bratkartoffeln? Oder Widgets (Kartoffelspalten oder -ecken)? Alles das kommt definitiv nie so knusprig beim Esser an wie es sein sollte. Oder der Salat, der im gleichen Transportgefäß enthalten ist wie die warme dampfende Hauptspeise. Knackigkeit ist das letzte, was man hier erwarten kann.

An anderer Stelle hatte ich schon mal den Schutz von Standardbegriffen in der Küche gefordert. Sowas wie einen Markenschutz, der auch für Sauce Hollandaise, Bordeaux, Champagner, Münchner Weißwurst, Dresdner Christstollen, Nürnberger Lebkuchen, Lübecker Marzipan usw. gilt. Gyros sollte zum Beispiel immer vom Drehspieß kommen, "Pfannengyros" ist ja der Widerspruch in sich (außer, man dreht die Pfanne um die durch den Griff gebildete Achse über einem Mülleimer. Die Beispiele ließen sich, gerade auch in der Assietten aufwärmenden Gastronomie, beliebig fortsetzen.

Das "Wiener Schnitzel" ist so eine geschütztes Produktbezeichnung. Zusammengesetzte Schweinefleischfasern (Formfleisch?), durch eine Panade zusammengehalten, mit frittierten und mit Pommesgewürzsalz überstreuten Kartoffelscheiben (genannt "Bratkartoffeln") und einer kernreichen Zitronenscheibe serviert, bezeichnet man normalerweise nicht so, so dass der getestete "Essen"-Bringdienst aufpassen sollte, dass er da nicht irgendwann mal Ärger bekommt. Selbst die erlaubte Bezeichnung "Schnitzel Wiener Art" wäre eine Beleidigung für das Original, dass aus Kalbfleisch hergestellt werden muss und eine knusprige, blasig abgehobene Panade haben sollte und keine abriebfeste und leicht anfrittierte Paniermehlummantelung.

Aber immerhin wurde die gemischte Salatbeilage separat transportiert und war entsprechend knackig. Wenigstens ein Pluspunkt, würde es ja auch einen gewissen Aufwand erfordern, Eisbergsalat nicht so zu servieren. Das Grünzeug war augenscheinlich aber auch das einzige, was bei den getesteten Speisen nicht frittiert war.

Schade übrigens:  Mein Lieblingsgericht ist seit einigen Jahren nicht mehr auf der Speisekarte, deswegen habe ich dort lange nichts mehr bestellt. Es war die 217. Ich werde auch erst wieder bestellen, wenn das Gericht, dass seinerzeit unter 217 angeboten wurde, wieder auftaucht.