Er wusste genau: Es würde sich lesen wie das Drehbuch für einen schlechten Horrorfilm. Und das, wo er das ganze Genre, unabhängig von der Qualität, nicht mochte. Aber es war einfach zu bizarr. Die Klinge des Messers reflektierte das Licht des Vollmondes, verstärkt durch eine Doppelkonstellation von Jupiter und Uranus, die zusammen den scheinbar hellsten Stern am schwarzblauen Nachthimmel bildeten. Eine einsame Neonleuchte brannte. Eine Glühlampe flackerte. Eine rote LED leuchtete schwach. Der Koch scherzte noch, als plötzlich das Messer vom rechten Wege abkam, sich gegen seinen Herren verschwor und ihn tief traf.  Blut floss das edelstahlende Waschbecken hinab, verdünnte sich mit dem klaren, kalten Wasser und entschwand im Ausguss ...

Bevor hier völlig in Saw 8 abgedriftet wird, dies ist der Drehbericht für EiTV No. 8. Diesmal wurde es herbstlich. Frei nach dem Motto: Es ist Herbst und die Leute holen die großen Töpfe raus. Die Jahreszeit kennzeichnet den Start für die Suppen- und Eintöpfe-Saison, die man oftmals nicht in kleinen Mengen kochen kann. Auf geheimen Wunsch (ich glaube, der Wunsch ist so geheim, dass sie ihn selber nicht kennt) einer einzelnen Dame (Hallo Katharina!) gab es einen Eintopf, der in zwei Teilen hergestellt wird (wie manche andere auch): 1. Brühe kochen, 2. in der Brühe die Hauptbestandteile garen. So kann man eine Kartoffelsuppe machen, eine Bohnensuppe, Kohleintopf geht auch so und außerdem Wrukeneintopf, auch bekannt unter seinem Pseudonym Steckrübeneintopf. Letzterer wurde gekocht.

Es ist zu einer schönen Tradition geworden, über das olfaktorische Potenzial der Dreharbeiten zu philosophieren. Fast ohne die aromaspendende Maillard-Reaktion ist sowas natürlich schwierig, hier half aber die lange Garzeit, um leckere Gerüche in der Küche zu verbreiten. Die angebrannte Zwiebel störte da wenig. Übrigens ist die etwas zeitaufwändige Erstellung einer Fleischbrühe für mich nach wie für kein Grund, auf glutamatverseuchte Industriepülverchen, -pasten und -gläser zurückzugreifen. Ist erstmal alles im Topf und einmal aufgewallt, kocht sich die Brühe quasi von selber und man kann sich anderen Tätigkeiten hingeben.

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Wer kennt sie nicht, die Fragen aus den TV-Krimis: Was haben sie am 23. Mai 1996, nachmittags gegen 14 Uhr gemacht? Woher soll ich das noch wissen, wir schreiben mittlerweile das Jahr 2010! Oder: "Wo waren sie in der Nacht vom 11. auf den 15. Mai?" "Im Bett." "Zeugen?" "Ich habe es zumindest probiert."

"Harry, hol schon mal den Wagen." Ein Zitat, dass so in der Serie gar nicht vorkam. Aber ich verzettel' mich. So will ich die Frage stellen, wegen derer ich diesen Beitrag überhaupt schrieb: Was passiert am 11. Oktober 2010 um 23 Uhr 08 Minuten und 54 Sekunden? Ich weiß es nicht. Jedenfalls noch nicht. Aber wie jede gute Frage beantwortet diese sich auch irgendwann von allein, genauer am 11.10.10 eine knappe Stunde vor Mitternacht.

Wieso ich gerade nach diesem Zeitpunkt frage? Man soll ja Fragen nicht mit einer Gegenfrage beantworten, aber diesmal ist es hilfreich, wenn ich die Ursprungsfrage genauer formuliere: Was passiert mit diesem abgepackten Scheibenkäse am 11. Oktober 2010, 23:08:54 Uhr?

Was passiert zu diesem Zeitpunkt?