Schlagwort: Lecker

Durchgangszimmer mit Ausblick

oder: Wenn das Bäckchen das Filet streichelt.

Fangen wir doch mal – ganz unorthodox – mit dem negativen an. Es ist wunderschön, wenn eine gastliche Stätte, die nicht nur über einen Raum, sondern auch eine Terrasse verfügt, beides in Betrieb haben kann, um Besucher mit allerlei lukullischem zu verwöhnen. Wenn der sich aber immer mal wieder bemüßigt fühlt, durch den Gastraum zu staksen, und sei es nur, um an der gegenüberliegenden Seite zu wenden und wieder zurück zu gehen, kann es den einen oder anderen Gast beim Essen schon stören.

Apropos Essen: Das war dann doch von ausgesprochen guter Qualität und präsentierte sich in Form eines zarten Ochsenbäckchens in aromatischer Rotweinsoße sowie auf der gegenüberliegenden Tischseite als gebratenes Seehechtfilet mit Kartoffel-Spinat-Roulade als Sättigungsdreingabe. Die Ofentomaten mit Pestovignigrette oder das Bohnendreierlei passen zu ihren jeweiligen Gerichten. Am besten – wenn auch von einem etwas verliebten Koch, naja, es ist Frühling – war noch der Fisch, schienen alle anderen auf dem Tisch stehenden Leckerbissen bei der Zubereitung auf diesen gewartet zu haben.

Als Vorspeise gab es frischen, gemischten Salat an wohlschmeckendem Dressing, wobei sich bei der Preisbildung eine kleine Unlogik eingeschlichen haben könnte. Die Frage an den geneigten Leser wäre, welcher wohl der teurere wäre: der mit 3 Scheiben gebeiztem Lachs an Honig-Senf-Dill-Soße oder der mit sechs frisch gebratenen Großgarnelen auf einem cremig-würzigen Frischkäseklecks (jede Meeresfrucht hatte ihren eigenen). Die rhetorische Frage unterstellt, was wir bereits vermuten.

Da Vorspeise und Hauptgericht so dimensioniert waren, dass noch das Dessert den Platz in der Genießer Bäuche fand, verschwanden dort noch zum allgemeinen Wohlgefallen ein erfrischendes Joghurtmousse mit einer Kugel Kirscheis (auf der Karte stand zwar Erdbeereis, aber das Kirscheis war mir letztendlich lieber) und eine ähnlich, dort aber laut Plan kirscheisaufgepeppte Créme Brülée aus Glas und Schale.

Ein Wort noch zum Service: zu viel. Was nicht heißen soll, dass er aufdringlich gewesen wäre. Das Maß der Aufmerksam- und Umsichtigkeit war sehr in Ordnung, auch wenn man den Eindruck nicht los wurde, in einem Lehrausbildungsbetrieb zu sein, was aber nichts negatives heißen soll. Aber wenn sich im Verlauf des Essens vier Servicekräfte um einen kümmern, von denen die späteren nicht wissen, was die vorher bedienenden als Bestellung aufgenommen haben, passt das nicht ganz in das an sonsten sehr ordentliche Bild.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich zum einen nicht das erste Mal im Stolper Fährkrug gut gegessen habe und es auch nicht das letzte Mal gewesen sein wird. An einem lauen Sommerabend kann ich mir auch und vor allem die Terrasse mit Blick über die vorbeifließende Peene als sehr gemütlichen Verweilort vorstellen, in der Hoffnung, die Stolper haben eine gute Patentlösung gegen die dann sicher vielzählig vorbeikommenden Mücken.


Nicht aus der Schüssel, aber lecker

Eine niveauvolle Gastwirtschaft vernünftig zu betreiben, so dass nicht nur die eigenen Ansprüche sondern auch die der Gästze erfüllt werden, ist nicht jedermann gegeben. Aber es gibt viele Hilfsmittel und Möglichkeiten, der Tätigkeit rund um die Bewirtung und Unterhaltung eine Struktur zu geben, so dass der Wirt Höchstleistungen vollbringen kann und die Gäste glücklich und satt am späten Abend gehen und am besten am nächsten Tag gleich wiederkommen.

Und so kommt es immer wieder neuen Formen der Organisation eines Restaurants. Klassisch natürlich die in sich geschlossene Küche mit ihren Arbeitsbereichen, der Gastraum, teilweise ergänzt durch eine Bar, und für das gute Wetter vielleicht auch noch eine Terrasse. Zur vollständigen Ausstattung gehören dann auch noch die sanitären Einrichtungen. Je nach Platzangebot im umhüllenden Gebäude kann es hier zu durchaus kurios zu nennenden Situationen kommen: Sanitärräume auf der anderen Wegseite, Küche eine oder mehrere Etagen unter dem Gastraum, mehrere Gasträume oder Restaurants, die aus der gleichen Küche bedient werden, Klo im Keller, offene Küche direkt im Gastraum usw. usf. Die Kunst des jeweiligen Betreibers ist es, die Servicefunktionen richtig zu beschriften, dass es zu keinen Irritationen kommt. Verwendete Abkürzungen sollten da eindeutig und allgemein gängig sein. Anglizismen oder denglische Ausdrücke sind zu überlegen.

Das hier zu besprechende Esserlebnis brachte gerade auf dem erwähntem Gebiet neue Erkenntnisse. Kommen wir aber erstmal zum wesentlichen: zum Essen. Salopp zusammengefasst lässt sich sagen: Es gab Fleisch. Das ist bei einem Steakhaus als üblich anzusehen. Die Größe des Gastraums ließ die Strategie des Kochs, eher weniger steakfähige Fleischsorten, dafür aber gute und gut zu vollendende, auf die Karte zu setzen, zumindest sinnvoll erscheinen. So fehlen exotische und damit meist auch nicht gut gehende Fleischsorten auf der Karte. Die verschiedenen Teile vom Rind, vom Schwein und vom Huhn kommen in einer sehr guter Qualität auf den Tisch, der man auch die sehr gute Rohware noch nachspüren kann. Wer selbst schon mal ein Entrecôte oder ein Rib Eye Steak vom Discounter – sowas gibt es manchmal wirklich – in der eigenen Küche zubereitet hat, der weiß, dass spätestens das Fettauge geschmacklich nach hinten losgehen und bei billligen Industrierindern gern mal talgig oder noch schlimmer schmecken kann.

Nicht so im erwähnten Steakhaus. Das Fleisch, dass die Essgesellschaft auf ihren Tellern hatte, fand allgemein Anerkennung. Die Beilagen, die im Baukastensystem jeweils zum Fleischstück dazu gewählt werden, boten auch kaum Anlass zur Kritik, wenn man mal von einer durch den Service “geografisch” falsch zugeordneten Soße absieht, die irgendwie ihren Empfänger dadurch nicht erreichte, aber nur kurz vermisst wurde.

Wobei wir damit beim Thema Service wären. Das gute Bild, dass durch die richtige Dosis Aufmerksamkeit und Beflissenheit aufgebaut wurde, bekam zwischendurch ein paar kleine Fehlstellen, die zum sonstigen höheren Niveau des Hauses nicht ganz passen wollen. Nicht wissen könnend, was kommende Gäste alles zu sich nehmen werden, waren die Plätze mit jeweils einer Gabel und einem Messer eingedeckt. Die Frage stellt sich, wie der Service mit der Situation umgeht, wenn ein Gast eine Vorspeise nimmt. Variante 1 wäre, ein passendes Vorspeisenbesteck “mitzuliefern” oder vor der Vorspeise nachzulegen. Da das nicht passierte, wurde Variante 2 umgesetzt. Der Gast nahm zur Vorspeise das bereitliegende Besteck und für das Hauptgericht kommt dann ein neues. Aber bitte nicht vom nebenstehenden, nicht genutzten, aber eingedeckten Tisch.

Der Service kommt übrigens mit den vollen Tellern immer aus einer Tür, die abgekürzt beschriftet ist, was vermutlich – ganz denglisch – Wirtschaftscenter heißt. Mit etwas Phantasie käme ich auch noch auf “well cooking”, was dann gutes Kochen heißen sollte. Da die Sprache der Küche ja eher das französische ist, versuche ich es mal mit “wallon cuisine”, bezogen auf die Küche der Wallonie, die für ihre Fleischzubereitungen auf dem Grill so berühmt ist. Aber alle Spekulation hilft nichts, das “WC” an der Tür, aus der der Service mit dem guten Essen kommt, heißt doch water closet und bringt doch komische Gedanken mit sich. Da sollten die Betreiber des Cayenne noch dran arbeiten.


Wandelgang auf Messers Schneide

Schnell serviert und schnell gegessen, das sollte man mit Gerichten tun, die Kiwi und Milchprodukte kombinieren. Vor allem im Dessertbereich kann sowas passieren. Aber der Fruchtzauber, der mein heutiges Abendbrot sahnig krönte, war geschickt zusammengestellt. Die bunt zuckerbestreuselte Sprühsahne konnte die drei Eiskugeln darunter nur schwer ergänzen, deren eine Kugel, ein sehr leckeres aromatisches exotisches Fruchtsorbet, menüabschließend das Mahl vollendete. Darunter fand sich, abgetrennt durch eine Schicht Melonenstückchen die Kiwijulienne. So konnte nichts passieren, keine Bitternis trübte den Genuss.

Aber zäumen wir nicht das Pferd von hinten auf. Ein kleiner Tagesausflug durch die süd-mecklenburg-vorpommersche und nordbrandenburgische Landschaft mit kleinen Abschweifungen in die (Ost-)Vergangenheit zweier mittlerweile Anfangvierziger und der Beobachtung durch einen gegenwärtigen (West-)Endteen brachte drei hungrige Mägen ins Seehotel Heidehof in Klein Nemerow.  Man hört ja mittlerweile viel gutes aus der Einrichtung. Die Speisekarte erweist sich als übersichtlich, was die Auswahl der Gerichte trotzdem nicht vereinfacht. Auf der Webseite des Hauses gibt es Auszüge aus der Karte zu sehen. Da wünscht man sich ggf. volle Information und Aktualität.

Denn: Das Essen lohnt den Ausflug allemal. Der Hirsch war rosa, zart und saftig, die Kräutersaitlinge auf dem Punkt und das Kartoffel-Pastinaken-Püree eine Sünde wert (Hauptsache, Frank liest das hier nicht). Die Vorsuppe war ein Gedicht mit Biss, die Einlage brachte eine willkommene knackige Note hinein. So beendete ein beinahe vollkommenes Mahl, finalisiert mit fach- und sachgerechten Espressi und Cappuccini, einen ereignis- und erinnerungsreichen Tag.

Wieso kam im letzten Satz das Wort “beinahe” vor? Der Facebookseite entnehme ich, dass das Restaurant gerade erst aus einem Betriebsurlaub erwacht ist. Ich vermute mal, dass in der Zeit die Heizung in den Räumen nach unten geregelt war, so dass alles im Haus etwas auskühlte. Das betraf vor allem auch die Teller, was zur Folge hatte, dass alles, was heiß auf dem Tisch zu sein hatte, zwar mundgerecht temperiert war, aber auch gern einen Hauch wärmer hätte sein können. Da machte sich der lange Weg von der Küche zum Gast doch bemerkbar, auch wenn er vom Restaurantleiter gekonnt und zügig zurückgelegt wurde. Aber es war auch ein kühler Abend, in den nächsten Wochen und Monaten wird es draußen auch wärmer.

P.S.: Ein technischer Gedanke zum Schluss. Das oben verwendete Wort Kiwijulienne kann die Rechtschreibüberprüfung meines Browsers nicht, ein Rechtsklick auf das Wort Ejakulieren als alternativen Wortvorschlag. Nur mal so. ;-)


Es ist noch Suppe da (Updated)

Ganz schön eng um die Hüften ist die neue mobile Suppenküche, die in der Treptower Straße Station gemacht hat. Laut Webseite montags bis freitags von 11 bis 15 Uhr werden dem Hungrigen ab sofort täglich 5 Suppen angeboten, die z.T. täglich, z.T. wöchentlich wechseln. Für bis zu 4 Euro gibt es einen ordentlichen Schlag, der schmeckt.

Bisher wurde die kulinarische Landschaft der Treptower Straße durch Herrn Wurst (an seinem Stand hängt eine Fahne, der zu entnehmen ist, dass er Wurst heißt – “Heiße Wurst”) geprägt, dessen wesentliches Verkaufsargument darin besteht, dass das Kochwasser mit Holzkohle erhitzt wird. Wo darin der Mehrwert für die auslaugenden Supermarktwürstchen besteht, ist noch nicht klar geworden.

Die Suppenküche hat hingegen ein anderes Problem. Die Suppen leben zungenscheinlich nur vom Eigengeschmack der Zutaten, was jahreszeitbedingt beim Gemüse etwas dünn ausgeprägt ist. Ein Schwung ausgewogener Kräuter und Gewürze täten nicht schlecht, vielleicht auch eine etwas konzentrierte Suppenbasis. Der dosensuppengeschulten Generation wird der breite Glutamatgeschmack fehlen, was letztendlich aber eher zu den wichtigen positiven Seiten zu zählen ist. Die Suppen sind auch nicht so verkocht, so dass die wesentlichen Bestandteile auch noch erkennbar bleiben.

Es bleibt zu hoffen, dass die Kundschaft zahlreich und lange erhalten bleibt, schließlich möchte ich noch einige der angekündigten Suppenkreationen kosten. Vielleicht gibt es ja im Sommer auch mal kalte Suppen á la Gazpacho oder was aus Obst.

Update: Machen wir mal den Wochenrückblick (im Schulnotensystem):

  • Möhren-Orangen-Cremesuppe mit Fleischklößen und frischer Kresse: 2+
    (sehr lecker, aber die Fleischklößchen scheinen nur drin zu sein, damit wenigstens eine Einlage drin ist; sie passen, aber eine – mir gerade nicht einfallende – Alternative wäre auch nicht schlecht)
  • Marokkanische Lammfleischsuppe Harira mit Kichererbsen, Linsen, Tomaten,  Sellerie: 2
    (lecker,  aber etwas mehr Schwung in der Plasteschüssel wäre nicht schlecht gewesen)
  • Zucchinisuppe mit Hähnchenbrustfilet, Champignons und Paprika: 3
    (es liegt in der Natur der Sache,  dass Zuchinis momentan eher aromaarm sind, die Suppe bekommt im Sommer noch mindestens eine zweite Chance)
  • Italienische Gemüsesuppe: 3
    (ähnliches Problem wie bei der Zucchinisuppe)
  • Ungarische Gulaschsuppe: 2+
    (sehr lecker, gehaltvoll und sättigend, durch das zubereitungs- und verkaufsformbedingte  sehr klein geschnippelte der Inhaltsstoffe – gemeint im wesentlichen das Fleisch und die Kartoffeln – ist leider nicht das ideale Gulaschfleisch genutzt worden)

P.S.: Keine Angst übrigens, ich habe nicht alle Suppen selber gegessen. Aber wozu hat man Praktikanten, wo ich mir dann jeweils einen oder zwei Löffel voll von den jeweiligen Suppen “ausborgen” durfte. ;-)

P.S. II: Apropos Plasteschüssel: Die Behälter, in denen man die Suppe bekommt, sind gefährlich. Man kann sie wunderbar in der Hand halten und spürt nur eine leichte Wärme, aber mit der Suppen innen kann man sich immer noch die Zunge verbrühen … ;-)

P.S. III: “Unverzichtbar” scheint das Suppenmobil auch schon zu sein, es fiel nicht nur mir am Donnerstag auf, als es erst mit einstündiger Verspätung am Stammplatz erschien. Aber das Auto hatte wohl Startschwierigkeiten … Das fährt eben noch nicht mit Suppe. ;-)


Sonne, Strandkorb, Italien, Usedom

War das nicht ein tolles Wetter heute? Da fährt man doch mit Freunden gern mal auf die schöne Insel Usedom und setzt sich in die Sonne, ohne Jacke oder anderes wärmende Zubehör und das ganze auch noch in einem Strandkorb. So lässt es sich leben. Dazu dann noch ein paar aromatische Getränke und es ist ein idealer Nachmittag.

Usedom weist eine interessante Besonderheit auf: Nicht nur, dass es eine nach der Urlaubsinsel benannte Bäderbahn gibt, auch die Bahnhöfe sind teilweise eine Reise wert, gibt es hier doch in einigen Restaurants, die man dort nicht erwarten würde. Ich meine damit keine klassischen Bahnhofsrestaurants, aber ein Restaurant braucht ja auch ein Gebäude, in dem es sich befindet, und dieses Gebäude kann auch ein (ehemaliges) Bahnhofsgebäude sein. Sehr schön und in Anspielung auf den daneben liegenden ÖPNV gestaltet ist die Gaststätte im Bahnhof Heringsdorf, in dem die Getränke sogar mit einer Modellbahn an den Tisch gebracht werden (zumindest war das bei einem schon etwas zurückliegenden Besuch so), die angebotene Pizza erinnerte allerdings eher an die entsprechende Tiefkühlware promovierter Vorbäcker.

Das war im heute besuchten Bahnhof nicht so. An den Gleisen in Koserow findet der Hungrige die Pizzeria Paparazzi, die köstliche italienische Speisen anbietet. Im sonnendurchfluteten Gastraum kann man an einigen Tischen auch im Strandkorb sitzen, was das oben erwähnte winterjackenbefreite Sitzen dortselbst ermöglichte. Die Vorspeisen frisch, die Pasta al dente, die Pizza knusprig und frisch belegt, der Nachtisch verführerisch, die Kaffe-Getränke wohlschmeckend und aufmunternd.

Es gibt wenige italienische Restaurants mit eigenem Bahnanschluss, aber für dieses lohnt sich fast eine Bahncard. Wer mal zum Ostsee genießen auf Usedom weilt, kann sich im Koserower Bahnhof auch kulinarisch verwöhnen lassen. Seeluft soll ja hungrig machen. Der leere Teller beweist es.


Abgedreht: EiTV No. 3

Als ich kurz nach Mitternacht wieder nach Hause kam – ich hatte die Techniker vom Dreh zu EiTV No. 3 heimgefahren -, roch es noch lecker nach dem zubereiteten Gericht. Wer beispielsweise schon mal Kohl oder Fisch gekocht hat, weiß, dass das ein oder zwei Stunden nach dem Verzehr nicht immer der Fall ist.

Das mag daran gelegen haben, dass es weder Kohl noch Fisch gab. In der diesmal zubereiteten Version waren Pasta und Sugo nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Was dem Geschmack keine Einbußen bereitete, sondern eher als andere Version des schon mal gekochten in die Bloggeschichte eingeht. Dafür wird es diesmal schwierig, das genaue Rezept aufzuschreiben, da es so viele Varianten bietet. Aber den Versuch ist es wert.

Wer wissen will, warum sich eine Kartoffel unter die Zutaten geschmuggelt hat und wie diesmal das Ei zubereitet wird, dem bleibt nichts weiter übrig, als auf die Veröffentlichung des Videos zu warten. Sollte für jemanden schon die Kartoffel in “Pasta und Sugo” ungewöhnlich sein, der sei auch schon vor der Folge 4 von EiTV gewarnt. Aber das nur nebenbei.

P.S.: Wer mal sehen will, wie es beim Dreh so aussieht, dem sei Florians Twitterfoto empfohlen.

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Einfach (und) gut

Oft sind die einfachen Sachen doch immer noch die besten. Beim samstagvormittägigen Supermarktbesuch lachten mich an der Fleischtheke die Lammchops an, so eine Art Beinscheibe vom Lamm mit einem Stück Röhrenknochen mittendrin. Da die Scheiben schon eingelegt waren (Kräuter, Knoblauch, Öl), erübrigte sich das Würzen.

Zu Hause angekommen ließ ich eine passende beschichtete Pfanne schön heiß werden, drehte dann die Hitze etwas zurück, legte das Fleisch ohne alles hinein und briet(?) es schön langsam von einer Seite. Als es anfing, leicht zu bräunen, drehte ich es einmal um und garte es auf der anderen Seite so lange, bis die Tastprobe den richtigen Garpunkt ergab. Dann ruhte es ein wenig, während ich den Kühlschrank nach einer Grillsoße durchforstete.

Vor dem Verzehr kam dann noch etwas Salz darauf.  Das Lamm war zart und saftig, die Grillsoße ging ungenutzt wieder zurück. Einfach lecker. Ein kleiner Salat hintendran machte das Mittag vollwertig.

P.  S.: Apropos Garpunkt vom Fleisch. Da möchte ich auf die noch nicht gedrehte Grillepisode von EiTV verweisen, da wird dann das Messinstrument zum feststellen des Garpunktes von Fleisch gezeigt.

P. S. II: Memo an mich: vom Essen Fotos machen nicht vergessen.


Ossobuco rustica

Osso Bucco, Ossobuco oder wie das auch immer noch geschrieben werden kann, ist ein italienisches Schmorgericht, bei dem in dicke Scheiben geschnittene Kalbshaxen im Ofen gegart wird. Dabei heißt Ossobuco eigentlich nur Knochen mit Loch, was sich auf den zentralen Knochen einer solchen Beinscheibe bezieht.

Da es nicht einfach ist, Kalbsbeinscheiben zu bekommen, habe ich die rustikale Version mit Rinderbeinscheibe probiert, die auch sehr lecker ist. Dazu kaufe man sich eine möglichst dicke Beinscheibe vom Rind (wird ansonsten gern für Suppen benutzt). Drei Zentimeter hoch sollte sie schon sein. Dazu ein Suppenbund mit Sellerie, Möhre, Lauch, eine Zwiebel, Tomatenmark, ein Schuss Rotwein, Wasser oder Brühe, Salz, Pfeffer.

Sellerie, Möhre, Lauch und Zwiebel werden fein gewürfelt. Die Beinscheibe kommt zum Anbraten in eine hinreichend große, aber nicht zu große, stark aufgeheizte Pfanne, in die etwas hitzebeständiges Öl gegeben wurde. Idealerweise gibt es zur Pfanne einen Deckel und beides ist backofenfest. Ist die eine Seite des Fleisches in Ruhe und schön angebräunt, wird es umgedreht und ebenfalls gut gebräunt. Anschließend wird es aus der Pfanne geholt und dann das Gemüse und das Tomatenmark in den Bratresten angebraten. Alles wird mit Rotwein abgelöscht, mit Salz und Pfeffer gewürzt und das Fleisch wieder raufgelegt. Mit der anderen Flüssigkeit wird soweit aufgegossen, dass es fast bedeckt ist.

Der Ofen sollte jetzt bereits auf ca. 150°C vorgeheizt sein. Es kommt der Deckel auf die Pfanne und alles zusammen in den Ofen. Nun heißt es warten, immer mal wieder kontrollieren und ggf. mit Flüssigkeit aufgießen. Sobald das Fleisch vom Knochen fällt und es so weich ist, dass man es mit dem Löffel essen könnte, ist es fertig. Das kann zweieinhalb bis 3 Stunden dauern.

Das Fleisch wird aus der Pfanne geholt und warm gestellt. Die Gemüse- und Flüssigkeitsreste werden pürierend zu einer Soße verarbeitet und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Dazu passen breite Bandnudeln oder, wenn man die Soße etwas dickflüssiger lässt, auch Kartoffelbrei. Zum Essen sollte ein Löffel reichen. Apropos Löffel: Die besondere Delikatesse ist das Knochenmark aus der Beinscheibe … mmh.


Wenn der Kellner das Besteck vergisst …

… dann ist das peinlich für ihn und der Gast amüsiert sich; oder er regt sich auf, je nach unbefriedigtem Temperament oder Gelassenheit im Wesen. Gewöhnlich ist aber eingedeckt, wenn man ein gehobenes Restaurant betrifft. In bistroesker Atmosphäre wird, je nach Bestellung kulinarischer Herausforderungen, das Esswerkzeug auch nachgereicht. Das ist vor allem auch dann praktisch, wenn die unterschiedlichen Speisen auch unterschiedliche Besteckung verlangen.

Insofern irritierte es mich nicht, dass sich auf dem Tisch beim Eintreffen nichts weiter befand als ein kleiner Tischschmuck. Da ich weder Küche noch Speisekarte kannte, überraschte mich an diesem Abend alles. Die Wirtsmagd (der Begriff ist im konkreten Zusammenhang berechtigt, Ausrufe “Weib, bring Essen!” waren nicht zu hören, würden aber in die Lokalität passen) brachte schnell die Karte. Diese besticht durch ihre Übersichtlichkeit und ist nichts für Speiselegasteniker, sondern erfreut Wortspieler. Wer sich unter (Beispiel nicht von der Karte) “Gehobeltem und gegrilltem Lammhackbraten an bunten Krautsalaten mit Sauce Aioli und geröstetem Brot” einen Döner vorstellen kann, kommt auch mit einer “Schüssel Taler vom Erdapfel, Mus vom Erdapfel paniert, in Pelle gekochte Erdäpfel und hausgemachte Erdapfelballen, vom sauren und roten Kraute und über dem Feuer gebratenes Federvieh oder vom Borstenvieh Rippe, Kassler und Haxe” zurecht.

Damit sind die wesentlichen Speisen schon aufgezählt und sie sind lecker. Als kleiner “Gruß aus der Küche” gab es Schmalz und Brot mit einem Messer. Warum erwähne ich die Selbstverständlichkeit eines Messers? Die Frage ist einfach zu beantworten: Dieses Messer ist das einzige Besteck, was man den Abend über bekommt. Grillhaxe (wirklich knusprig!), Huhn und Ente (ebenso knusprig), Rotkraut, Sauerkraut, Omelett (fluffig und schmackhaft) wird alles mit den Händen gegessen und schmecken. Leider wird die Idee des Mittelalterlichen, die über dem Ganzen schwebt, nicht durchgehalten. Damit meine ich nicht die gereichten neuzeitlichen Getränke, sondern die Hähnchennuggets aus dem Tiefkühler (einfach nur weglassen!) oder den gemischten grünen Salat. Hier sollte man das Dressing nicht im Kännchen, sondern in einer kleinen Schüssel servieren.

Wer sein Abendbrot im “Brauhaus zu Wallenstein” einnehmen möchte, sollte gut frühstücken, aber das Mittag ausfallen lassen. Auch empfiehlt sich ein Verdauungsspaziergang zum nahe gelegenen Tollensesee, den man für das Essen aber gern in Kauf nimmt. Auch die Preise sind human, ich habe schon teurer schlechter gegessen. Allen Bierliebhabern sei auch das hauseigene selbstgebraute Bier ans Herz (bzw. an die Leber) gelegt.


Vorratsschrank – Alles muss raus!

Manch einem geht es sicherlich genauso: Der Vorratsschrank füllt sich nach jedem Einkauf mit irgendwelchen leckeren Halbzutaten, weil man die unbedingt mal zu einem Essen verarbeiten möchte. Das aber schiebt man immer wieder auf und so sammelt sich allerhand an. Und auch das Tiefkühlfach bzw. der Kühlschrank bleiben nicht verschont.

Weil man sich Ziele setzen soll, gibt es hier jetzt eine Liste der Vorräte in meinen Schränken. Gesucht werden Vorschläge, wie diese entweder zu einem Essen ergänzt oder kombiniert werden können. Wer einen guten Vorschlag abgibt, ist dann in der Zeit vom 6.10.2009 bis 17.10.2009 (außer 11.10.2009 und 13.10.2009) eingeladen, das Gericht, das auf dem Vorschlag basiert, mit zu essen.

Hier alles, was raus muss (alphabetisch geordnet):

  • Ajvar mild (Paprikapüree)
  • Balsamico-Essig (verschiedene)
  • Bami-Goreng-Nudeln
  • Blütensirupe (3)
  • Crema di Balsamico (weiß, dunkel)
  • Croutons
  • Erdnussöl
  • Gemüsesoße/-püree (TK)
  • Gewürzgurken
  • Grünkohl
  • Hühnerbrühe (ca. 0,3 l) (TK)
  • Kartoffelpüreepulver
  • Kondensmilch, gezuckert
  • Limonenöl
  • Mungobohnenkeimlinge
  • Nudelpaella
  • Oliven (schwarz, grün)
  • Olivenöl
  • Pasta
  • Polentagries
  • Rinderfond
  • Risotto-Reis
  • Rote Beete Suppe (TK)
  • Sambal Sauce (fruchtig)
  • Sauce á la Hollandaise (Bio)
  • Senf (Rieslingsenf)
  • Sesamöl
  • Suppengewürz (getrocknetes Wurzelgemüse)
  • Tomaten-Sesam-Pesto
  • Vollkornpasta
  • Weißkohleintopf (TK)
  • Woknudeln
  • Woksoße (Indonesian Soja, Szechuan)

Ein Teil der Sachen ist nähert sich auch seinem Mindesthaltbarkeitsdatum, von beiden Seiten. Nach dem Öffnen wird entschieden, ob es noch benutzbar ist.

Interessenten und Ideen nutzen bitte eine der hier angegebenen Kontaktmöglichkeiten.


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