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Was braucht man für einen Pizzaservice? Also: mindestens? Einen Herd, ein Pizzablech, ein Dach drüber, ein Auto zum Ausliefern. Ahja, und ein Telefon. Die Kunden sollen ja auch anrufen können. Anfangsinvestition? 1000 Euro. Ok, noch zwei Handvoll Zutaten und ein paar Kisten Getränke kommen dazu.

Natürlich weiß ich nicht, ob es sich wirklich so zugetragen hat. Aber das Ergebnis spricht dafür, dass es eine Variante ist. Neubrandenburg hat augenscheinlich mal wieder einen neuen Pizzaservice. Unter der Adresse eines ehemaligen Gebraucht-Pkw-Marktes (da kam vermutlich das Auto her) werden die Dienste angeboten: genau 10 Pizzen, alle 30 cm groß, alle 5 Euro teuer. Aber man darf nur eine kaufen. Der Laden heißt Solo Pizza.

Es ist übrigens der erste und bisher einzige hiesige Pizzaservice, der nur unter einer Handynummer zu erreichen ist. Also kommt an das Auto hinten ein Campinganhänger und in den der Herd. Dann wird die Pizza direkt auf dem Weg zum Kunden gebacken. Frischer geht nicht. Und die Adresse kann auch noch auf der Menükarte weggelassen werden. Na, Mahlzeit.

 

Zuerst die gute Nachricht: Neubrandenburgs Heim-Kulinarik-Landschaft ist um eine Attraktion reicher. Die schlechte: Wirklich neu ist sie scheinbar nicht.

Wie ich dieser Tage meinem Briefkasten entnahm, hat sich im Reitbahnviertler Schimmelweg ein "neuer" Lieferservice für Pizza, Pasta, Aufläufe und derlei Aufwärm- und -backconvenience angesiedelt, dessen Namen - im Hatlerschen Stil ausgesprochen - bei Nennung eine freundliche "Gesundheit"-Erwiderung induziert. Die Karte erinnert an Pizzabringdienste á la "Marco Polo", "Royal" oder "Pizza-Express" (die gab es auch alle mal), mit kleinen Änderungen, Weglassungen, Ergänzungen und Neunummerierungen, so dass davon ausgegangen werden könnte, hier versucht es jemand ein weiteres Mal.

Ein schnelles Überfliegen der Menüaufstellung brachte erfreulich wenig Tippfehler an den Tag, in dem Zusammenhang sind die Neubrandenburger nicht unbedingt verwöhnt. Wenn aber in einer Überschrift ein Gyrosschnitzel angekündigt wird, ich es aber dann nicht finde, scheint wohl doch eine kleine Ungenauigkeit durchgerutscht zu sein ("Gyros- und Putenschnitzel" heißt es im Original).

Erstaunlich ehrlich, wenn auch nicht ganz exakt, erweist man sich im gar nicht so klein Gedruckten. Hier wird u.a. erklärt, dass der auf der Karte enthaltene Schinken keiner ist, sondern aus Vorderschinkenteilen besteht; wir erinnern uns an das im Rahmen des Stichwortes "Analogkäse" immer wieder gern assoziierte Schinkenimitat. Einen Patzer leistet man sich bei der Erwähnung "Fetakäse - aus Kuhmilch". Zwar ist diese Ehrlichkeit zu loben, aber wenn er aus Kuhmilch ist, darf er nicht mehr Feta heißen.

Als erklärtem Gyrosfreund erfreut mich die Bemerkung "Gyros - Schweinegeschnetzeltes nach Gyros Art". Endlich ist mal ein entsprechender Bringdienst so ehrlich, das auf seine Karte zu schreiben! So weiß ich genau, dass ich DAS nie bestellen werden und mich auf die anderen Sachen konzentrieren kann, sollte es denn mal zu einer Bestellung kommen.

 

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Wer sich in Neubrandenburgs Innenstadt und in den dortigen KulturKonsumtempeln zur Mittagszeit aufhält, dem bieten sich zahlreiche und vielfältige Möglichkeiten der Magenfüllung. Ich weiß, dass das ein Thema ist, über das ich schön häufiger philosophiert habe, aber meist gab es dafür immer einen Anlass.

"Servicewüste" ist ein Begriff, der von Kritikern gern in einen Zusammenhang auch mit der Gastronomie gebracht wird. Wenn dieser Begriff nicht einen erweiterten Sinn durch den Wortbestandteil "-wüste" auf das aktuelle Ereignis hatte, würde ich ihn gern vermeiden; es geht aber nicht, steht der Begriff doch neben anderen für Trockenheit und Durst.

Es könnte auch an mir liegen, und wenn soetwas einmal passiert, dann ist es ein versehen. Aber mir passiert es augenscheinlich häufiger, dass ich bestellte Getränke erst auf Nachfrage auch wirklich erhalte (oder gar nicht). Florian wird sich da sicher an eine entsprechende Episode bei fernöstlicher Speisung erinnern. Heute gab es beim nahöstlichen Speisen kein bestelltes Getränk dazu.

Da können wir nur froh sein, dass wir nicht doch in einer Wüste leben und es noch andere Verkaufseinrichtungen gibt, die entsprechenden Labsal feilbieten. Außerdem soll ich sowieso nicht mehr so viel Cola trinken. So hat der Stand mit dem Rotationsfleisch auch noch was für meine DiätGesundheit getan. 😉

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Es war einmal ein Restaurant in Schwerin, dass eine recht "interessante" Speisenmischung auf seiner Karte feilbot. Offiziell firmierte es wohl als Italiener, Pizza- und Nudelgerichte bestimmten das Menü, aber Sauerbraten, argentinische Steaks und selbst Chop Suey fand der kundige Leser auch. Die Mischung machts eben. Ich weiß nicht, ob es das Gasthaus noch gibt, es interessiert mich auch nicht wirklich, war das Essen nicht so überragend.

Was passiert nur, wenn man italienische Küche mit deutschem Service kreuzt? Kommt auf den Service an, da gibt es auch solche und sone. Lassen wir noch ein wenig jugendlichen Eifer und eine noch nicht komplette Ausbildung mit einfließen, so findet hat man die Mischung, die ich zum Abendbrot erlebte. Positiv sei zu vermerken, dass das Essen lecker und von guter Qualität war. Es wurde halbwegs gut zeitlich geplant geliefert, nicht einkalkuliert war, dass sich die Gäste auch während des Essens unterhielten und deswegen die Vorspeisen noch nicht ganz vertilgt waren, als die Hauptgerichte kam.

Das Gespräch mit dem Service machte Spaß, was aber auch nicht die Bedienfehler ganz überspielte. Die Frage nach der Beilage zu einem der Hauptgerichte fehlte, was dann Standard-Salzkartoffeln erbrachte. Mineralwasser wurde in einer geöffneten Flasche an den Tisch gebracht, was gegen einschlägige Vorschriften verstößt. Da durch den Verzehr einer Vorspeise Teile des Bestecks mit abgeräumt wurden, wurde das fehlende bei der Lieferung der Hauptgerichte von den ungenutzten Nebenplätzen am Tisch durch Selbstbedienung auf Anweisung ergänzt. Sowas geht gar nicht. Außerdem wird das leere Geschirr im allgemeinen auch erst abgeräumt, wenn alle gegessen haben (vor allem dann, wenn alle gleichzeitig was zum Essen bekommen haben). Hier wurde ein wenig mit dem Service übertrieben, aber gleich wieder wett gemacht, da nicht nach einem weiteren Getränkewunsch o. ä. gefragt wurde.

Gutes Essen mit rustikaler Bedienung, so lässt sich das Erlebnis zusammenfassen. Im italienische Restaurant am Marktplatz in Neustrelitz lässt es sich leben, wenn man nicht allzu viel Wert auf ein Mindestmaß an Etikette legt.