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Gerade sah ich mal wieder Fernsehwerbung. Es kam auch Süßstoffcolawerbung.

Für wie geschmacksabgestumpft halten Werber bzw. Getränkehersteller eigentlich ihre Zielgruppe?

Die tun so, als ob man Coke und Coke Zero nicht am Geschmack unterscheiden könnte. Lächerlich!

Süßstoff schmeckt einfach nicht wie Zucker. Und ist Bäääh!

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Die Verpackung von Nahrungsmitteln bietet, wer wüsste das nicht, Platz für zahlreiche Informationen und meist auch noch für ein ansprechendes Bild vom Produkt. Da dies meist etwas ausgeschmückt ist (Teller drunter, Kräuter drauf oder ähnliches) findet sich das Wörtchen "Serviervorschlag" meist irgendwo im Randbereich des Bildes.

Nur weiß ich nicht, wer schon mal versucht hat, das entsprechend abgepackte Produkt genau so wie auf der Abbildung zu servieren. Meist ist es schwierig, in einigen Fällen sicher unmöglich. Wer sich schon mal ein Fertiggericht zu bereitet oder ein belegtes Buletten-Brötchen bei einer einschlägigen Braterei gekauft hat und dann das, was auf dem Teller bzw. in der Pappverpackung landet mit den Abbildungen vergleicht, der weiß, was ich meine.

Auf einem Fläschchen trinkfertigen Kakaos fand ich unlängst einen Serviervorschlag, dessen Nachbildung bei mir nicht am Mörser, sondern eher an dessen Inhalt scheiterte. Für einen Vorschlag, wie ich aus einem trinkfertigen Kakao sowas servieren kann, wäre ich sehr dankbar:

Ein alter Tipp eines Ernährungsratgebers, der bis heute immer wahrer zu werden scheint, lautet: Iss nichts, wofür Werbung gemacht wird. Da steckt was hinter, werden doch im wesentlichen nur durch die Nahrungsmittelindustrie verschandelte Produkte und Gerichte beworben: Fertiggerichte, Glutamatsuppen (neudeutsch: Hefeextraktaufschlemmungen), Fast Food etc. pp.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum die aktuelle Gutscheinaktion eines großen Bulettenbraters im wesentlichen an mir und meinen Gewohnheiten vorbeigeht. Zählt man die 3 Angebote, die ich evtl. wegen bisheriger Ungenutztheit mal testen würde, zu den 2 interessanten hinzu, komme ich auf 5 von 24, die mich ansprechen, oder einem Streuverlust von ca. 79%.

Erschwerend kommt hinzu, dass es in der Filiale, an der ich fast werktäglich vorbei komme, diese Angebote gar nicht gibt. Unter dem Aspekt also eine wirklich gelungene Werbekampagne. Wer plant eigentlich sowas und mit welchen Konsequenzen muss der jetzt rechnen?

 

Gedankensplitter, die es (bisher) noch nicht in die Langform eines Blogbeitrages geschafft haben (02/2010):

  • Werbung ist so widersprüchlich: Da werden Wasserfilter unter anderem gegen Kalk angeboten, und bei Flaschenwässern mit ihrem hohen Mineralstoffgehalt geworben.
  • Die Grenze zwischen individueller Persönlichkeit und psychischer Krankheit ist fließend.
  • Manchmal überlege ich, wie wohl eine Fernsehsendung zur Vermittlung von Waisenkindern aussehen könnte. Wie "Tiere suchen ein Zuhause"? Wo ist die Sendung, die sich auf ähnliche Art um bedürftige Kinder und Erwachsene kümmert?
  • Es scheint in unserer Gesellschaft schwierig zu sein, die Wahrheit zu sagen. Das gilt vor allem, wenn man dies entgegen bestehender "Regeln" wie political correctness, Gutmenschentum, politischer Großwetterlage o. ä. tut.

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Gedankensplitter, die es (bisher) noch nicht in die Langform eines Blogbeitrages geschafft haben (09/2009):

  • Auf einer Werbebeilage mit Platzspartipps für kleine Küchen ist gleichzeitig eine Werbung für ein Lightgetränk mit dabei. Muss man das trinken, um in die enge Küche zu kommen?
  • Je seriöser die Agierenden in einem Geschäft (i. w. S.) aussehen, desto unseriöser Geschäft. Bankkaufleute, Nachrichtenmoderatoren im Privatfernsehen, Zeitungschefredakteure, ...
  • Ich glaube, ich bin fernsehsüchtig. Neulich hatte ich Besuch, so dass ich weder vorher, noch dabei den Fernseher an hatte. Als der Besuch weg war und ich ins Bett konnte/musste, habe ich doch vorher noch den Fernseher angemacht und mich eine halbe Stunde berieseln lassen.
  • Ein Satz, über den ich auch nicht hinweg komme: Mach das Mäh mal Ei. (Für alle Hochdeutschsprecher: Das soll eine Aufforderung an ein Kind sein, ein Schaf zu streicheln.)
  • Mit jedem Straftäter wird eine Rehabilitation und eine (Wieder-)Einordnung in die Gesellschaft angestrengt. Wieso funktioniert das mit Parteien nicht (link)?
  • Die Sparkasse schickt in einer Straße voller Mietwohnungen eine Postwurfsendung zum Thema Hauskauf- und -verkauf. Adressierung "An alle Immobilienbesitzer in Neubrandenburg".  Die Streuverluste hätte ich gern als Guthaben auf meinem Konto.

... wenn sie denn Fehler oder ähnliches enthält. Falsches Deutsch wäre auch eine Idee.  Wobei sich mir die Frage aufdrängt: Werde ich in dem Hinblick immer empfindlicher oder wird das falsche Deutsch immer mehr?

So zum Beispiel bei einem Textilbilliganbieter, bei dem man sich sowieso fragen, wie dessen Preise zustande kommen. Kinderarbeit in Fernost? Ich weiß es nicht. Dafür titulierte er sein Werbeblättchen mit dem wunderschön kindlichen Slogan: "Besser als wie man denkt!"

In unserer werbungsfinanzierten Sonntagszeitung fand sich aber neben den Werbebeilagen (es waren wieder recht viele, der Sommer scheint vorbei zu sein) auch eine Anzeige eines Apfelauspressers mit der wunderschönen Aussage: "Säfte bis zu über 30% günstiger".

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In der Adventszeit und und an Weihnachten sitzt das Geld meist etwas lockerer. Das wissen natürlich auch diverse gemeinnützige Hilfe-Vereine und die Spenden fließen etwas zahlreicher in gute Richtungen.  Auch im Fernsehen wird fleißig Geld gesammelt und Millionen kommen für einen guten Zweck zusammen. So mancher Promi lässt sich verpflichten, sein Gesicht für die gute Sache in die Kamera zu halten.

Aber ein Schicksal scheint an den Spendenwilligen vorbei zu gehen: Das Schicksal von Alfons. Einst ein bekannter und gefeierter Fernsehkoch ist er zur Zeit gezwungen, Werbung für fertige Fonds zweifelhafter Qualität zu machen. Dabei ist mir sein Absturz gar nicht aufgefallen, habe ich ihn nicht neulich noch bei "Lanz kocht" gesehen? 

Dabei kommen die Fonds noch gut daher: französisch klingender Name, mit Herrn Schuhbeck ein bekannter Name, der sie empfiehlt, alles im Glas (positives Image), ... alles so, als würde der Meister sie in seiner Küche wenn schon nicht selber zubereiten so doch verwenden.  Die Zutatenliste spricht aber wieder Bände, es lohnt sich, sie noch im Laden zu lesen, man spart recht viel Geld dabei, da die Fonds nicht zu den preiswertesten gehören. Wasser als Hauptzutat bei einem Fond leuchtet ja vielleicht noch ein, aber Kochsalz als zweithäufigste Zutat? Dazu Worte wie Aroma und Rindfleischextrakt. Letzteres lasse ich mir in einem Rinderfond noch gefallen, aber in einem Hühner- oder Fischfond? Auf dem Etikett findet sich auch noch der Hinweis, dass keine geschmacksverstärkenden Zusatzstoffe benutzt werden. Natriumglutamat (Hauptverdächtiger mit dieser Eigenschaft) findet sich auch tatsächlich nicht in der Brühe, aber Hefeextrakt. Klingt irgendwie natürlich. Empfindlichen Genießern empfehle ich nicht den dazugehörigen Wikipedia-Artikel zu lesen. Ein kurzes Zitat daraus: "Hefeextrakte sind auch eine primäre Quelle für Mononatriumglutamat". Bäh.

Im Fischfond, dass sei der Vollständigkeit erwähnt, ist übrigens auch Fisch drin. Ganze 0,6%, oder umgerechnet 1 bis 2 Gramm. Deswegen befindet sich in der Zutatenliste ja auch das Wort "Aroma".

Wenn also ein ehemaliger Fernsehkoch schon für so eine Plörre Werbung machen muss, muss es ihm sehr schlecht gehen. Bittet spendet also für Alfons Schuhbeck. Bei den momentan grassierenden Datenschutzskandalen mit öffentlich zugänglichen Telefon- und Kontonummern dürfte es ja nicht schwer sein, seine Kontodaten zu bekommen.

Zur protokollarischen Vollständigkeit: Wir haben bei der Niederschrift dieses Textes den 23.12.2007, es ist ca. 9:30 Uhr. Die Weihnachtsvorbereitungen sind in vollem Gange, die Außentemperaturen liegen bei -5°C, die Sonne kämpft sich langsam durch den morgendlichen Nebel.

Als ich gestern vom sonnabendlichen Wocheneinkauf nach Hause kam, entnahm ich meinem Briefkasten neben allerlei Werbung auch den Katalog eines Versandhauses. Viele Bücher, CDs und DVDs sowie einiges anderes erwarteten mich darin. In den Katalog mit eingeheftet war noch ein Spezialkatalog, der das Wort "Trend" im Namen trug. Und da ja jeder sich mal dafür interessiert, was so trendig ist, blätterte ich auch diesen Teil durch, hatte ich doch in früheren Ausgaben durchaus das eine oder andere Produkt für interessant befunden und bestellt.

Die Seiten 8 und 9 kamen mir in der Vorweihnachtszeit doch irgendwie sehr trendig, sehr vorausschauend vor, standen Sie doch unter dem Stichwort: "Bunte Oster-Ideen" und boten unter anderem Kokosfußmatten "Hasenhöhle", ein Deko-Set "Frohe Ostern", ein sitzendes Hasentrio "Bunny", eine hasenförmige Türrahmendeko "Hugo" und selbst einen schnarchenden Plüschhasen feil.

Die Krönung stelle eine Metall-Lampe dar, die die Form einer Laterne hatte. Das Metall war grün angemalt, sie bot Platz für eine Kerze. Natürlich hatte diese Lampe auch einen Namen, bei dem ich vorher nochmal auf das heutige Datum (s. o.) verweisen möchte: 23.12.2007, 09:30 Uhr, -5°C Außentemperatur.

Die Lampe heißt: "Sommerfrische".