Neulich habe ich mich ja als Esser von Fertiggerichten geoutet. Jetzt mache ich auch noch Werbung für den Hersteller und kriege noch nicht mal Geld dafür. Dafür müsst Ihr aber auch den ganzen Spot ansehen.
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Neulich habe ich mich ja als Esser von Fertiggerichten geoutet. Jetzt mache ich auch noch Werbung für den Hersteller und kriege noch nicht mal Geld dafür. Dafür müsst Ihr aber auch den ganzen Spot ansehen.
Der morgendliche, meist noch etwas schlaftrunkene Gang in die gekachelte Leseecke hat doch immer was meditatives. Das Niederlassen auf der Schüssel und das leere Vorsichhinstarren auf eine Wand, eine Heizung, ein Sanitärmöbel oder was sich auch immer in entspannter Blickrichtung befindet, passen in diese Situation. Während es sich hinten unten allmählich leert ("Wichtig ist, was hinten rauskommt"), sollte man darauf achten, oben auch für geistigen Nachschub zu sorgen.
Dafür hervorragend geeignet ist Vince Eberts Buch "Denken Sie selbst!" In kurzen, in sich geschlossenen Kapiteln (sehr wichtig für die gekachelte Leseecke) fordert er seine Leser auf, das Denken nicht anderen zu überlassen. Und das auf höchst amüsante Weise. Nachdem Florian Schröder vor ein paar Jahren die "Generation IMM" (imM - irgendwas mit Medien) entdeckt hat, fand Vince Ebert beim Studium dieser Medien und der darin enthaltenen großen Verbreitung von Kochseiten und -sendungen die "Generation IMB" (imB - irgendwas mit Bärlauch).
Das deutsche (Un-)Wesen wird genauso von Deutschlands Nr. 1 Sciencecomedian (Wissenschaftskomiker) seziert wie das zutiefst menschliche seiner Mitbürger. Mit interessanten Fragen, die Vince Ebert aufwirft, kann man sich gern auch nach dem Verlassen der gekachelten Leseecke weiter beschäftigen. Zum Beispiel kann man mal einen Vegetarier fragen, wie er grundsätzlich moralisch zu fleischfressenden Pflanzen steht. Oder warum halten viele Fernsehzuschauer Günter Jauch für einen der klügsten Deutschen? Weil er fehlerfrei die kuriosisten Fragen vom Teleprompter abliest?
Ich kann gut und gern lustige Bücher lesen bzw. Hörbücher anhören, ohne ein einziges Mal die Miene zu verziehen, und mich trotzdem sehr gut unterhalten. Bei diesem Buch musste ich stellenweise laut lachen.
Vince Ebert: Denken Sie selbst!
ISBN: 978-3499623868
... wenn sie denn Fehler oder ähnliches enthält. Falsches Deutsch wäre auch eine Idee. Wobei sich mir die Frage aufdrängt: Werde ich in dem Hinblick immer empfindlicher oder wird das falsche Deutsch immer mehr?
So zum Beispiel bei einem Textilbilliganbieter, bei dem man sich sowieso fragen, wie dessen Preise zustande kommen. Kinderarbeit in Fernost? Ich weiß es nicht. Dafür titulierte er sein Werbeblättchen mit dem wunderschön kindlichen Slogan: "Besser als wie man denkt!"
In unserer werbungsfinanzierten Sonntagszeitung fand sich aber neben den Werbebeilagen (es waren wieder recht viele, der Sommer scheint vorbei zu sein) auch eine Anzeige eines Apfelauspressers mit der wunderschönen Aussage: "Säfte bis zu über 30% günstiger".
Wir müssen damit aufhören, über Menschen zu sprechen, als wären sie die Krone der Schöpfung.
Günter Grass
Der Ring macht Ehen, und Ringe sind’s, die Ketten machen.
Friedrich von Schiller, Johann Christoph Friedrich von Schiller, dt. Dichter u. Dramatiker, 1759 - 1805
Mit einem kritischen Freund an der Seite kommt man immer schneller vom Fleck.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, Naturwissenschaftler u. Staatsmann, 1749 - 1832
Zwischen Können und Tun liegt ein großes Meer und auf seinem Grunde gar oft die gescheiterte Willenskraft.
Marie von Ebner-Eschenbach
Das Glück, das dir am meisten schmeichelt, betrügt dich am ehesten.
Franz Kafka, österr. Romanautor tschech. Herkunft, ('Der Prozess'), 1883 - 1924
Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.
Konfuzius
Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.
Anton Bruckner, 04.09.1824 - 11.10.1896, Österreichischer Komponist, berühmt als Organist und Improvisator
Schlauheit ist die Kunst, eigene Fehler zu verbergen und die Schwächen anderer bloßzulegen.
William Hazlitt, brit. Schriftsteller, 1778 - 1830
Einer schönen Sitte und Tradition folgend trifft man sich gern mal Samstag Abends, um sich reihum gegenseitig zu bekochen und danach einen schönen Film zu schauen. Dieser war zwar eher mittelprächtig, eine deutsche Komödie mit Til Schweiger, soll hier aber nicht das Thema sein.
Als ich mit einer Schüssel voll Rotkraut-Birnen-Salat bei den Gastgebern ankam, blubberte es lecker im Topf. Ich wusste zwar nicht genau, was es geben sollte, aber es war ein Ein-Topf-Gericht, bei dem verschiedene Gemüse (mehrheitlich wohl Zucchini) eine wesentliche Rolle spielten. Kurz vor dem Servieren stellte sich aber heraus, dass eins der verarbeiteten Gemüse eine gewisse, unüberwindliche Bitternote ins Essen gebracht hat. So mussten wir auf Plan B "Pizza" umsteigen.
Die Idee war gut, die Ausführung weniger. Alle Pizzen wiesen eine übertriebene Röstung am Boden auf; ich war froh, dass ich nicht den Käse im Rand mitbestellt hatte, den konnte man vor schwarzem Boden nämlich gar nicht essen. Zu später Stunde nach Hause gekommen, studierte ich die Preisliste und fand merkwürdiges. Auch hier meine ich nicht das augenscheinliche, also dass Menükartenbild und Pappschachtelinhalt optisch nicht viel gemeinsam hatten. Ich hatte die Pizza "Alaska" mit frischem Knoblauch und Meeresfrüchten. In der bestellten Größe kostete sie 6,90 €. Die Grundpizza "Bronx" (3,40 €) zusammen mit frischem Knoblauch und Frutti de Mare (je 0,90 €) hätte allerdings nur 5,20 € gekostet.
Normalerweise ist doch etwas selber zusammengesetztes eher teuerer als das Standard-Produkt. Komisch. Ich verstehe es nicht.
An zentraler Stelle (geometrisch-geografisch) in Neubrandenburg steht ein großes Einkaufscenter, dass nicht nur zum Shopping, sondern auch zur Nahrungsaufnahme einlädt. Bezieht man die nähere Umgebung mit ein, hat man vom Holzkohlegrillwasserkocher erwärmter Wiener, elektrogegriller Bratwurst, diversen Fischgerichten, Dönervariationen, Wokspeisen, gutbürgerlicher Küche, belegter Brötchen und anderer Snacks, Satellitenhamburgern bis hin zu Eis und Kuchen eine riesige Auswahl.
Aber es gibt da auch die eine oder andere kleine Paradoxie dabei. Klein ist diese beim Dönerstand, der auch Grillhähnchen anbietet (ok, dreht sich beides, eins horizontal und das andere vertikal). Auch die Eigenheit, dass es das beste einfach Eis im Center beim Hamburgerbrater gibt, könnte darunter fallen, meine ich aber auch nicht. Wirklich paradox ist, dass man zum Bratheringsessen zum Fleischer gehen muss.
Es geht doch: Es gibt wirklich Fertiggerichte, die man essen kann! Bei mir gab es heute sowas. Und dann auch noch die klassische Kombination aus Kartoffeln, Soße, Gemüse, Fisch. Der skeptische Blick auf die Zutatenliste erfreut des Essers Auge: Nicht mal Geschmacksverstärker, die durch irgendeine Gesetzeslücke als Hefeextrakt ins Essen gerieselt sein könnten, sind enthalten! Vorbildlich. Nur Zutaten, die man auch selber verwenden würde - einige würzende vielleicht etwas sparsamer -, sind drin.
Bei aller Freude über die einfache mikrowellengestützte Zubereitung (binnen 10 Minuten verwandelt man damit das Essen vom tiefgefrorenen in einen genussfertigen Zustand): Wo Licht ist, ist auch Schatten. Saftig beim Fisch ist was anderes. Ähnlich sieht es bei der Hühnerbrust aus (in anderen Gerichten aus gleichem Hause). Aber das liegt in der Natur der Sache. Zusammen mit allen Zutaten Wildlachs so hinzubekommen, dass er weich und saftig ist, ist mittels Mikrowelle beinahe unmöglich. Aber dafür gibt es ja auch leckere Soße. Was will man für 3,30 € schon verlangen?! In einer Kantine würde man sowas für den Preis nicht bekommen.
Schade auch, dass der Hersteller auf halbem Weg stehen geblieben ist. Wer sich schon die Mühe macht, etwas derartig hochwertiges zu produzieren, könnte auch bei den Zutaten Bioprodukte verwenden. Die Frage ist nur, ob sich ein Fertiggericht für knapp 4 Euro, die das dann wohl kosten würde, verkaufen ließe. Optisch ansprechend ist es aber auf jeden Fall. Wobei das Bild auf der Webseite täuscht: Die schwarze Verpackung ist nicht ganz so schwarz und der Lachs nicht ganz so rot. Es sieht also in Natur besser aus.
Die Vernünftigen halten bloß durch, die Leidenschaftlichen leben.
Nicholas Chamfort, Sébastien Roch Nicolas, französischer Schriftsteller, 1740 - 1794
Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind.
Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.
Man kann sich das Leben auch durch zu großen Ernst verscherzen.
Peter Sirius, Otto Kimmig, deutscher Dichter und Aphoristiker, 1858 - 1913
Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
Johann Wolfgang von Goethe
Wem nicht wenig genügt, den macht kein Reichtum satt.
Christoph Martin Wieland, dt. Schriftsteller, 1733 - 1813
Über nichts regen sich die Leute so sehr auf, wie gerade über die Dinge, die sie gar nichts angehen.
Albert Schweitzer, dt.-frz. Arzt, Theologe, Musiker u. Kulturphilosoph, 1951 Friedenspreis, 1952 Nobelpreis, 1875 - 1965
Wer nach allen Seiten immer nur lächelt, bekommt nichts als Falten im Gesicht.
Arakceev, Aleksej Andreevic, russ. General und Staatsmann
Nur der blickt heiter, der vorwärts schaut.
Edmund Burke, irisch. Schriftsteller, 1729 - 1797
Gerade eben aufgeschnappt: Deutsche Kinos beklagen einen Rückgang der Besucherzahlen. Besonders deutlich wird das immer am Ende der Vorstellung
Ein sommerliches Gericht, wenn auch eher vor einen kühlen Sommertag geeigent, wird es doch auch erhitzt. Durch die übersichtliche Zahl an Zutaten lebt es aber von der Qualität der Rohstoffe, im wesentlichen natürlich von der Gurke und den Tomaten. Außerdem gibt es das Gericht auch in einer vegetarischen Variante.
Aber zuerst die Zutaten, ich habe sie mal wahllos auf den Tisch geschüttet:
Eine gartengereifte Salatgurke, ein paar eigenbalkongereifte Tomaten, zwei kleine (oder eine mittelgroße Zwiebel), etwas durchwachsenen Speck (Vegetarier lassen den natürlich weg) - auf dem Bild und im Essen vertreten durch die Salami - zur Anregung des Umami-Geschmackssinns. Salz, Pfeffer und, je nach Geschmack, etwas Mehlbutter, etwas geriebene rohe Kartoffel (oder anderes geeignetes Material zum Binden der Flüssigkeit).
Sollte jemand bei dem Bild mit dem wahllos hingeworfenen Gemüse (und Salz) irgendwelche Assoziationen haben (die Tintenkleckse des Herrn Rorschach lassen grüßen), dem sei gesagt, dass ich die Gurke durch den Pommesschneider gejagt habe.
Aber der Reihe nach: Zwiebel würfeln, in der Pfanne mit etwas Fett anbraten, die Speck-/Salami-Würfel dazu geben (von der Salami habe ich etwa 3 cm verarbeitet), dann die grob gewürfelte Gurke und die etwas feiner gewürfelten Tomaten dazu geben, alles etwas anschmoren und mit Deckel bei geringerer Hitze fast fertig garen lassen. Die sich bildende Flüssigkeit zum Abschluss etwas binden (nach Geschmack). Dann auffüllen und genießen. Guten Appetit.
Vielleicht noch eine Bemerkung zur Schale/Pelle von Gurke, Tomate u.a. Früchten. "Vor der Zubereitung entfernen oder nicht?", das ist hier die Frage. In der feineren Küche wird ja meist alles geschält, was bezogen auf die Nährstoffe fast einer Kastration gleich kommt, sitzen die doch meist in der Schale oder direkt darunter. Bei den doch relativ kurzen Zubereitungszeiten moderner Rezepte sollte also auch nach dem Garen davon noch was enthalten sein, so dass das Entfernen der Schale doch auch als Verschwendung anzusehen ist.
Deswegen: Bei Gemüsen, die ich im Laufe der Zubereitung sowieso noch püriere, bleibt die Schale dran. "Optische Probleme" beim Endprodukt wegen intensiver Farbstoffe in der Fruchthülle müssen eben anderweitig gelöst werden. Wird das Gemüse nicht bis zur Unkenntlichkeit zerkleinert, gilt es durch eine geeignete Schnitttechnik möglichst kleine Schalenstücke zu produzieren. Das gilt übrigens auch, wenn die Verdauung zum Beispiel bei Gurke oder Paprika unwirsch reagiert. Wird die Gurke für den Salat oder so mal nicht in Scheiben, sondern in Würfel oder Stifte (Julienne) geschnitten, könnte sich das Problem von allein lösen.
Guten Appetit und gute Verdauung.