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Es gibt Prüfungen, die muss ein Mann bestehen. Früher waren es noch Aufgaben wie Bundeswehr/NVA, Baum erklettern, Berg besteigen, der erste Vollrausch, die erste Freundin, die erste "Nacht", ... Aber da rannte man ja noch mit stolz geschwellter Brust umher und schlug sich mit den Fäusten auf dieselbe, wozu man einen tarzanesken Ruf von sich zu geben pflegte.

Heutzutage wartet das Leben mit anderen Anforderungen auf. Für 13 Uhr von einem befreundeten Pärchen zu einem kantinösen guten Mittag bei einem einem Supermarkt vorgelagerten Fleischerimbiss eingeladen, sollte mein Wochenendeinkauf der Einfachheit halber genau dort stattfinden. Während sie weiterhin ihrer Tätigkeit beim Fachbetrieb nachging, durchstreiften die Männer den Urwald des Supermarktes auf der Jagd nach kauf- und essbarem. Meiner Prophezeiung, dieses würde eine bis anderthalb Stunden dauern, wurde nicht recht glauben geschenkt, aber sie sollte sich bewahrheiten.

Manchmal glaube ich, einkaufen mit mir kann auch eine Strafe sein. Kaum ein Etikett mit Zutatenliste, dass ich nicht kommentierend auswertete und mit Anekdoten würzte. Die Krönung wurde eine Palette mit Fonds in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Marke war mir in Zusammenhang mit einem Fernsehkoch schon einmal aufgefallen und ich wollte gerade so richtig schön vom Leder ziehen ob ihrer verwerflichen Zusammensetzung. Gänse-, Rinder-, Fisch-, Geflügel-, Kalbs- und andere Fonds reckten einem die Zutatenlisten entgegen und außer auf dem Fischfond fand sich nirgends eine Hinweis auf die Verwendung von Glutamat, Hefeextrakt oder anderen künstlichen Geschmacksverstärkern. Vor lauter Verwunderung kaufte ich ein Glas, eine genaue (Geschmacks-)Prüfung steht aber noch aus.

Nach ca. einer und einer viertel Stunde verließen wir den Kassenbereich. Im Gegensatz zur Zeit im Regaldschungel wirkte mein Miteinkäufer wieder etwas frischer, der Empfang durch seine Freundin baute ihn wohl wieder auf. 😉 Mir stellt sich aber noch die Frage, ob etwas wirklich nicht wahr ist, wenn es nicht in der Wikipedia steht. In der Gemüseabteilung sahen wir Romanesco, den ich als Kreuzung von Blumenkohl und Brokkoli bezeichnete. Interessant war die Frucht auch noch aus dem Grund, da sie gern als fraktales Gemüse (Stichworte "Selbstähnlichkeit", "Apfelmännchen", "Fibonacci-Spiralen") bezeichnet wird und der Hauptvertreter der fraktalen Geometrie Mandelbrot unlängst verstarb.

Wer bei Wikipedia nach Romanesco sucht, wird direkt auf die Blumenkohl-Seite umgeleitet, auf der er als Art desselben erwähnt wird. Brokkoli ist aber auch ein Verwandter des weißen Gemüses. Da von Kreuzung zum Romanesco zu sprechen, ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber wenn man einem seiner Bilder auf der Seite folgt gibt es im Text ein kleines Stück drunter doch den Hinweis auf die Verbindung.

Und zusammen ergibt es Blumenkohl.  Sehr naturell und lecker auch als gehaltvolle Suppe, eben gekocht, gegessen und für lecker befunden:

Zutaten:

1 nicht zu großer Blumenkohl
1 rohe mittelgroße Kartoffel
1/3 l Milch
1/2 l Wasser
1 Teelöffel Salz 
Pfeffer 

Zubereitung

Den Blumenkohl entblättern, putzen und in Röschen auseinander nehmen. Dabei den Strunk nicht wegwerfen sondern möglichst röschennah abtrennen und dann klein hacken. Wasser mit Salz, Strunkgehacktem zum Kochen bringen, Milch dazu schütten und nach 5 Minuten Köchlzeit alles mit dem Mixstab pürieren. 
Blumenkohlröschen in den Sud legen und garen. Nebenbei die  Kartoffel putzen und, wenn der Kohl noch knackig ist, reiben und gleich in den Topf geben. Aufkochen lassen und binden lassen, ggf. nach Wunsch mit Soßenbinder, Mehlschwitze oder Stärke weiter abbinden bzw. weitere Kartoffel reinreiben. 

Mit Pfeffer abschmecken, fertig.

Verfeinert werden kann das Süppchen mit einem Stich Butter, etwas Muskatnuss, Sahne statt Milch (oder eine Mischung), usw.

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