Geistreiche Bemerkungen vom 23.11.2014

Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt, aber nicht weiß.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Wenn ein Philosoph einem antwortet, versteht man überhaupt nicht mehr, was man ihn gefragt hat.
André Gide

Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.
Henry Ford

Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
Friedrich Hebbel

Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können.
Abraham Lincoln

Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen.
Kurt Tucholsky

Geistreiche Bemerkungen vom 16.11.2014

Wenn alle Experten sich einig sind, ist Vorsicht geboten.
Bertrand Russell

Wenn man sich selbst zu einem niedrigen Preis verkauft, wird niemand anderes diesen Preis erhöhen.
Wilson

Die Bosheit trinkt die Hälfte ihres eigenen Giftes.
Lucius Annaeus Seneca

Angst haben wir alle. Der Unterschied liegt in der Frage wovor.
Frank Thiess

Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
Bertolt Brecht

Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten.
Marie von Ebner-Eschenbach

Geistreiche Bemerkungen vom 09.11.2014

Die schlimmsten Fehler werden gemacht in der Absicht, einen begangenen Fehler wieder gut zu machen.
Jean Paul

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant

Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.
Otto von Bismarck

Offenheit ist ein Schlüssel, der viele Türen öffnen kann.
Ernst Ferstl

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.
Ernest Hemingway

Die Erfahrung hat keinerlei ethischen Wert. Sie ist nur ein Name, den die Menschen ihren Irrtümern verleihen.
Oscar Wilde

Murphys Law – Lost On Monday

Die Gastronomie und der Ruhetag – hier ist das Thema zwar noch nie thematisiert worden, aber anderswo ist das manchmal durchaus ein Thema. Erstaunlich fnde ich nur, dass es selbst Gastronomen augenscheinlich sehr unterschiedlich sehen, wie sie mit Ruhetagen umgehen. Ausgehend von einer täglichen Öffnung mit durchgehend warmer Küche bis hin zu nur abends oder nur mittags geöffnet und dann noch ein oder zwei Ruhetage reicht das Spektrum. Letztendlich ist es die unternehmerische Entscheidung des Wirtes/der Wirtin, wie er/sie die Öffnungszeiten gestaltet, sicher immer abgestimmt auf die Kundschaft und das sonstige Umfeld. Aber manchmal fragt man sich, ob da immer die richtige Entscheidung getroffen wird. Ist es manchmal  nicht einfach besser, einen Ruhetag einzuführen, als einen Tag (oder auch mehrere) nur mit einer Notbesetzung zu arbeiten und dann durch das minderwertige Angebot Gäste für die Zukunft zu verscheuchen.

Vielleicht ist es ja wirklich nicht die beste Idee, an einem Sonntag- oder Montagabend aushäusig etwas essen gehen zu wollen. Die Auswahl offener Gaststätten, gerade auch im kleinstädtischen Umfeld (inkl. der Gegend drumrum), ist eher eingeschränkt. Aber ein paar Standards gibt es doch. Zu einem solchen führte aber ein Umweg übers Umland auf der Suche nach einem warmen Abendbrot. Der Weg führte über Friedland, Sandhagen und Altentreptow wieder nach Neubrandenburg zurück und ließ uns in einem 7-Tage-offenen Gasthaus enden. Dort waren wir schon öfter und sind bisher immer gut bedient und verköstigt worden, so wollte wir dann auch mal ein Bewertungsessen veranstalten.

Das Restaurant empfing uns mit bewährter Gastlichkeit, es schienen einige Gruppenfeiern stattzufinden, aber wir fanden schnell einen Platz. Nur der Service war weit und breit nicht zu sehen. Vermutlich half er in der Küche. Die entsprechende Tür dorthin entließ dann auch die zu diesem Zwecke beschäftigte Fachkraft, die sich kurz hinter dem vorhandenen Tresen aufhielt und dann wieder in der Küche verschwand. Nachdem das noch einige Male passierte, mussten wir annehmen, doch einen ungünstigen Platz erwischt zu haben: Die Deko auf dem Tresen war so groß, dass der sicher sonst sehr umsichtige Service unserer nicht ansichtig wurde. Aber durch einen Schlitz direkt zwischen Tresen und Deko wurden wir dann doch als neue Gäste erkannt und mit Speisekarten versorgt.

Schnell war das gewünschte ausgewählt und dann begann die Gedächtnisübung. Können wir es uns bis zur Bestellung merken, zumal sich nicht irgendwelche Nummern waren – die gab es auf der Karte nicht. Es mussten ganze komplexe Namen der Gerichte behalten werden. Immerhin, die Servicekraft war jetzt häufiger im Gastraum zu sehen. Die Feierlichkeiten an den anderen Tischen neigten sich ihren Enden entgehen, es wurde abgeräumt und kassiert. Bezahlen wollten wir auch, aber erstmal dafür auch eine Grundlage bilden. ‘Wenn sie nach dem nächsten Abräumen nicht zu uns kommt, um eine Bestellung aufzunehmen, gehen wir woanders hin’, waren die ausgehungerten Gedanken. Obwohl sich die Zeiger der Uhr schon der 20. Stunde näherten, wir hätten noch einen gemütlichen Ort gewusst, der uns freundlich empfangen und mit Atzung versorgt hätte. Und ich meine nicht irgendein Systemrestaurant.

War es Gedankenübertragung? War es einfach nur der normale Ablauf im Service? Kurz, bevor wir die Jacken ergreifen konnten, wurde dann doch unsere Bestellung aufgenommen. Soljanka (was sonst?), französische Zwiebelsuppe, Mecklenburger Schnitzel und Rumpsteak “Strindberg” hieß die im Nachhinein sehr internationale Bestellung. Die georderten Getränke (nicht auf der Karte enthaltene Fruchtsaftschorle und Bier) kamen zügig. Wobei sich die Frage stellen lässt, ob man geschmacklich den Unterschied zwischen abgestandenem Mineralwasser und Leitungswasser erkennt, wenn es zu einer Schorle verwendet wurde. Ich habe da überhaupt kein Problem mit Leitungswasser, im Gegenteil. Aber etwas Kohlensäure in einer Schorle wäre schon schön gewesen.

Auf die Vorsuppen musste auch nicht lange gewartet werden. Die Soljanka war in ihrem Säurespiel sehr gut ausgependelt und schmeckte wie erwartet und schon lange bekannt gut. Die mit überbackener Matschepampe bedeckte Zwiebelsuppe mit Croutons und Käse überbacken überzeugte höchstens geschmacklich. Unter Croutons darf man ruhig etwas knuspriges verstehen, und wenn man sie auf eine Suppe legt und dann noch mit Käse überbackt, muss man sie vorher sehr(!) gut anrösten, damit sie sich nicht mit Suppe vollsaugen und eine schleimige Matsche ergeben. Vielleicht hilft ja auch, vernünftiges Weißbrot dafür zu nehmen und nicht diese aufgeblasene Feuerzeugwatte, die sich Toastbrot nennt. Aber manchmal hilft auch, Suppe und “Deckel” getrennt zuzubereiten und erst ganz kurz vor dem Gast zu vereinen … Vorausschauend ist hier der Service zu nennen; auf die Frage, ob es denn geschmeckt hätte, mussten wir nicht lügen, da sie gar nicht erst gestellt wurde.

Die Qualitätsvorzeichen bei der Menüfolge wechselten dann die Besitzer, als die Hauptgerichte auf den Tisch kamen.  Das Mecklenburger Schnitzel, ein in Eihülle gebratenes dünnes Schweinesteak kam zart und saftig auf den Tisch, die Bratkartoffeln waren genauso lecker, nur die Cremechampignons waren vielleicht etwas dunkel. Das  Salatbukett kam knackig daher, ein paar Tropfen eines Dressings hätten den Teller zur Vollendung gebracht. Beim Rumpsteak “Strindberg” – eine Hülle aus Ei, Zwiebel und Senf ist hier das besondere – war noch ein wenig vom bestellten Medium-Zustand entfernt, dafür hatten die Pommes zu viel oder zu lange oder zu oft Hitze bekommen. Die waren definitiv knusprig und hatten das zuviel, was den weiter oben erwähnten Croutons fehlte. Aber eins hatten sie wohl auch zu wenig: ein Abtropfen des Frittierfettes … Aber wollen wir mal nicht nörgeln. Timing ist eben nicht jedem gegeben, zumal Gäste ja auch unterschiedlich schnell essen.

Die abschließenden und Lebensgeister wecken sollenden Heißgetränke kamen in Minimalkonfiguration auf den Tisch: kein Wasser zum Espresso, keine Kekschen, übersichtliche Menge Milchschaum auf dem Cappuccino, und die geschmackliche Dichte der Kaffeegetränke ließ einen unverzögerten Nachtschlaf vermuten, was sich dann auch bestätigte. Leere Gläser auf dem Tisch wurden durch den Service auch nicht bemerkt, der Feierabend lockte dann wohl. Nach einer kleinen Verdauungsautorunde fuhren wir ca. eine halbe Stunde, nachdem wir das Gasthaus verlassen hatten, an einem lichtlos dunklem Gebäude vorbei, das von einem rechtzeitigen Betriebsschluss zeugte.

Unabhängig voneinander waren wir in der Vergangenheit schon mehrfach im Gasthaus Sandkrug zu Gast – bis hin zu eigenen Familienfeierlichkeiten. Dabei sind wir immer durch fachgerecht und gut zubereitete Speisen und einen umsichtigen Service positiv beeindruckt gewesen. Warum es nun an diesem “Bewertungsabend” nicht so war, weiß nur die anwesende Crew. So bleiben wir bei einer historisch bedingten positiven Empfehlung. Zumal in den letzten Monaten und Jahren sehr viel am Haus innen und außen neu gemacht wurde und man dort wirklich auch gut essen kann. Nur vielleicht nicht Montags Abends, wenn andere Gaststätten erst gar nicht öffnen …

Geistreiche Bemerkungen vom 02.11.2014

Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
Franz Kafka

Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher.
Charlie Rivel

Eine scharfe Zunge ist das einzige Schneidwerkzeug, das bei andauerndem Gebrauch schärfer wird.
Washington Irving

Frauen, die rechtzeitig erkennen, dass man einen Mann nicht erziehen kann, ersparen sich den halben Kummer ihres Ehelebens.
Michèle Morgan

Auch ein Mensch, der zwanzig Sprachen beherrscht, gebraucht seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidet.
Jean-Paul Belmondo

Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen.
Mark Twain

Geistreiche Bemerkungen vom 19.10.2014

Der Hauptwert des Geldes besteht in der Tatsache, dass man in einer Welt lebt, in der es überbewertet wird.
Henry Louis Mencken

Die kürzesten Wörter, nämlich ‘ja’ und ‘nein’ erfordern das meiste Nachdenken.
Pythagoras von Samos

Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.
Anonym

Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus 2 Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.
John F. Kennedy

Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.
Heiner Geißler

Zeichnen ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.
Joseph Joubert

Geistreiche Bemerkungen vom 12.10.2014

Wenn ein Mann für dich kocht und der Salat enthält mehr als drei Zutaten, meint er es ernst.
Penelope Cruz

Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.
Rabindranath Tagore, Dichter

Misserfolg ist lediglich eine Gelegenheit, mit neuen Ansichten noch einmal anzufangen.
Henry Ford

Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen.
Sven Hedin

Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will.
Leonardo da Vinci

Gut zurechtgemacht für’s Ausgehen ist eine Frau dann, wenn ihr Begleiter lieber mit ihr Zuhause bliebe.
Olga Tschechowa

Geistreiche Bemerkungen vom 05.10.2014

Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
Albert Camus

Es ist gefährlich, anderen etwas vorzumachen, denn es endet damit, dass man sich selbst etwas vormacht.
Eleonora Duse

Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen.
George Bernard Shaw

Sobald ein Optimist ein Licht erblickt, das es gar nicht gibt, findet sich ein Pessimist, der es wieder ausbläst.
Giovanni Guareschi

Die Demokratie setzt die Vernunft im Volke voraus, die sie erst hervorbringen soll.
Karl Jaspers

Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.
Konrad Adenauer

Geistreiche Bemerkungen vom 28.09.2014

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
André Gide

Mein Vater pflegte zu sagen: Sprich nicht lauter, argumentiere weiser.
Desmond Mpilo Tutu

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.
Wolf Biermann

Die Menschen müssen begreifen, dass sie das gefährlichste Ungeziefer sind, das je die Erde bevölkert hat.
Friedensreich Hundertwasser

Das Joch der Ehe ist so schwer, dass man zwei Personen braucht, um es zu tragen – manchmal drei.
Alexandre Dumas der Ältere

Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.
Bertolt Brecht

Geistreiche Bemerkungen vom 21.09.2014

Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben.
Kurt Tucholsky, Schriftsteller

Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent, zur Mitfreude nur wenigen.
Friedrich Hebbel

Manche werden als bedeutende Menschen geboren, manche erlangen Bedeutung – und manche beauftragen PR-Berater.
Daniel Boorstin

Leben ist die Kunst, taugliche Schlußfolgerungen aus unzureichenden Prämissen zu ziehen.
Samuel Butler

Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden.
Helmut Schmidt

Ein langweiliger Mensch ist einer, der Sie am Alleinsein hinderte, ohne Ihnen Gesellschaft zu leisten.
Anonym