Geistreiche Bemerkungen vom 14.09.2014

Wenn der Mensch so viel Vernunft hätte, wie Verstand, wäre vieles einfacher.
Linus Pauling

Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu genießen.
Jean-Jacques Rousseau

Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das zu ängstlich zum Lachen ist.
Voltaire

Der Verstand ist wie eine Fahrkarte: Sie hat nur dann einen Sinn, wenn sie benutzt wird.
Ernst R. Hauschka

Die Wahrheit kann auch eine Keule sein, mit der man andere erschlägt.
Anatole France

Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren, sondern mit Weisheit zu ertragen.
Charles Dickens

14 Sep 2014

Geistreiche Bemerkungen vom 07.09.2014

Ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.
Theodor Fontane

Die Ideen sind nicht verantwortlich für das, was die Menschen aus ihnen machen.
Werner Heisenberg

Aus dem Bewusstsein, gut angezogen zu sein, empfängt eine Frau mehr innere Ruhe als aus religiösen Überzeugungen.
Ralph Waldo Emerson

Es gibt zwei Möglichkeiten, Karriere zu machen: Entweder leistet man wirklich etwas, oder man behauptet, etwas zu leisten. Ich rate zur ersten Methode, denn hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht so groß.
Danny Kaye

Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse.
Robert Lembke

Wer zugibt, dass er feige ist, hat Mut.
Fernandel

Wenn man einen falschen Weg einschlägt, verirrt man sich umso mehr, je schneller man geht.
Denis Diderot

07 Sep 2014

Anderer See, anderer Strand, anderes Erlebnis

Schön zu lesen, dass man nicht der einzige in der Region ist, der sich mit der mehr oder weniger gehobenen Gastronomie beschäftigt. Wobei “beschäftigt” eher als neutrales Ersatzwort zu verstehen ist; “rumärgert” wäre auch eine Idee gewesen, oder “aufreibt”. Aber das wäre doch zu wertend gemeint. So war ein anderer Blogger in einem benachbarten Städtchen in größerer Gruppe unterwegs, um negativ aufzufallen. ;-) Gesehen habe ich den beschriebenen Laden auch schon, aber bisher führt der Weg immer vorbei.

Dass man an Seen mit Blick aufs Wasser von einer schönen Terrasse auch ganz andere Erlebnisse genießen kann, soll diese Geschichte zeigen. Wobei es eigentlich etwas ganz anderes zum Abendbrot geben sollte. Ursprüngliche Idee war eine Art Restevertilgung, die durch eine Art Arbeitsessen ersetzt werden sollte. Es gab ein paar Punkte aufgrund einiger Ereignisse in Zukunft und Vergangenheit zu besprechen. Italienisch sollte es werden, aber irgendwie hatten wir kein Glück. Das erste angesteuerte Ristorante war wegen Betriebsferien, das zweite wegen Ruhetag geschlossen. Also suchten wir weiter und wurden fündig. Irgendwie erinnerte das an eine andere Irrfahrt auf der Suche nach Essbarem. Und – um es vorweg zu nehmen – das Erlebnis war durchaus vergleichbar, inkl. Bewertung.

Es war schrecklich. Die Endabrechnung stimmte nicht, die Stühle waren unbequem und es gab keine Crème brûlée. Naja, die Dessertkarte schien eher auf die Tatsache abgestimmt zu sein, dass das Restaurant auch ein Café ist. Bei den Portionsgrößen scheint man auch kein Dessert zu brauchen. Und dass die Stühle unbequem waren, lag vermutlich doch eher an mir … Bei einer gewissen Körperlichkeit werden Sitzgelegenheiten mit Armlehnen manchmal doch etwas eng. Und die Abrechnung stimmte nur von der Zuordnung der Vorspeisen nicht, da sie aber preislich identisch waren, spielte es bei der Summe keine Rolle.

Alles andere – Essen, Atmosphäre und Service – war einfach nur top. Das Wetter ließ es noch zu, auf der Terrasse Platz zu nehmen. Der Blick war wunderbar, über den See in Richtung Stadt oder alternativ in den Sonnenuntergang. Wir saßen gerade und hatten in die Menükarten (leider nicht im Internet verfügbar) geschaut, kam der sehr nette und wie sich im Verlauf des Abends noch herausstellte aufmerksame Service auf uns zu und fragte nach dem Begehr. Vorspeise, Hauptgericht, Getränke. Das übliche eben.

Apropos das Übliche. Die Soljanka war spitze, was sich u.a. dadurch zeigte, dass sie auch eine “Sommersoljanka” war, der, im Gegensatz zur “Wintersoljanka” die Säure fehlte. Frische Gemüse sind verfügbar und mussten nicht durch ihre eingesäuert gelagerten ersetzt werden. Die Bruchetta (immerhin wollten wir ja eigentlich zum Italiener) war irgendwie deutsch, aber lecker und gut gemacht. Auf der Rechnung hieß diese Spezialität dann auch wieder Bruschetta, aber das nur nebenbei.

Manchmal wünscht man sich drei Hände. Pasta mit einem schönen Fischfilet ist eine solche Situation. Immerhin bekommt man dafür auch drei Besteckteile: das Fischmesser – Was soll ich denn mit dem Mini-Tortenheber? – für das Filet, die Gabel für alles andere und den Löffel als Hilfe für die Pasta. Dafür wurde er letztendlich aber nicht verwendet, aber die Paprikawürfel und den kleinen Bohnensalat aus der Garnitur könnte damit wunderbar aufgenommen werden. Dem gut zubereiteten Fisch, der Pasta und den übrigen Salatbestandteilen konnte mit viel Vergnügen sowie der Gabel und dem Fischmesser der Weg in den Mund geebnet werden.

Aber auch das andere Hauptgericht konnte sich sehen und schmecken lassen. Der Klassiker “Zigeunerschnitzel mit Pommes” kam hier in der edleren Version als saftiges Schweinesteak mit einer fruchtig-aromatischen Soße, Pommes und Salatbeilage auf den Tisch. Wer daran mäkeln wollte, muss woanders hin gehen. Dann würde man aber was verpassen.

Unter anderem den Service. Aufmerksam, freundlich, höflich, zuvorkommend und mitdenkend. Nach dem Abräumen des Geschirrs vom Hauptgericht wurde selbstständig nach dem Bedarf bzgl. koffeinhaltiger Heißgetränke gefragt. Der Espresso einer- wie auch der Cappuccino andererseits waren sehr gut (und auch das Wasser war beim kleinen Schwarzen mit dabei). Da zahlte sich wohl aus, dass man auch als Café firmiert. Leere Gläser wurden bemerkt und auf Nachfrage gegen neue, volle ersetzt. Man fühlte sich gut betreut und rundum wohl. Bis auf die Sache mit dem Stuhl, aber der war eben nicht für mich gemacht. ;-)

Wer also mal gut und nicht unbedingt teuer, aber dafür mit schönen Blick über den Tollensesee essen möchte, oder einfach nur einen geselligen Abend erleben möchte, der ist beim Seerestaurant und Café Augusta’s in Neubrandenburg, Lindenstraße 6d, an der richtigen Adresse. Bisher für mich auch das einzige Restaurant, dass die Tollensemaräne auf der Karte hat …

01 Sep 2014

Geistreiche Bemerkungen vom 31.08.2014

Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.
Ingmar Bergman

Die Ungerechtigkeit der Geschichte besteht darin, dass wir die gleichen Augen und Ohren haben wie unsere Vorfahren, obwohl wir weit mehr hören und sehen als sie.
Ernst R. Hauschka

Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.
Erich Fried

Eines Tages schwimmt die Wahrheit doch nach oben. Als Wasserleiche.
Wieslaw Brudzinski

Eine Träne zu trocknen ist ehrenvoller, als Ströme von Blut zu vergießen.
George Gordon Byron

Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt.
Samuel Coleridge

31 Aug 2014

Geistreiche Bemerkungen vom 24.08.2014

Man muss durch schlechte Erfahrungen hindurchgehen und nicht drumherum.
Liza Minnelli

Von der Mehrzahl der Werke bleiben nur die Zitate übrig. Ist es dann nicht besser, von Anfang an nur die Zitate aufzuschreiben?
Stanislaw Jerzy Lec

Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos.
Sigmund Freud

Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.
Matthias Claudius

Was heißt schon für uns Frauen, mit Anstand alt zu werden? Lieber unanständig jung bleiben.
Olga Tschechowa

Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.
Peter Ustinov

24 Aug 2014

Geistreiche Bemerkungen vom 17.08.2014

Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.
André Gide

Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte
Stanislaw Jerzy Lec

Ohne schlechte Menschen gäbe es keine guten Anwälte.
Charles Dickens

Die Menschen müssen begreifen, dass sie das gefährlichste Ungeziefer sind, das je die Erde bevölkert hat.
Friedensreich Hundertwasser

Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.
Berthold Auerbach

Wann immer ich zwei Übeln gegenüberstehe, wende ich mich dem zu, das ich noch nicht ausprobiert habe.
Mae West

17 Aug 2014

Endlich volljährig

Es ist genau 18 Jahre her. Und es ist, als ob es gestern gewesen wäre. Naja, nicht wirklich. Echte Erinnerungen habe ich nicht mehr. Es war ein Mittwoch, es war der 07. August 1996, es war 20 Uhr. Da ging das erste Mal das Genießermagazin auf NB-Radiotreff 88,0 auf Sendung, damals noch unter dem Namen “Betthupferl”. Heute heißt die Sendung “RundumGenuss” und ist erwachsen geworden. Am kommenden Sonntag gibts also die erste Sendung mit Schnaps, die Volljährlichkeit machts möglich. ;-)

Studio 1 beim Offenen Kanal in Neubrandenburg war der “Kreißsaal”. Alle 2 Wochen, immer schön im Wechsel mit CROSS-Jugendradio, ging es über den Sender. Die ersten Sendungen waren sicher noch etwas unbeholfen, obwohl ich mir mit 10 Frühsendungen (8-10 Uhr) und der Comoderation bei einer anderen Sendung etwas Routine verschafft hatte. Aber die eigene Sendung, das ist schon was anderes. Und die Jahre sind auch nicht ganz spurlos an ihr vorbei gegangen. Verschiebungen auf andere Sendetage, Verkürzung und Verlängerung der Sendezeit, mehrere Comoderatoren, eine Umbenennung, da kommt einiges zusammen.

Die letzten Jahre verlief es eigentlich ruhig, ganz untypisch für eine Pupertät. Dafür gab es dafür durchaus ein paar Zeitpunkte, an denen es hätte zu Ende sein können. Aber – und das kann man in aller Deutlichkeit sagen – der Spaß obsiegte und Spaß macht es auch immer noch. Mal sehen, wo es sich in der nächsten Zeit hinentwickelt. Und eine Weile wird es die Sendung sicher noch geben. Die 1000. Sendung zeichnet sich am fernen Horizont hab, immerhin ist die kommende die 918. Ausgabe. Genullt wird dann Anfang März 2016, und im August des gleichen Jahres ist dann 20. Geburtstag.

Wie feiert eine Radiosendung heute ihren Geburtstag? Nun, der Abend des Donnerstags ist im allgemeinen bestimmt von der Vorbereitung der Ablegersendung “Freitag nach eins“. Vielleicht stoßen die beiden Sendungen ja an, wenn es eine kleine Pause gibt, mit ein paar Gläsern bunter Noten, gemixt mit wohlfeilen Worten und getragen auf Hertzschen Wellen …

07 Aug 2014

Geistreiche Bemerkungen vom 03.08.2014

Manche kluge Frau ist nur deshalb allein, weil sie es nicht verstanden hat, ihre Klugheit zu verbergen.
Daphne du Maurier

Höflichkeit ist der Versuch, Menschenkenntnis durch gute Manieren zu mildern.
Jean Gabin

Mit Kummer kann man allein fertig werden, aber um sich aus vollem Herzen freuen zu können, muss man die Freude teilen.
Mark Twain

Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
Benjamin Disraeli

Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es auf jeden Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.
Hermann Hesse

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhoeffer

03 Aug 2014

B(ä/ee)renjagd am See (aktualisiert)

Vorschusslorbeeren sind so eine Sache und ein mindestens zweischneidiges Schwert. Da hört man allerlei gutes von einer gastlichen Stätte, und geht dann natürlich mit hohen Erwartungen auch mal hin. Andererseits geht man meist nicht in ein Restaurant, von dem man nur schlechtes gehört hat. Letzteres wird meist gemieden, während bei ersterem dann die Fallhöhe umso höher ist, wenn’s schief geht. Erfüllt aber der gastronomische Betrieb die in ihn gesetzten positiven Erwartungen, ist es dafür umso schöner.

Geleitet von einigen guten Empfehlungen führte uns der Weg zu einer gastlichen Stätte, die es in der Form noch nicht so lange in Neubrandenburg gibt. Das Wetter lud zum Verweilen auf der Terrasse ein, die einen wunderschönen Blick über grüne Teile der Stadt bot. Da wir dort auch nicht die einzigen waren, bemerkte uns der Service schnell und wir nahmen ersten Kontakt auf. Die Bestellung aufzugeben erwies sich als etwas umständlich, da es am Tisch nur eine Menükarte gab. Selbst ein Hinweis auf diesen Umstand führte nicht dazu, dass weitere gebracht wurden. So waren die Merkleistungen der Gäste herausgefordert, die ausgewählten Gerichte ohne Karte im Kopf zu behalten.

Wobei die Speisekarte erfreulich kurz war. Meine These ist ja: “Je kürzer die Speisekarte, desto besser das Essen.”, wobei ich inständig hoffe, dass das dabei erwartbare mehr an selbstständiger Küchenarbeit auch zu einer besseren Qualität auf dem Teller führt. 6 Vorspeisen, 8 Hauptgerichte, ein Dessert plus ein paar Eiskreationen waren zu haben. Und nichts las sich wie das übliche verdächtige Zeug, was einem leider viel zu oft begegnet. Man durfte also gespannt sein.

Die Bestellung wurde aufgegeben und wir harrten gespannt auf das, was uns in Kürze erbauen würde. Handwerklich zubereitet – was länger währt, wird gut. Nach 40(!) Minuten kam immerhin ein kleiner Gruß aus der Küche, eine weiße, leicht würzige Creme, ein paar Weißbrotscheiben und EIN Messer. Preisfrage: Es sitzen 3 Leute am Tisch, wieviele Brotscheiben legt man dem Cremetöpfchen bei? Je nach Größe 3, 6 oder 9 – wäre so meine Logik. Es lagen fünf dabei. Fünf Scheiben, die auch nicht verhehlten, dass sie schon eine Weile auf ihren Einsatz gewartet hatten. Diese hatten ihre Knusprigkeit, die durch eine gepflegte Röstung oder Toastung durchaus angenehmer hinzubekommen gewesen wäre, von ganz allein erreicht.

Die Vorspeisen waren übrigens lecker. Wenn auch einer nicht ganz das bekommen hatte, was er eigentlich wollte, aber er hatte sich auch nicht ganz klar ausgedrückt. Geschenkt. Da ist dem Restaurant kein Vorwurf draus zu machen. Das leicht gehobene Preisniveau der Einrichtung schien sich aber auch unter anderem durch die Größe der Portionen zu erklären. Ein Quäntchen Kulinarik mehr, und es hätte eines Hauptgerichtes nicht mehr wirklich gebraucht. Die kurze Dessertliste hätte stutzig machen müssen. Die Esser bemerkten aber sehr wohlwollend, dass sich die Küchenleistung und das echte Selbermachen und nicht nur Aufwärmen positiv bemerkbar mache. Die Ideen eines Neubrandenburger Anti Pasti-Tellers, einer Fischboulette auf warmem Kartoffelsalat oder einer Pilzpfanne mit Kartoffelkuchen sprechen für den Anspruch und die Philosophie, nach denen hier gekocht wird.

“Frische Bandnudeln” heißt übrigens nicht “Selbst gemachte Bandnudeln”, dessen muss man sich bewusst sein, wenn man Speisekarten liest. Vielleicht wären es ja weniger gewesen, wenn sie selbst gemacht worden wären, aber sie gingen ob ihrer Menge auf dem Teller zum Teil wieder zurück in die Küche. Die Portionsgrößen in den Restaurants …. aber lassen wir das. Ansonsten war das Gericht schon in Ordnung, wenn auch nur sehr feinsinnig gewürzt. Das zog sich allerdings durch alle drei Hauptgerichte durch: Dezents in der Würzung. Die Spanferkelbäckchen auf dem Linsensalat mit knackigem Gemüse (rohe Möhren eben) überzeugten durch ihren zarten Biss (also die Bäckchen), während Linsen und vor allem die Möhren doch durch ihren Vitaminreichtum auffielen. Die stellenweise aromagebende Minze wäre verzichtbar gewesen, hätte der ganze Salat nach mehr geschmeckt.

Muss ein Hauptgericht, vor allem, wenn es zum Abendbrot verzehrt wird, eigentlich warm sein? Kommt drauf an. Der Tomatensalat war natürlich kühl, die Auberginenwürfelchen darin auch. Aber ein Brotauflauf oder ein mariniertes Maishähnchen? Spätestens bei letzterem – zumal mit Haut serviert – darf man eine gewisse innere Wärme und Ansätze von Knusprigkeit der Haut erwarten. Wenn natürlich schwabbelige Haut und ungares Fleisch zum Konzept gehört haben sollen, haben wir es wohl fehlinterpretiert.

Das Dessert fiel aus. Der Espresso kam, das war schon von weitem zu sehen, formvollendet (also mit dem kleinen Wasser) an den Tisch. Schade nur, dass die Tasse, genau wie auch die Cappuccino-Tasse, bei genauerer Betrachtung verrieten, dass dies an dem Tag wohl nicht ihr erster Einsatz war. Immerhin, der beigelegte Löffel war sauber; schmeckte er doch beim Cappuccino-Schaum-Ablecken irgendwie ein bisschen nach Seife.

Zum Schluss noch was positives: Die Biere waren frisch gezapft, die Cola wohlschmeckend und bei der Fruchtsaftschorle war bei der Bestellung nicht von irgendwelcher Kohlensäure im Wasser die Rede. Die Vorschusslorbeeren verwelken irgendwo in einer Ecke. Bleibt zu hoffen, dass der Koch vielleicht Urlaub hatte (schließlich ist Urlaubszeit) oder irgend etwas anderes zu diesem Ergebnis führte. Vielleicht wechselt die Rethra Seeperle auch regelmäßig die Karte (die Quellen der Lorbeeren sprachen auch von anderen Gerichten) und man sollte die nächste nochmal probieren. Die Grundidee, die hinter dem gastronomischen Konzept steckt, die Philosophie finde ich nämlich gut. Nur die Ausführung …

Aktualisierung: Eben war ich mal auf der Facebook-Seite der Gaststätte. Da war, wie der Zufall so spielt, meine Vorspeise abgebildet. So sah die aber bei mir nicht aus, die Gurken fehlten völlig …

28 Jul 2014

Geistreiche Bemerkungen vom 27.07.2014

Es genügt nicht, dass zur Sache zu reden, man muss zu den Menschen reden.
Stanislaw Jerzy Lec

Zu einem vollkommenen Menschen gehört die Kraft des Denkens, die Kraft des Willens, die Kraft des Herzens.
Ludwig Feuerbach

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.
Christian Morgenstern

Die Torheit begleitet uns in allen Lebensperioden. Wenn einer weise scheint, liegt es daran, dass seine Torheiten seinem Alter und seinen Kräften angemessen sind.
François de La Rochefoucauld

Langeweile, zur rechten Zeit empfunden, ist ein Zeichen von Intelligenz.
Clifton Fadiman

Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.
Konfuzius

Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: “Was will eine Frau eigentlich?”
Sigmund Freud

27 Jul 2014