Wem die Stunde geschlagen hat

Bing! macht die Mikrowelle und für viele Menschen ist das leider auch gleichzeitig der Essensgong. Natürlich kann man diesen strahlenden Küchenhelfer wunderbar benutzen, um eine Tasse Milch zu erwärmen, Zwiebeln glasig anzuschwitzen oder Kartoffeln zu garen, aber um wirklich Essen darin zuzubereiten, braucht es schon etwas Hirnschmalz. Und alles geht natürlich auch nicht. Was geht sind Spiegeleier ohne Bratspuren. Oder Würstchen mit geplatzter Pelle. Oder ganz schnell flüssige Butter.

Aber wir kommen vom Thema ab und das lautet: Gutes Essen. Und das man in der Region durchaus auch gut essen kann, haben wir schon an einigen Beispielen gezeigt. Es sind zwar wenige, aber es gibt sie. Und manchmal findet man eine Perle an einem Ort, wo man sie nicht vermutet.

Der Ortsteil von Neubrandenburg, um den es geht, bringt der Stadt so einiges: die preiswerteste Tankstelle, schöne Anblicke über die ganze Stadt und die Adresse Dorfstraße XY in 17033 Neubrandenburg. Ja, die Vier-Tore-Stadt hat auch eine Dorfstaße im Stadtgebiet. Seit 1961. Da wurde Weitin eingemeindet und dort gibt es eine Dorfstraße. Nach wie vor. Aber das nur nebenbei.

Im Gewerbegebiet Weitin steht ein Hotel und dieses hat ein Restaurant und in diesem hängt nicht nur eine Uhr. Deswegen heißt es auch “Die Uhr”. Und wer dort hingefunden hat, den erwartet eine sehr angenehme Küche und ein freundlicher Service. Näheres dazu gibt es im PodCast.

Geistreiche Bemerkungen vom 12.04.2015

Die Reparatur alter Fehler kostet oft mehr als die Anschaffung neuer.
Wieslaw Brudzinski

Wirklich reich ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat, als die Wirklichkeit zerstören kann.
Hans Kruppa

Nie hat ein Dichter die Natur so frei ausgelegt, wie ein Jurist die Wirklichkeit.
Jean Giraudoux

Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen.
Pythagoras von Samos

Mit Adleraugen sehen wir die Fehler anderer, mit Maulwurfsaugen unsere eigenen.
Franz von Sales

Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.
Friedrich Nietzsche

Geistreiche Bemerkungen vom 05.04.2015

Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst.
Mark Twain

Die schlimmsten Fehler werden gemacht in der Absicht, einen begangenen Fehler wieder gut zu machen.
Jean Paul

Jeder Mensch macht Fehler. Das Kunststück liegt darin, sie dann zu
machen, wenn keiner zuschaut.
Peter Ustinov

Ist nicht sofort ersichtlich, welche politischen oder sozialen Gruppen, Kräfte oder Größen bestimmte Vorschläge, Maßnahmen usw. vertreten, sollte man stets die Frage stellen: Wem nützt es?
Wladimir Iljitsch Lenin

Glück gleicht durch Höhe aus, was ihm an Länge fehlt.
Robert Frost

Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.
Konfuzius

Geistreiche Bemerkungen vom 29.03.2015

Sport ist eine Methode, Krankheiten durch Unfälle zu ersetzen.
Anonym

Takt ist eine schreckliche Sache. Wenn man ihn nicht hat, regt sich jeder auf. Wenn man ihn hat, merkt es kein Mensch.
Shirley MacLaine

Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.
Bertolt Brecht

Recht zu haben ist nur halb so schön, wenn kein anderer Unrecht hat.
Orson Welles

Lass dich nicht gehen, geh selbst!
Magda Bentrup

Tradition ist die Methode, die verhindern will, dass Kinder ihre Eltern übertreffen.
Jean Jaurès, Politiker

Geistreiche Bemerkungen vom 22.03.2015

Die Weisheit eines Menschen misst man nicht nach seinen Erfahrungen, sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen.
George Bernard Shaw

Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, dass Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann.
Samuel Butler

Mein Vater gab mir den besten Rat meines Lebens. Er sagte: „Was du auch tust, auf keinen Fall darfst du mit 65 aufwachen und darüber nachdenken, was du versäumt hast.“
George Clooney

Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
Blaise Pascal

Die meisten Menschen denken hauptsächlich über das nach, was die anderen Menschen über sie denken.
Sean Connery

Durch die Gasse der Vorurteile muss die Wahrheit ständig Spießruten laufen.
Indira Gandhi

Frisch, aufmerksam und interessant

Seit einige Zeit gibt es hier auf der Seite die Rubrik “MwEuDwd – Martin war essen und Dirk war dabei”, die sich aus der Radiosendung speist, aber in guter Tradition steht zu den Restaurantkritiken, die hier auch schon vorher veröffentlicht wurden. Sicher gibt es bei einem solchen Thema viele Subjektivitäten, aber man kann da durchaus auch ein paar objektive Kriterien festmachen, an denen man sich entlang hangeln kann. Und da die Rubrik, wie die Statistik zeigt, Interesse beim Leser hervorruft, schauen wir mal hinter die Kulissen.

Von den Regeln des menschlichen Miteinander und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten kann man ausgehen, um Sauberkeit, Höflichkeit, Ordnung und dergleichen zu bewerten. Das stellt eine beinahe nicht erwähnenswerte Basis – weil selbstverständlich – dar. Ausreißer nach oben und unten können natürlich trotzdem gewürdigt werden. Der Blick ins Klo sollte auch hier nie ein Griff in selbiges sein. Saubere Tischtextilien, sauberes Besteck und Geschirr sollten ebenfalls zu den Selbstverständlichkeiten gehören.

Der Service. In einem Restaurant und in einer Gaststätte beinahe genauso wichtig wie das Essen. Wer beim abschließenden Espresso noch weiß, welche Variante welcher Gast  bestellt hat und ihn ohne Nachfrage richtig serviert, hat schon einen dicken Stapel Pluspunkte. Desgleichen beim Aufteilen der Rechnung. Sehr gute Servicekräfte haben das im Kopf, gute ein System auf ihren Notizzetteln. Leere Gläser sollten selbstständig bemerkt werden, nicht nur bei den alkoholischen Getränken. Dezente Aufmerksamkeit dem Gast gegenüber sollte selbstverständlich sein. Manchmal lebt der Charakter eines Hauses auch von der Originalität des Service, das ist auch nicht schlimm. Aber hier macht  auch die Dosis das Gift. Aber ein guter Service erkennt, wie weit er gehen kann. Originell kann man aber nur dann sein, wenn die Basisarbeit stimmt.

Das Essen. Frisch zubereitet aus frischen Zutaten. So wenig wie möglich (Industrie-)Convenience, nur im Restaurant selbst hergestelltes ist gut. Selbst bei den eigentlich überflüssigen Sättigungsbeilagen muss es nicht sein. Apropos satt: Die Portionsgröße spielt bei der Bewertung auch eine Rolle. Hier gilt ebenso: Die Dosis machts. Portionen, die garantiert jeden satt machen (mit Sicherheitsreserve) führen zur Negativbewertung. Überdimensionierte Hauptgerichte und leere Dessertkarten sprechen Bände. Außerdem: Qualität hat ihren Preis. Das heißt nicht, dass jedes gute Essen auch teuer sein muss. Regionales Essen nach der Saison ist preislich nicht zu schlagen. Aber ein Schnitzel unter 10 Euro kann nur Industrieware sein, für den Preis bekommt man es nicht durch einen Koch geschnitten, mehliert, durch Ei und Semmelbrösel gezogen sowie in Butterschmalz gebacken.

Man geht schließlich essen, um die Kochkunst der Küche zu genießen. Tiefgekühltes aufwärmen könnte ich auch zu Hause.

 

Geistreiche Bemerkungen vom 15.03.2015

Die Wahlphilosophie der Parlamentskandidaten besteht einfach darin, dass sie ihrer linken Hand erlauben, nicht zu wissen, was ihre rechte tut. Und so waschen sie beide Hände in Unschuld.
Karl Marx

Beliebtheit sollte kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets längst im Senat.
Orson Welles

Wahlen allein machen noch keine Demokratie.
Barack Obama

Demokratie ist eine Regierungsform, die freie Diskussion voraussetzt, doch ist dies nur erreichbar, wenn die Leute aufhören zu quatschen.
Clement Attlee

Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten, die Wolle abzuscheren.
Romain Rolland

Politiker sollten nicht an die denken, die ihnen die Wahl ermöglicht, sondern an die, die sie gewählt haben.
Unbekannt

Geistreiche Bemerkungen vom 08.03.2015

Wenn Frauen wüssten, was Sekretärinnen von ihren Chefs denken, hätten sie eine Sorge weniger.
Danny Kaye

Die Frau hat jahrhundertelang als Lupe gedient, welche die magische und köstliche Fähigkeit besaß, den Mann doppelt so groß zu zeigen, wie er von Natur aus ist.
Virginia Woolf

Frauen würden sich leichter damit abfinden, dass ihr Mann später nach Hause kommt, wenn sie sich wirklich darauf verlassen könnten, dass er nicht früher da ist.
Colette

Aus dem Bewusstsein, gut angezogen zu sein, empfängt eine Frau mehr innere Ruhe als aus religiösen Überzeugungen.
Ralph Waldo Emerson

Je mehr sich die Männer den Wünschen der Frauen anpassen, desto weniger können die Frauen mit ihnen anfangen.
Camille Paglia

Eine Frau, die mit einem Archäologen verheiratet ist, darf sich glücklich schätzen, denn je älter sie wird, desto interessanter wird sie für ihren Mann.
Agatha Christie

Geistreiche Bemerkungen vom 01.03.2015

Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen.
Robert Frost

Die Autorität des Lehrers schadet oft denen, die lernen wollen.
Marcus Tullius Cicero

Um Erfolg zu haben, brauchst du nur eine einzige Chance.
Jesse Owens

Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.
Ingmar Bergman

Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.
Wladimir Iljitsch Lenin

Es ist gefährlich, einen extrem fleißigen Bürokollegen einzustellen, weil die anderen Mitarbeiter ihm dann dauernd zuschauen.
Henry Ford

Sonntags Abendbrot in Neubrandenburg – Lost In Space

Uns begegneten aber keine UFOs – Unbekannte Fleischähnliche Objekte. Es war schon richtiges Fleisch. Irgendwann mal. Wobei das Steak in Ordnung war. Nur das Schwein nicht. Das Geflügel ging. Das Lamm war tot. Hurz! Der grüne Brokkoli war knakkig. Oder Matsch. Und zu allem gab es Melone, Ananas und Orange. Und keine Creme Brülée. Und keine Soljanka.

Aber nun im Ernst. Und kurz gefasst, da ich vor einiger Zeit schon einmal, allerdings in anderer Konstellation, dort essen war. Es hat sich nicht viel geändert, nur das Wetter war kühler, so dass wir diesmal drinnen Platz nahmen. Die Atmosphäre war angenehm, der Service individuell, was aber durchaus positiv zu verstehen ist. Den abschließenden Espresso gab es immerhin mit Wasser, wie es sich gehört. Und auch der Cappuccino war gut. Aber das war er damals auch schon.

Der Rest ist die alte Leier: Convenience, wohin das Auge schaute. Und damit meine ich nicht nur die Sättigungsbeilagen, auch das Fleisch schien vorkonfektioniert, die Soßen aus großen Eimern oder Flaschen und vieles andere (frittierte Champis, Kartoffelspalten, Fleisch, usw.) aus dem TK-Bereich zu entstammen. Es war keine Kochkunst auf dem Teller, eher das Ergebnis garender Küchengeräte, die aber auch richtig bedient werden wollten.

Es ist zwar schick, dass das Essen in schmiedeeisernen Pfannen direkt an den Tisch kommt, die so heiß sind, dass man selbst von weiter entfernten Tischen das Brutzeln noch hört. Wenn aber ein zartes, medium gegartes Lammfilet in so einem überhitzten Teil den langen Weg von der Küche bis zum Gast nimmt und auch auf dem Tisch noch ein paar wenige Minuten – man möchte Sekunden sagen – bis zum Verzehr steht, dann ist das Filet DURCH und tot. Der sonstige Pfanneninhalt (Zwiebel, Tomate, …) bildete währenddessen ausgeprägte Röstaromen.

Apropos Aromen: In der zweiten Eisenpfanne (“Vorsicht heiß!”) befand sich relativ neutral im Geschmack und beim besten Willen nicht heiß zu nennende Speise, die samt den kleinen dazu gereichten Putzläppchen und den zwei Dippsoßen, von denen die Salsa auch irgendwie eine Farbe hatte, als ob sie schon eine Weile in Betrieb ist, nicht wirklich überzeugte. Das fehlende Salz schien sich auf dem dritten Teller wiederzufinden, der damit gut ausgestattet war. Das Potburry aus Rind-, Geflügel- und Schweinefleisch war eher durchwachsen, wobei sich beim Schweinesteak der Vergleich mit einer Schuhsohle irgendwie aufdrängte.

Der unten anhängende Podcast, Aus- und Mitschnitt aus der Sendung “RundumGenuss”, ist – wie die ganze Sendung – unter etwas eigentümlichen Begleitumständen entstanden. Sowohl Martin als auch der im Hintergrund anwesende dritte Mann verbrachten doch einige Zeit – während in der Sendung Musik lief – in den gekachelten Räumlichkeiten des Senders. Mehrfach. Das kann natürlich auch ein Zufall gewesen sein …

Das “La Paz” in Neubrandenburg ist also nur Leuten zu empfehlen, die preiswerte Essensimulationen aus aller Welt probieren wollen. Die Kaffeegetränke können aber auf jeden Fall empfohlen werden, und vermutlich sind auch die Cocktails lecker, aber die haben wir nur gelesen, nicht probiert.