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Marcus Reckewitz und Hannes Bertschi haben mit dem Untertitel "Man schmeckt nur, was man weiß" ein hervorragendes Buch herausgebracht, dass ich jedem Genussmenschen nur ans Herz bzw. an den Magen und die Zunge legen kann. "Safran, Sushi und Prosecco" (ISBN: 978-3502150282) ist kein Kochbuch und keine Rezeptsammlung, dreht sich aber trotzdem um Essen und Trinken und sammelt viel Wissenswertes aus kulinarischen Höhen und Abgründen.

Bewusstes Genießen sollte eigentlich bei jedem ganz weit oben stehen, ließen sich doch auf diesem Weg viele ernährungsbedingte Beschwerden und Krankheiten von vornherein vermeiden. Dafür eine Basis zu legen, ist das Buch durchaus hilfreich, blickt es auch nicht nur auf den Teller oder ins Glas, sondern auch darüber hinaus, weiter, als das Tischtuch reicht.

Besondere Zustimmung und Erheiterung brachte mir der Artikel über den bereits im Titel des Buches enthaltenen Prosecco, steht er (der Artikel, nicht der Prosecco) doch stellvertretend für viele andere Produkte unserer Nahrungsmittelindustrie (allein dieser Begriff und das, was dahinter steht, gehören verboten). Ein Zitat: "... wenn man daran glaubt, dass Discounter für ein Almosen in der Lage sind, Gold in Flaschen abzufüllen, dann, ja dann ist man der ideale Kandidat für eine komplette Vollverarschung." Nicht umsonst gab es schon eine Reihe von Produktfälschungen, gerade auch bei eigentlichen Qualitätsprodukten, bei deutschen Discountern.

Zwei grundlegende Fehlentwicklungen sehe ich: Zum einen die "Geiz ist geil"-Mentalität des Verbrauchers und zum anderen seine bereits fortgeschrittene geschmackliche Verbildung. Oder warum bildet sich ein Auflauf um Kühltruhen, wenn Hackfleisch im Sonderangebot (zwei Wörter, die sich eigentlich ausschließen sollten) angeboten wird? Oder es wird ein Gemisch von Milchpulver, löslischem Kaffee, Zucker, Aroma, heißem Wasser, gedeckelt mit Schlagsahne, als Cappuccino akzeptiert, einem Getränk, das eigentlich aus einem Espresso (oder auch zwei) und einer Milchschaumhaube besteht. Es kann natürlich auch sein, dass es bei Cappuccino den "Trüffel"-Teekessel-Effekt gibt: Trüffel ist ja zum einen auch eine Schokoladen-Spezialität und zum anderen ein Pilz, der nicht nur Schweine anlockt.

Besonders perfide sind dann immer die Konsumenten, die sich über die Qualität von z. Bsp. Fleisch aufregen, dieses aber trotzdem immer dort kaufen, wo es am billigsten ist. Und das, obwohl es in unserer Region mindestens einen Fleischerzeuger und -verkäufer gibt, der nicht nur die Tier selber aufzieht, sondern auch das Futter noch selber anbaut (soweit ich weiß). Qualität hat nunmal ihren Preis und wer nicht bereit ist, diesen auch zu bezahlen, der darf sich hinterher auch nicht beschweren.

Aber das Thema ist so umfassend, dass man darüber ewig schreiben könnte. Deswegen zurück zum Buch und damit dem Auslöser für diesen Beitrag. Wer lesen kann, dem sei es empfohlen, es gibt es in der broschierten Fassung für unter 10 Euro. Der Buchhandel berät da sicher gern. Als Hörbuch habe ich noch nicht gefunden. Das wäre aber mal eine Idee, zum Nebenbeihören beim Kochen. 😉

Marmelade oder Schinken, Honig oder Käse? Für die kulinarische Befriedigung am Morgen gibt es zahlreiche Modelle. Wer eher der herzhaften Varianten anhängt und manchmal morgens an leichter Appetitlosigkeit leidet, dem sei zur Zeit ein kleiner Spaziergang über den Neubrandenburger Wall, speziell zwischen den Abzweigungen Fritz-Reuter-Straße und Rostocker Straße empfohlen. Die Empfehlung: Schlendern und mit (fast) allen Sinnen genießen.

So habe ich es heute früh gemacht: die blühenden Wallwiesen, der dezente, frische Bärlauchduft in der Luft, die taubetröpfelten Pflanzen im Licht der aufgehenden Sonne. Nur die Geräusche des montagmorgendlich berufsverkehrgenutzten Ringes störten ein wenig.

Memo an mich: Morgen früh Walkman nicht vergessen!

Was der morgendliche Spaziergang gebracht hat? Auf jeden Fall den Appetit auf ein herzhaftes Frühstück.

Eigentlich für ein Internetprojekt, aber dann doch nicht genommen, habe ich ürsprünglich als Fülltext eine Speisekarte entwickelt, deren beste Gerichte ich hier mal vorstellen möchte. Sollte sich jemand bereit fühlen, sowas mal zu kochen, wäre ich gern eingeladen.

Hier also die Karte (die konsequente Kleinschreibung war Eigenheit des Restaurants, für das die Seite war):

vorspeisen

bruscetta nach art des hauses
mal ohne tomate, zwiebel, knoblauch und gewürze, sondern mit butter und orangenmarmelade

suppe
meistens heiß, es ist auch alles drin, was sich beim auffegen noch essbares in der küche fand

abwaschwasser
lauwarm, mit fettaugen, aber das spülmittel ist mit aloe vera, also physiologisch wertvoll

stulle auf brot
kohlenhydrate bis zum abwinken. die stulle ist auf vorzüglichste molekularisiert worden und hat so schon sehr frühzeitig den geschmack von altem brot angenommen.

kalte küche

chefsalat
scheiben vom chef, sauer eingelegt, mit einem apfelchutney an balsamico-reduktion

rumfort-salat
mit allem, was rumliegt und fort muss, dazu ein dressing mit bestem olivenöl und einer balsamico-reduktion

deutsches sushi
denken sie sich beim sushi den fisch, den reis und die algenblätter weg und nehmen dafür wurst- und bratenaufschnitt: das ist mal was anderes
dazu empfohlen: eine balsamico-reduktions-zabaione

geeiste gazpacho
frisch vom herd schmeckt sie am besten, kurz vor dem servieren besprüht mit einer balsamico-reduktion

Überraschungs-Nr. 12
Nr. 12 aus der bestelliste eines möglichst weit entfernten und zufällig ausgewählten essenbringdienstes, bis das essen im restaurant ist, ist es kalt

hauptspeisen

großes steak vom sojarind
mit viel proteinen, eiweißen, dazu als sättigungsbeilage ein schnitzel

variationen von seafoot
gegrillte haifischflossen, geschmorte hummerkeule und gedünsteter krabbenfuß mit dreierlei soßen und einem algensalat

5 tierische kleinigkeiten
filet vom hühnchen, kaninchenbäckchen, wachtelflügel, coppa von der poularde und geräucherte hasenburst mit 5 erbsen, 5 linsen, 5 reiskörnern, 5 wildreissamen und 5 gerstengraupen mit 5 Tropfen Jus von der Perlzwiebel

spinat und spiegelei (edelfassung)
4 gebratene störeier auf einer lasagne aus 2 kartoffelhobelscheiben und 2 spinatblättern

leckerli

wurstbrotwurst
auf einer brotsalami angerichteter aufschnitt von fleischwurst, leberwurst, teewurst, blutwurst, mettwurst, mortadella u.a. (je nach wunsch und angebot)

mini berliner leibgericht
geschabter heißer kalbshackbraten an feinsten gemischten krautsalaten mit tranchen von tomate und gurke, sauce aioli, dazu ein fladenbrötchen

zopfgemüse
julienne von lauch, karotte, pastinake, stangensellerie und kohlrabi, al dente gegart und zu einem gemüsezopf geflochten, dazu eine sauce guacamolaise* und graupenpolenta
*) sauce guacamolaise wie hollandaise, nur statt mit butter mit geschmolzener avocado zubereitet

desserts

heiß mit eis
vanilleeis mit heißen Früchten, wahlweise kirschen, himbeeren, litschi oder schmorgurken

ochsenauge mit synaptischem kurzschluss auf halloween-art
ringförmiges gebäck mit marzipan und kürbiskonfitüre mit ganzen früchten
der kurzschluss: ochsenauge -> moschusochse -> moschuskürbis -> hokkaido

sinnenfreude
mit allen geschmackssinnen genießen: ingwer-tamarinde-omlett mit kandierten zichorienwurzelchips
die geschmackssinne in der gleichen reihenfolge: scharf, sauer, umami, süß, bitter

 

Wer sich also von der Menüliste angezogen fühlt, kann mich ja mal zum Essen einladen. Und sollte dies ein Gastronom mit eigenem Haus und übersichtlicher Speisekarte mit öfters wechselnden Gerichten lesen, ich habe da noch eine kleine Webseite rumliegen, die schnell angepasst werden kann und nix kostet.

Über Essen aus Dosen gibt es viele Meinungsäußerungen. Gerade auch die Verbände der Hersteller weißblechumwickelter Nahrungsmittel heben immer wieder ihre hohe Qualität hervor. Und sicher haben sie Vorteile, die sich im wesentlichen um die lange Haltbarkeit solcher Dinge ranken.

Allerdings sind die fertigen Nahrungsmittel aus Dosen meist nur bedingt empfehlenswert, spätestens vom kulinarischen Wert her. Halbfertige Sachen (zum Beispiel Sauerkraut, saure Gurken usw.) sind da schon besser.

Aber es gibt eine Sache in Dosen, die ich schon vor einiger Zeit gefunden, mit der ich mich gerade aber erst wieder massiv eingedeckt habe. Die Dose an sich ist zwar relativ klein, neben der Laschenöffnung gibt es auch noch einen Plastdeckel zum Zwischendurchimmermalwiederverschließen, den ich aber meist nicht brauche, da ich mich über den Doseninhalt so hermache, dass er nicht lange vorhält. Grünlich gelb sieht die Dose aus, ähnlich in der Art auch der Inhalt. Wobei sich ebenfalls noch ein kleines weißes Tütchen in der Dose befindet, dass man auf keinen Fall mitessen sollte, dazu ist es auch nicht gedacht. Es dient nur dazu, den Inhalt der Dose trocken zu halten.

Der Inhalt bzw. genauer der Verzehr desselben hat mich schon davon abgebracht, Kartoffelchips zu essen. Die ungarisch gewürzten schmecken mir gar nicht mehr (zu süss, zu lasch), die anderen Geschmacksrichtungen waren sowieso nie so ganz mein Ding. Bis auf eine, die gelegentlich auch heute noch den Weg in meinen Verdauungstrackt findet: Peperoni bzw. andere, ähnlich scharfe Dinge.

Die Ursache vermute ich in meiner Dosenvorliebe, deswegen sei das Rätsel jetzt auch gelöst, was sich als Knabberkram in meiner persönlichen Hitliste ganz nach oben gekämpft hat: Getrocknete Erbsen mit Wasabi überzogen. Lecker! In ähnlicher Aufmachung gibt es zwar mittlerweile auch Bohnen und Erdnüsse mit Wasabi, aber die Erbsen sind der Renner.

P.S.: Geistige Getränke, in hohen Dosen genossen, waren nicht an diesem Text beteiligt, nur ein Latte Macchiatto. 😉

Nach einer immer wieder durch Wachsein unterbrochenen Nacht stellt sich mir die Frage: Was passiert mit dem Koffein einer Cola, wenn diese leicht einfriert?

Zur Erläuterung: Zur Zeit lagere ich meine Getränke der Kühlung wegen auf dem Balkon. Dabei habe ich meine Vorliebe für wirklich eiskalte Cola wieder entdeckt. Gestern abend, kurz vor dem Schlafen gehen, eröffnete ich mir eine Flasche dieses Getränks, genauer gesagt: Es war eine Vanille-Cola. Durch die Temperaturen auf meinem Balkon war diese leicht eingefroren, lauter Wassereinskristalle bildeten sich (Wer sowas schon mal gesehen hat, weiß, was ich meine. Es sah aus, als ob ein Schneeball in der Cola schwamm und sich mit dem Getränk vollgesogen hatte).
Dadurch, dass dieser "Schneeball" oben schwamm, kam dadurch nun besonders viel ins Glas, dass ich dann noch nach und nach leerte.

Nun nochmal die Frage: Kann es sein, dass sich in diesem "Cola-Schnee" das Koffein ansammelt? Normalerweise habe ich kein Problem damit, vor dem Schlafen gehen Cola zu trinken. Aber die letzte Nacht war so unruhig, als ob ich eine von den koffeinangereicherten Colagetränken zu mir genommen hätte.

Weiß jemand Rat?

Eine Frage, die mich schon seit längerem umtreibt: Gibt es in Neubrandenburg einen Imbiss-Laden, der Gyros anbietet? Dönerläden gibt es ja an jeder zweiten Ecke. Aber Gyros?

Wobei sich mir da nebenbei gleich noch die Frage steht, wo (außer in der Schnittart) sich die Unterschiede im Döner- und im Gyrosfleisch manifestieren?

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