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Der Mensch, der Gutes wirkt, gleicht einem Obstgarten, der voll ist von den Früchten guter Werke.
Hildegard von Bingen, dt. Äbtissin, 1098 - 1179

Intelligenz lässt sich nicht am Weg, sondern nur am Ergebnis feststellen.
Garri Kasparov

Wer Freizeit und Freiheit verwechselt, nimmt sich vermutlich zu wenig Zeit für Freiheiten.
Karl Feldkamp, dt. Kommunikationstrainer u. freier Autor, 1981 Xylos-Lyrikpreis, geb. 1943

Wer sich allein langweilt, ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend.
Ben Kingsley

Die Geizigen sind den Bienen zu vergleichen: sie arbeiten, als ob sie ewig leben würden.
Demokrit, griech. Naturphilosoph, 460 - 370 v.Chr.

Männer widerstehen häufig den stärksten Argumenten. Und dann unterliegen sie einem Augenaufschlag.
Katherine Hepburn, Katharine Houghton Hepburn, amerikan. Schauspielerin, mehrfache Oscar-Preisträgerin, 1907 - 2003

Die ganze Kunst des Redens besteht darin, zu wissen, was man nicht sagen darf.
George Canning, brit. Premierminister, 1770 - 1827

Oft erkennt man wie dumm man war, aber nie, wie dumm man ist.
Oscar Wilde, Oscar Fingall O'Flahertie Wills, irisch. Lyriker, Dramatiker u. Bühnenautor, (1891 'Das Bildnis des Dorian Gray'), 1854 - 1900

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Es wäre wieder an der Zeit, Zeit zu haben.
Elfriede Hablé, österr. Aphoristikerin u. Musikerin, geb. 1934

Auf Prinzipien kann man ausrutschen wie auf einer Bananenschale.
Nelson Mandela, Politiker

Früher war die Naturwissenschaft ein Mittel zur Abwendung von Naturkatastrophen. Heute zur Anwendung.
Jeannine Luczak

Wer alles ernst nimmt, hat in seinem Leben nichts zu lachen.
Ernst Ferstl, österr. Lehrer, Dichter u. Aphoristiker, geb. 1955

Wir sprechen zu viel, und wir sehen zu wenig.
Richard Wagner, Wilhelm Richard Wagner, dt. Komponist, ('Lohengrin', 'Parsifal'), 1813 - 1883

Hast du keine Feinde, dann hast du keinen Charakter.
Paul Newman

Zum Denken benötigt man ein Hirn, vom Menschen ganz zu schweigen.
Stanislaw Jerzy Lec, Stanislaw Jerzy de Tusch-Letz, poln. Aphoristiker, Lyriker u. Satiriker, 1909 - 1966

Das Leben ist zu kurz für lange Meetings.
Klaus Klages, dt. Gebrauchsphilosoph u. Abreißkalenderverleger ('Kuno Klabotschke'), geb. 1938

Nur die Mittelmäßigkeit ist stets in Höchstform!
Peter E. Schumacher, dt. Publizist u. Aphorismensammler, geb. 1941

Es ist nicht wichtig, ob der Mensch vom Affen abstammt. Viel wichtiger ist, dass er dorthin nicht wieder zurückkehrt.
Richard Wagner, Wilhelm Richard Wagner, dt. Komponist, ('Lohengrin', 'Parsifal'), 1813 - 1883

Ein Gramm Beispiel bewirkt mehr als ein Zentner guter Worte.
Franz von Sales, frz. Bischof, 1567 - 1622

In der Politik ist es wie im täglichen Leben: Man kann eine Krankheit nicht dadurch heilen, dass man das Fieberthermometer versteckt.
Yves Montand

Ein Scherz hat oft gefruchtet, wo der Ernst nur Widerstand hervorzurufen pflegte.
August von Platen-Hallermünde

Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist ja nicht so, dass wir nicht alles versucht hätten, eine zu werden.
Douglas Adams, Schriftsteller

Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche zu verehren.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, Naturwissenschaftler u. Staatsmann, 1749 - 1832

Nervöse Menschen erkennt man ganz leicht daran, dass sie häufig die Wechstaben verbuchseln.
Unbekannt

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Baden wir alle mal im Klischee und schauen uns das Leben eines Nerds an. Allein sitzt er vor seinem Rechner, kann vermutlich zwar wunderbar programmieren, aber sein Leben (im klassischen Sinn) kriegt er nicht auf die Reihe. Wenn er überhaupt mal eine Freundin hatte, so ist die mittlerweile abgehauen, aber meist hat er nicht mal eine, weil er ja auch nicht rausgeht. Frische Luft ist genauso ungewohnt für ihn wie zum Beispiel körperlicher Kontakt mit dem anderen Geschlecht. Luftbewegung kennt er nur, wenn er in die Nähe seines Rechnerlüfters kommt.

Schon traurig, wie das Leben eines Nerds abläuft. Nicht mal Freundschafts- oder Ehevermittlungsagenturen im Internet bringen wirklich etwas, ist man als Nerd dort auch mal gern unter sich. Normale Frauen verstehen einen Nerd meist auch nicht, wie er denkt und fühlt. Da muss eine gleichgesinnte her, nicht umsonst floskelt der Volksmund: "Gleich und gleich gesellt sich gern." Aber gibt es das weibliche Pendant eines Nerdes? Diese Frage muss eindeutig mit JA! beantwortet werden. ...weiterlesen "Nerdhilfe für die Zukunft"

oder: Wenn das Bäckchen das Filet streichelt.

Fangen wir doch mal - ganz unorthodox - mit dem negativen an. Es ist wunderschön, wenn eine gastliche Stätte, die nicht nur über einen Raum, sondern auch eine Terrasse verfügt, beides in Betrieb haben kann, um Besucher mit allerlei lukullischem zu verwöhnen. Wenn der sich aber immer mal wieder bemüßigt fühlt, durch den Gastraum zu staksen, und sei es nur, um an der gegenüberliegenden Seite zu wenden und wieder zurück zu gehen, kann es den einen oder anderen Gast beim Essen schon stören.

Apropos Essen: Das war dann doch von ausgesprochen guter Qualität und präsentierte sich in Form eines zarten Ochsenbäckchens in aromatischer Rotweinsoße sowie auf der gegenüberliegenden Tischseite als gebratenes Seehechtfilet mit Kartoffel-Spinat-Roulade als Sättigungsdreingabe. Die Ofentomaten mit Pestovignigrette oder das Bohnendreierlei passen zu ihren jeweiligen Gerichten. Am besten - wenn auch von einem etwas verliebten Koch, naja, es ist Frühling - war noch der Fisch, schienen alle anderen auf dem Tisch stehenden Leckerbissen bei der Zubereitung auf diesen gewartet zu haben.

Als Vorspeise gab es frischen, gemischten Salat an wohlschmeckendem Dressing, wobei sich bei der Preisbildung eine kleine Unlogik eingeschlichen haben könnte. Die Frage an den geneigten Leser wäre, welcher wohl der teurere wäre: der mit 3 Scheiben gebeiztem Lachs an Honig-Senf-Dill-Soße oder der mit sechs frisch gebratenen Großgarnelen auf einem cremig-würzigen Frischkäseklecks (jede Meeresfrucht hatte ihren eigenen). Die rhetorische Frage unterstellt, was wir bereits vermuten.

Da Vorspeise und Hauptgericht so dimensioniert waren, dass noch das Dessert den Platz in der Genießer Bäuche fand, verschwanden dort noch zum allgemeinen Wohlgefallen ein erfrischendes Joghurtmousse mit einer Kugel Kirscheis (auf der Karte stand zwar Erdbeereis, aber das Kirscheis war mir letztendlich lieber) und eine ähnlich, dort aber laut Plan kirscheisaufgepeppte Créme Brülée aus Glas und Schale.

Ein Wort noch zum Service: zu viel. Was nicht heißen soll, dass er aufdringlich gewesen wäre. Das Maß der Aufmerksam- und Umsichtigkeit war sehr in Ordnung, auch wenn man den Eindruck nicht los wurde, in einem Lehrausbildungsbetrieb zu sein, was aber nichts negatives heißen soll. Aber wenn sich im Verlauf des Essens vier Servicekräfte um einen kümmern, von denen die späteren nicht wissen, was die vorher bedienenden als Bestellung aufgenommen haben, passt das nicht ganz in das an sonsten sehr ordentliche Bild.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich zum einen nicht das erste Mal im Stolper Fährkrug gut gegessen habe und es auch nicht das letzte Mal gewesen sein wird. An einem lauen Sommerabend kann ich mir auch und vor allem die Terrasse mit Blick über die vorbeifließende Peene als sehr gemütlichen Verweilort vorstellen, in der Hoffnung, die Stolper haben eine gute Patentlösung gegen die dann sicher vielzählig vorbeikommenden Mücken.

Wenn man einmal weiß, worauf alles ankommt, hört man auf, gesprächig zu sein.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, Naturwissenschaftler u. Staatsmann, 1749 - 1832

Dummheit befreit nicht vom Denken.
Stanislaw Jerzy Lec, Stanislaw Jerzy de Tusch-Letz, poln. Aphoristiker, Lyriker u. Satiriker, 1909 - 1966

Beliebtheit sollte kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets längst im Senat.
Orson Welles

Immer, wenn das Telefon nicht klingelt, weiß ich, es ist für mich.
Elias Canetti

Nimm an, was nützlich ist. Lass weg, was unnütz ist. Und füge das hinzu, was dein Eigenes ist.
Bruce Lee

Alles in der Welt endet durch Zufall und Ermüdung.
Heinrich Heine

Manche halten einen ausgefüllten Terminkalender für ein ausgefülltes Leben.
Gerhard Uhlenbruck

Dass etwas neu ist und daher gesagt werden sollte, merkt man erst, wenn man auf scharfen Widerspruch stößt.
Konrad Lorenz

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"Dass ich das noch erleben durfte!" - Diesen Ausruf hört man heutzutage vermutlich immer seltener, sind doch Überraschungen weitgehend weggeplant oder werden einfach nicht mehr erwartet. Unlängst lag er mir dann aber doch mal wieder auf der Zunge, weil anderes eben nicht in der erwarteten Qualität über die selbige ging oder vorher in den Fokus des Augenlichtes gelangte. Aber, wenn man eine gewohnte Selbstverständlichkeit plötzlich in einer Form wiederfindet, die man seit Ewigkeiten für ausgestorben hält, dann sei der innerliche Ausruf gestattet.

Nach einem Essen nimmt der wohlmeinende Genießer gern noch ein italienisches Heißgetränk zu sich. In Perfektion guten Benehmens ist das ein Espresso - oder auch ein doppelter. Da mir der im allgemeinen dann doch etwas zu kräftig ist, wähle ich als Alternative zum gar nicht kniggegemäßen Latte Macchiato, den ich zu gern trinke, einen Cappuccino, um das Mahl zu vollenden. Was kommt aber auf den Tisch?

Wenn wir uns von Italien aus in nördliche Richtung bewegen, kommen wir zu einer anderen große  Kaffeetrinkernation, deren Wiener Kaffeehauskultur maß- und normgebend war und ist. Viele italienische Klassiker haben ihren Ursprung in Wien, oder zumindest ein Pendant. Das Getränk vor mir auf dem Tisch war allerdings für einen Kapuziner etwas groß, mit etwas guten Willen ließ er sich als Einspänner identifizieren. Oder böse: deutscher Kapputschino (Schlagsahnehaube auf Filterkaffee).

Eine Gaststätte, die an 6 Tagen die Woche von 11 bis 23 Uhr geöffnet hat (und dementsprechend auch zur Kaffeezeit) sollte sich an den neuen Trends, die so neu ja auch nicht mehr sind, orientieren und sich eine gute Kaffeemaschine zulegen, mit der man die italienischen Anreger einfach und schnell zubereiten kann. Oder macht die Lage in einem seniorendominierten Wohngebiet ohne viel Laufkundschaft den echten Cappuccino zu einem exotischen und selten nachgefragten Getränk? Das liegt nahe, wurde doch ein ebenfalls am Tisch bestellter Espresso in einer normalen Kaffeetasse geliefert.

Nun könnte man meinen, das ganze lag an einem eher unfähigen Service. Mitnichten! Ich weiß nicht, ob es am Wetter lag oder doch immer so ist, aber der Service war sehr aufmerksam und richtig gut drauf, wenn auch etwas gestresst, war man im Haus wohl etwas unterbesetzt. Aber das wurde mit Humor genommen und entsprechend goutiert. Die technischen Möglichkeiten waren/sind dann aber doch etwas beschränkt. Ich erinnere mich, dass vor längerer Zeit mein Wunsch nach einem Eiskaffee (stand auf der Eiskarte) mit einem kalten Pulver-In-Milch-Abklatsch abgegolten wurde.

Nun habe ich noch gar nichts über das Essen geschrieben, immerhin beschreibe ich hier kein Kaffeehaus, sondern eine Gaststätte. Die Speisekarte wartet mit einer angenehmen Vielfalt an Atzung auf. Kundenwünschen wird gern entsprochen und bereitwillig darauf eingegangen (ich erwähnte wohl schon, dass der Service gut ist), Beilagenumstellungen oder Seniorenportionen sind möglich. Aber es bedarf schon eines gewissen Könnens, ein Lachsfilet trocken zu braten oder Pommes zu übersalzen. Im großen und ganzen entspricht die Qualität auf dem Teller aber dem preislichen Niveau auf der Karte, das sich wiederum an den finanziellen Möglichkeiten im Einzugsgebiet orientiert. Dem engagierten Team der Gaststätte "Zur Elster" wird es schwer fallen, mehr als eine Wohngebietsgaststätte zu werden, diese Aufgabe aber gut erfüllen.

P.S.: Wer mal besonders viele "Oh"-Ausrufe mit einer überrascht-überwältigt-kapitulierender Betonung hören möchte, dem sei die Gaststätte sehr empfohlen, vor allem, wenn Gäste anwesend sind, die noch nicht zum Essen im Hause waren. Die präsentierten Portionen sind ungesund groß, anscheinend verdient der Wirt an den Desserts kein Geld, wenn er sie nicht verkaufen möchte.

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Wusstet ihr eigentlich, dass die Physik die wichtigste (Natur-)Wissenschaft ist? Alle anderen sind nur Spezialgebiete oder Spezialgebiete der Spezialgebiete. Beispiele gefällig?

  • Chemie: Physik der Hüllenelektronen
  • Biologie: Chemie der großmolekularen organischen Stoffe
  • Medizin: Biologie komplexer organischer Systeme
  • Astronomie: Physik des Universium
  • Geowissenschaften: Physik und Chemie komplexer anorganischer Systeme

Und seit den Zeiten der Metaphysik hat diese Wissenschaft auch ein Bein in der Tür zur Philosophie und damit zur Geisteswissenschaft.

Und die Sprache, die alles verbindet, ist dann die Mathematik. 😉

P.S.: Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich so ein bißchen Physik in meinem Studium mit dabei hatte. 😉

Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.
Johann Wolfgang von Goethe

Man kann den Dingen den ersten Anstoß geben, doch sie tragen dich davon.
Napolèon Bonaparte, Napoleone Buonaparte, frz. Politiker u. Feldherr, 1769 - 1821

Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt, das ist: Verzeihen ohne zu vergessen.
Arthur Schnitzler

Beim Fußball verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit des Gegners.
Jean-Paul Sartre, Jean-Paul Charles Armard Sartre, frz. Philosoph u. Schriftsteller, hat 1964 den Nobelpreis für Literatur abgelehnt, 1905 - 1980

Die Außenseite des Menschen ist das Titelblatt des Inneren.
aus Persien

Eine Versuchung ist dazu da, dass man ihr nachgibt.
Madonna

Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.
Indisches Sprichwort

Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.
Gabriel Laub

Eine niveauvolle Gastwirtschaft vernünftig zu betreiben, so dass nicht nur die eigenen Ansprüche sondern auch die der Gästze erfüllt werden, ist nicht jedermann gegeben. Aber es gibt viele Hilfsmittel und Möglichkeiten, der Tätigkeit rund um die Bewirtung und Unterhaltung eine Struktur zu geben, so dass der Wirt Höchstleistungen vollbringen kann und die Gäste glücklich und satt am späten Abend gehen und am besten am nächsten Tag gleich wiederkommen.

Und so kommt es immer wieder neuen Formen der Organisation eines Restaurants. Klassisch natürlich die in sich geschlossene Küche mit ihren Arbeitsbereichen, der Gastraum, teilweise ergänzt durch eine Bar, und für das gute Wetter vielleicht auch noch eine Terrasse. Zur vollständigen Ausstattung gehören dann auch noch die sanitären Einrichtungen. Je nach Platzangebot im umhüllenden Gebäude kann es hier zu durchaus kurios zu nennenden Situationen kommen: Sanitärräume auf der anderen Wegseite, Küche eine oder mehrere Etagen unter dem Gastraum, mehrere Gasträume oder Restaurants, die aus der gleichen Küche bedient werden, Klo im Keller, offene Küche direkt im Gastraum usw. usf. Die Kunst des jeweiligen Betreibers ist es, die Servicefunktionen richtig zu beschriften, dass es zu keinen Irritationen kommt. Verwendete Abkürzungen sollten da eindeutig und allgemein gängig sein. Anglizismen oder denglische Ausdrücke sind zu überlegen.

Das hier zu besprechende Esserlebnis brachte gerade auf dem erwähntem Gebiet neue Erkenntnisse. Kommen wir aber erstmal zum wesentlichen: zum Essen. Salopp zusammengefasst lässt sich sagen: Es gab Fleisch. Das ist bei einem Steakhaus als üblich anzusehen. Die Größe des Gastraums ließ die Strategie des Kochs, eher weniger steakfähige Fleischsorten, dafür aber gute und gut zu vollendende, auf die Karte zu setzen, zumindest sinnvoll erscheinen. So fehlen exotische und damit meist auch nicht gut gehende Fleischsorten auf der Karte. Die verschiedenen Teile vom Rind, vom Schwein und vom Huhn kommen in einer sehr guter Qualität auf den Tisch, der man auch die sehr gute Rohware noch nachspüren kann. Wer selbst schon mal ein Entrecôte oder ein Rib Eye Steak vom Discounter - sowas gibt es manchmal wirklich - in der eigenen Küche zubereitet hat, der weiß, dass spätestens das Fettauge geschmacklich nach hinten losgehen und bei billligen Industrierindern gern mal talgig oder noch schlimmer schmecken kann.

Nicht so im erwähnten Steakhaus. Das Fleisch, dass die Essgesellschaft auf ihren Tellern hatte, fand allgemein Anerkennung. Die Beilagen, die im Baukastensystem jeweils zum Fleischstück dazu gewählt werden, boten auch kaum Anlass zur Kritik, wenn man mal von einer durch den Service "geografisch" falsch zugeordneten Soße absieht, die irgendwie ihren Empfänger dadurch nicht erreichte, aber nur kurz vermisst wurde.

Wobei wir damit beim Thema Service wären. Das gute Bild, dass durch die richtige Dosis Aufmerksamkeit und Beflissenheit aufgebaut wurde, bekam zwischendurch ein paar kleine Fehlstellen, die zum sonstigen höheren Niveau des Hauses nicht ganz passen wollen. Nicht wissen könnend, was kommende Gäste alles zu sich nehmen werden, waren die Plätze mit jeweils einer Gabel und einem Messer eingedeckt. Die Frage stellt sich, wie der Service mit der Situation umgeht, wenn ein Gast eine Vorspeise nimmt. Variante 1 wäre, ein passendes Vorspeisenbesteck "mitzuliefern" oder vor der Vorspeise nachzulegen. Da das nicht passierte, wurde Variante 2 umgesetzt. Der Gast nahm zur Vorspeise das bereitliegende Besteck und für das Hauptgericht kommt dann ein neues. Aber bitte nicht vom nebenstehenden, nicht genutzten, aber eingedeckten Tisch.

Der Service kommt übrigens mit den vollen Tellern immer aus einer Tür, die abgekürzt beschriftet ist, was vermutlich - ganz denglisch - Wirtschaftscenter heißt. Mit etwas Phantasie käme ich auch noch auf "well cooking", was dann gutes Kochen heißen sollte. Da die Sprache der Küche ja eher das französische ist, versuche ich es mal mit "wallon cuisine", bezogen auf die Küche der Wallonie, die für ihre Fleischzubereitungen auf dem Grill so berühmt ist. Aber alle Spekulation hilft nichts, das "WC" an der Tür, aus der der Service mit dem guten Essen kommt, heißt doch water closet und bringt doch komische Gedanken mit sich. Da sollten die Betreiber des Cayenne noch dran arbeiten.