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Himbeere
Himbeere / © pixelio.de

Warum darf man in der Arktis eigentlich keine rosaroten Sonnenbrillen tragen? Weil man sonst die Eisbären mit Himbeeren verwechselt. Ich gebe zu, so niedergeschrieben verblasst die Pointe ein wenig. Aber sie soll nur den Einstieg geben zu einem ernsten Thema.

Im Frostablog gibt es einen wunderschönen Artikel, der bzgl. der Aromaverwendung einiges erklärt. Damit ihr nicht lange suchen müsst, hier die wesentlichen Zahlen. Die Frage, die diesen Zahlen zugrunde liegt, ist folgende: Wieviel kostet es, wenn man 100 kg Joghurt mit Himbeeren zu aromatisieren?

Bei der Verwendung von Himbeeren kostet das 31,50 €, bei der Verwendung von Aroma aus Himbeeren immer noch 12,50 €. Sogenanntes Natürliches Aroma Typ Himbeere, das im Allgemeinen aus Sägespänen oder Pilzkulturen gewonnen wird, schlägt der Preis noch mit 3,75 € zu Buche.  Naturidentisches Himbeeraroma für 100 kg Joghurt kostet dann noch 6 Cent. Bei anderen Früchten gibt es sicherlich vergleichbare Verhältnisse.

Bei der allgemeinen "Geiz ist geil"-Mentalität braucht man sich also nicht mehr zu wundern, wieso immer weniger Frucht in den Joghurts (und anderen Speisen ist).

Neulich habe ich mich ja als Esser von Fertiggerichten geoutet. Jetzt mache ich auch noch Werbung für den Hersteller und kriege noch nicht mal Geld dafür. Dafür müsst Ihr aber auch den ganzen Spot ansehen.

Es geht doch: Es gibt wirklich Fertiggerichte, die man essen kann! Bei mir gab es heute sowas. Und dann auch noch die klassische Kombination aus Kartoffeln, Soße, Gemüse, Fisch. Der skeptische Blick auf die Zutatenliste erfreut des Essers Auge: Nicht mal Geschmacksverstärker, die durch irgendeine Gesetzeslücke als Hefeextrakt ins Essen gerieselt sein könnten, sind enthalten! Vorbildlich. Nur Zutaten, die man auch selber verwenden würde - einige würzende vielleicht etwas sparsamer -, sind drin.

Bei aller Freude über die einfache mikrowellengestützte Zubereitung (binnen 10 Minuten verwandelt man damit das Essen vom tiefgefrorenen in einen genussfertigen Zustand): Wo Licht ist, ist auch Schatten. Saftig beim Fisch ist was anderes. Ähnlich sieht es bei der Hühnerbrust aus (in anderen Gerichten aus gleichem Hause). Aber das liegt in der Natur der Sache. Zusammen mit allen Zutaten Wildlachs so hinzubekommen, dass er weich und saftig ist, ist mittels Mikrowelle beinahe unmöglich. Aber dafür gibt es ja auch leckere Soße. Was will man für 3,30 € schon verlangen?! In einer Kantine würde man sowas für den Preis nicht bekommen.

Schade auch, dass der Hersteller auf halbem Weg stehen geblieben ist. Wer sich schon die Mühe macht, etwas derartig hochwertiges zu produzieren, könnte auch bei den Zutaten Bioprodukte verwenden. Die Frage ist nur, ob sich ein Fertiggericht für knapp 4 Euro, die das dann wohl kosten würde, verkaufen ließe. Optisch ansprechend ist es aber auf jeden Fall. Wobei das Bild auf der Webseite täuscht: Die schwarze Verpackung ist nicht ganz so schwarz und der Lachs nicht ganz so rot. Es sieht also in Natur besser aus.

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