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Nach dem Dreh ist vor dem Dreh. Kaum ist die aktuelle Folge EiTV im Netz, geht es auch schon wieder an die Planung der nächsten. Und da diese genau "zwischen den Jahren" stattfindet, stellt sich die kuriose Aufgabe, ein Thema zu finden, in dem alle 5 Jahreszeiten irgendwie drin vorkommen. Und wenn dann noch "Das Ei" darin versteckt ist, um so besser.

Es ist gelungen; leider kann ich den Titel natürlich jetzt noch nicht veröffentlichen. Schließlich haben wir das noch nie vor dem Dreh gemacht. Es muss ja auch immer abgewartet werden, was dabei herauskommt und ob man nicht kurzfristig noch was ändern muss. Aber wenn ich mal einiges, was nichts mit den Jahreszeiten zu tun hat, heraus-x-e, dann kommt dabei heraus: "WinterXXXX XXXXXXXX FrühlingXXXXXXX XXX herbstXXXXXX SommerXXXXX und Karnevalsfleisch".

So sind alle 5 Jahreszeiten enthalten. Die letzte hat sich hinter dem Wortspiel "Karnevalsfleisch" versteckt: Tatar! Tatar! Tatar! Klassisch wird dies mit einem rohen Ei(-gelb) serviert. Aber rohes Fleisch mit rohem Ei?! Das kann man doch heute nicht mehr anbieten. Mein letztes Mal, dass ich das Gericht genossen habe, war Mitte oder Ende der 1980er Jahre in der Mitropa des Bahnhofs in Gera. Heute irgendwie undenkbar. Warum eigentlich.

P.S.: Das mit dem Karnevalsfleisch konnte ich ruhig erzählen. Das wird sicher nicht in der 17. Ausgabe von EiTV nicht vorkommen. Aber das andere vielleicht schon. Freut Euch drauf, es wird wieder mal etwas kreativer und ungewöhnlicher.

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https://www.youtube.com/watch?v=MbJQKvJWBks

Zutaten:

  • 2 ungepökelte Schweinshaxen (ca. 1 bis 1,5 kg/Stück)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Möhre
  • 2 Stangen Bleichsellerie
  • 1 Stange Porree
  • Salz
  • Öl
  • Sauerkraut
  • 100 g gekochte Kartoffeln
  • 300 g Erbsen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Butter
  • 1 große Knoblauchzehe
  • Bio-Zitrone
  • Olivenöl
  • Zucker

Ein kleiner Hinweis noch nebenher: Die Brühe, in der die Haxen vorgegart wurden, nicht wegschütten! Eine gute Fleischbrühe kann man in der Küche immer gebrauchen. Deswegen schwammen von Anfang an 500 g grob zerteiltes Rindersuppenfleisch mit in der Brühe (in den 30 bis 45 Minuten Kochzeit für die Haxen geben sie noch nicht wirklich was ab, aber man kann die Suppe ja nebenher immer leise weiter köcheln lassen).
Nach dem Dreh und dem Haxenessen landeten auch noch die Haxenknochen und übrig gebliebene Möhren, Selleriestangen, Petersilienwurzeln u.ä. im Brühentopf, der dann noch geraume Zeit bei kleinster Hitze vor sich hin zog. Später wurde er dann auf den (kalten!) Balkon verbannt und am nächsten Tag aufs einfachste entfettet: Bei den Außentemperaturen von 2-5°C (oder auch weniger) wird das Fett oben auf der Suppe recht hart, so dass es mit ein wenig Geschick ganz einfach abgehoben werden kann.

Die Brühe bildete anschließend die Basis für eine leckere Kürbissuppe (gewürfelte Butternuss, getrockneten Chili-Schote, am Ende ein paar Tropfen Essig oder Curry dazu, püriert) und einer Kartoffel-Zwiebel-Suppe (da war ich noch mit dem Kartoffelstampfer drin; nicht pürieren! Wird dann schleimig).

Eine einfache Variante des obigen Gerichts erreicht man mit gepökelter Grillhaxe. Da kann man sich das Kochen sparen. Die Haxe wird auf das Bett aus Sauerkraut gestellt (oder auf ein Blatt Backpapier) und bei 140 bis 160°C Umluft (zum Ende eher höher) so lange gegart, bis die Haut die gewünschte Knusprigkeit hat. Das dauert zwar etwas länger, ist aber einfacher.

Weiteres auch unter http://seeseekey.net und EiTV@Twitter

Es scheint, dass die Menschen nicht Ablenkung von ihren Problemen suchen, sondern in erster Linie von sich selbst.
Vivian Fersch, dt. Lyrikerin, geb. 1988

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius Erasmus Gerard, niederl. Theologe u. Philosoph, 1469 - 1536

Der Weg zur Wahrheit führt von Irrtum zu Irrtum.
Karl Feldkamp, dt. Kommunikationstrainer u. freier Autor, 1981 Xylos-Lyrikpreis, geb. 1943

Erfolg ist nur halb so schön, wenn es niemanden gibt, der einen beneidet.
Norman Mailer

Jeder möchte die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.
Karl Heinrich Waggerl

Langeweile, zur rechten Zeit empfunden, ist ein Zeichen von Intelligenz.
Clifton Fadiman

Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später.
Wilhelm Busch

Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.
Marie von Ebner-Eschenbach

Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.
Theodor Heuss

Bei manchen Leuten ist alles Übertreibung, erst recht ihre Dummheit.
Peter E. Schumacher, dt. Publizist u. Aphorismensammler, geb. 1941

Intelligenz ist die Fähigkeit, seine Umgebung zu akzeptieren.
William Faulkner

Totschlag an der Zeit ist das einzige Gewaltverbrechen mit garantierter Höchststrafe: Langeweile lebenslänglich ohne Bewährung.
Karl-Heinz Karius, dt. Werbeberater, geb. 1935

Die meisten Denkmäler sind hohl.
Stanislaw Jerzy Lec

Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man sie auch ernst.
Gerhard Uhlenbruck

Wer seinen Willen durchsetzen will, muss leise sprechen.
Jean Giraudoux, frz. Diplomat, Erzähler, Dramatiker, Bühnen- u. Romanautor, 1882 - 1944

Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen.
Voltaire

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Da steht er nun, der Supertruck des Kochens: Modernist Cuisine. 25 kg bedrucktes Papier in Acryl:

Passend umrahmt von klassischer Musik, zwei Auflagen "Food" und Trinkbehältnissen für geistreiche Getränke (oben). Was will man mehr?!

Ich werde wohl demnächst meinen Notenständer aus dem Keller holen, um die Bücher gemütlich zu lesen.

Ein Faulpelz ist ein Mensch, der sich nicht die Arbeit macht, sein Nichtstun zu begründen.
Gabriel Laub

Das Geheimnis der Macht besteht darin, zu wissen, dass andere noch feiger sind als wir.
Ludwig Börne

Wenn du aufgibst, wirst du nicht erfahren, ob es das nicht doch wert gewesen wäre.
Damaris Wieser, Damaris Schwarz, dt. Lyrikerin u. Dichterin, geb. 1977

Wie alt man geworden ist, sieht man an den Gesichtern derer, die man jung gekannt hat.
Heinrich Böll

Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein.
Theodor Heuss, 1. Bundespräsident der BRD, 1884 - 1963

Mit leerem Kopf nickt es sich leichter.
Zarko Petan

Man hat seinen Geist nie so nötig, wie wenn man mit einem Dummkopf zu tun hat.
aus China

Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.
Johann Wolfgang von Goethe

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Manchmal bin ich doch etwas emotional. Zwischen Freude und Glück gibt es auch immer mal wieder das Gefühl maßloser Enttäuschung. Der Luxus daran ist, wenn man so etwas auch an Kleinigkeiten festmachen kann und nicht wirklich wichtige Bereiche des Lebens betroffen sind. Apropos Luxus: Die zu dieser Vorrede passende Geschichte hat mit einem kürzlich erworbenen Küchengerät zu tun, genauer gesagt mit einem der Bestandteile des Lieferumfangs.

Neben einer Bedienungsanleitung fand sich auch ein kleines Rezeptheft im Karton. Aufgrund Zeitmangels bin ich bisher nur dazu gekommen, die Maschine auszupacken und besagte Druckerzeugnisse zu lesen. Gerade schöne Bilder leiteten mich schnell zu den Koch- und Zubereitungsanleitungen; mit riesiger Vorfreude erwartete ich kulinarisch wertvolle Anregungen. Immerhin gehört das Küchengerät zu den hochwertigen Bestandteilen meiner Küche, so dass ich das auch von den Beigaben erwartete.

Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte. Sicher kann man zu dem hier bemängelten Produkt stehen wie man will, aber bei dem Umfeld habe ich es nicht erwartet. Im Überschwung der Gefühle habe ich - zugegeben: nur ganz kurz - daran gedacht, die ganze Maschine wieder einzupacken und zurückzuschicken. Auf den Seiten 4 bis 31 des Rezeptheftes sind ein paar ganzseitige Bilder und sonst viele Rezepte zu sehen. Aber gleich beim ersten ging es los, und es war kein Ausrutscher:

Seite 4: 2 Würfel Gemüsebrühe
Seite 5: 1 Würfel Gemüsebrühe
Seite 10: 1 Würfel Fleischbrühe
Seite 12: 1 Würfel Gemüsebrühe
Seite 14: 1 Würfel Gemüsebrühe
Seite 19: 1 Würfel Gemüsebrühe und 1 Teelöffel gekörnte Brühe

Peng! Da möchte man mit der Küchenpistole drauf schießen. Zweifelhafte Mischungen aus Geschmacksverstärkern, Salz und anderen Hilfsstoffen, sowas habe ich nicht erwartet. Mit schreckhafter Vorsicht sehe ich mir ein enthaltenes Risotto-Gericht genauer an. Aber, welch Wunder: In der Zutatenliste steht plötzlich und einmalig im Heft: "700 g Fleischbrühe, heiß". Gerade Risotto, das wirklich von der verwendeten Brühe lebt, mit dessen künstlicher Abart zubereitet, undenkbar. Aber ich beruhigte mich. Es wird völlig korrekt heiße Fleischbrühe bei den Zutaten aufgezählt.

Die Zubereitung werde ich unbedingt mal ausprobieren, übernimmt das Küchengerät das manchmal doch etwas nervende ständige Rühren, das ein Risotto erst zu einem guten Risotto macht. Und mal sehen, was die Kochprofis denn noch für Tipps bereit halten, die am Ende des Rezeptes stehen: "Selbst hergestellte Fleischbrühe durch Instantbrühe ersetzen." Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! Peng! *pffffffft*

Keine Angst. Mir geht es gut. Und auch das Rezeptheft ist noch lesbar, die Löcher sind an keinen wichtigen Teilen. Ich habe mich wieder beruhigt. Die Stellen mit der künstlichen Industriebrühe sind erkundet und eingegrenzt, es kann nichts mehr passieren. Ich blättere, wieder entspannt, im Rezeptheft. Oh, guck mal, auf dem Foto ist Geschnetzeltes mit Salzkartoffeln zu sehen. Ohne Soße. Komische Kombination. Was soll denn das sein? Ach, Gyrosgeschnetzeltes steht über dem Rezept. Das ist ja interessant. Mal sehen, wie die das würzen ...

Und dann der GAU: Seite 10: "500 g Gyrosgeschnetzeltes, fertig gewürzt". *zisch**flatter* *knall* *plumps*
Ist es nicht manchmal erstaunlich, welchen Eindruck eine 32-seitige DIN-A5-Broschüre aus Glanzpapier auf einer Standard-Raufasertapete hinterlassen kann, wenn ihre Falzkante als erstes dort ankommt? Fertig gewürztes Gyrosgeschnetzeltes für Pfannengyros ist eines der ekelhaftesten Fleischprodukte, dass die herstellende Industrie je ersonnen hat, egal, ob es dann von einem Imbiss, Pizzaservice oder der eigenen Pfanne dargeboten wird. Eine Geschmackskatastrophe ohne gleichen!

Ich werde mir vornehmen, als erstes zu erkunden, wie man mit diesem teuren Küchengerät vernünftige Brühen oder Fonds herstellt, ohne dass es eines großen Aufwandes bedarf. Bei einem Fassungsvermögen von 2 Litern wird das nicht einfach, aber nicht unlösbar.

Kennt ihr die Situation: Ihr habt eine richtig gute Idee, aber dann geht alles schief? So was passiert mir unlängst, und dabei fing alles so harmlos ein. 2 Wochen vor dem Termin kam die Info aus der Freundescloud, am Samstag fahren wir nach Rostock zum Weihnachtsmarkt. Auch wenn sich die Begeisterung in Grenzen hielt, was weder an Rostock noch am dortigen Weihnachtsmarkt lag, freute ich mich auch die Aktion mit den Freunden ... die dann eine Woche vor dem Termin abgesagt wurde.

Am Tag des ursprünglich geplanten Ereignisses steht dann der zweiköpfige Rest, der keine Gründe für die Absage hatte, da und überlegt, was nun? Wie wäre es denn mal mit schick essen fahren? Gute Idee! Der Spontaneinfall stelle sich als Saison-Gaststätte heraus, die nur von April bis September geöffnet hat. Aber das stellte sich schon vor der Abfahrt heraus. Die Alternative lockte mit "ab 11 Uhr geöffnet" im Internet. Dann nichts wie hin. Nach einer guten Stunde Fahrt über mecklenburgische und vorpommersche Landstraßen stellte sich die Einrichtung als geschlossen heraus. Langsam begannen die leeren Mägen an zu knurren, genau wie ihre Besitzer.

Vielversprechend war da eine kurze Weiterfahrt zu einem beliebten Ausflugsziel am Ryck. Das erste Ziel, das angesteuert wurde, erwies sich als zu edel, den hungrigen Essern ging es eher ums satt werden als ums ausgiebige genießen. Nach einem erfrischenden Spaziergang wartete dann aber doch eine offene Gaststätte auf sie, in der ein Schild hing: Ab 15 Uhr geschlossene Gesellschaft. Es war 14:34 Uhr. Und dann gab es den dreifachen Erkenntnisgewinn: a) entgegen dem Hinweg geht der Rückweg jetzt gegen den kalten Seewind, b) wir hätten auch bis zu dem Restaurant fahren können c) hier gibt es ja noch mehr Restaurants.

Atzung gab es dann in der Nähe eines schon von Caspar David Friedrich gemalten und den Ryck überspannenden Bauwerkes, wo das Preis-Leistungs-Service-Verhältnis ausgewogen dargeboten wurde. Sicher gäbe es auch den einen oder anderen Kritikpunkt, aber der Nachteil von öffentlichen Gaststätten ist ja meistens, dass sie sich die Gäste nicht aussuchen können. Im Gegensatz zum Geschirr, dort stellte sich der Vorteil von Suppentassen heraus, obwohl es sie gar nicht gab. Aber Suppe in einem flachen Teller zu servieren setzt gutes Feingefühl in seiner Temperierung voraus. Zu wenig Wärme lässt die darauf verteilte Speise vorzeitig erkalten, zu viel würde eine Hautbildung auf dem cremigen Löffelessen auslösen. Die frevelnden Gäste unterhielten sich aber beim Essen weiter, anstatt alle Sinne der Suppe - durchaus lecker, aber auch nicht zu viel Aufmerksamkeit erheischend - zu widmen, was sie mit der Zeit dann doch kalt (werden) ließ.

Überbackenes Rumpsteak mit Bratkartoffeln und Rehbraten mit Schupfnudeln. Die Hauptgerichte kamen ansprechend und geschmackvoll auf den Teller, bei dem Preisniveau eine schwungvolle Mischung von selbst gemachtem und Convenience. Die frische Note beschränkte sich auf jeweils eine halbierte Physalis und eine halbierte Weintraube, etwas knackiges (Tomate, Gurke, Krautsalato.ä.) hätte zumindest zum Rumpsteak gut gepasst. Da glänzte das Reh mit einem dreifachen Petersilienblatt.

Novum auf der Karte: Von beinahe jedem Gericht gab es eine große und eine kleine Variante, jeweils auch gleich ausgepriesen, wobei selbst die normalen Portionen nicht die Übergröße hatten, die mit 130%-iger Sicherheit den Gast zumindest satt bekommen wollen, nicht daran denkend, vielleicht auch noch etwas von der Dessertkarte verkaufen zu wollen. Aber das ist ein Gedanke, den ich in einem der nächsten Beiträge mal etwas ausführlicher beleuchten möchte.

Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, Naturwissenschaftler u. Staatsmann, 1749 - 1832

Solange man neugierig ist, kann einem das Alter nichts anhaben.
Burt Lancaster

Ich bin der Überzeugung, dass es kaum jemanden gibt, dessen Intimleben die Welt nicht in Staunen und Horror versetzte, wenn es übers Radio gesendet werden würde.
William Somerset Maugham

Sobald man in einer Sache Meister geworden ist, soll man in einer neuen Schüler werden.
Gerhart Hauptmann

Es gehört zu den vielen Merkwürdigkeiten des Lebens, dass der Mensch immer bissiger wird, je weniger Zähne er hat.
Stefan Heym, Helmut Flieg, dt. Schriftsteller, 1913 - 2001

An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie.
Jean Giraudoux

Wahrheit und Politik wohnen selten unter einem Dach.
Stefan Zweig, österr. Germanist, Essayist, Novellist, Lyriker u. Erzähler, ('Schachnovelle'), 1881 - 1942

Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen.
Robert Lee Frost, amerikan. Lyriker, Dichter u. Dramatiker, 1874 - 1963

"Auf einem Bein kann man nicht stehen", sagt der Volksmund und meint dabei, dass es zu einem Schnaps immer auch noch einen zweiten zu trinken gilt. Bei der 16. Folge von EiTV geht es dabei allerdings weniger um Alkohol sondern wirklich um Beine. Deftig rustikal kommt ein Klassiker deutscher, genauer bayerischer Kochkunst auf den Tisch: Grillhaxe mit Sauerkraut und Erbspüree. Davon gab es zwei, was bestimmt für mindestens 4 Leute reicht.

Die Auswahl eines attraktiven Rezeptes erwies sich schon als nicht ganz einfach. Es hätte eine der kürzesten Folgen werden können: Erbspüree aus der Tüte oder der Dose, Sauerkraut aus dem Glas und das gepökelt gekaufte Hintereisbein kommt einfach auf einem Blech in den Ofen bis es knusprig ist. Aber EiTV wäre nicht EiTV, wenn wir es uns so einfach machen würden. Als besonderes Schmankerl sollte das Sauerkraut selbst erzeugt werden. Das ging leider schief. Auch die eigene Senfherstellung zeigte keine 100%ig zufriedenstellende Ergebnisse, das heben wir uns für später mal auf.

Das fertige Video von heute wird zeigen, dass die Grillhaxe (ungepökelt) selber mit weiteren Aromaten versehen wird, das Erbspüree wird aus Tiefkühlerbsen selber hergestellt, der Senf kommt aus dem braunen Plastebecher mit dem roten Deckel und das Kraut aus dem Glas, das ein regionaler Hersteller vorzüglich gefüllt hat. 4 Stunden Drehen und Kochen liegen hinter uns. Jetzt fehlen noch die Vertonung und der Schnitt, dann gehts ins Netz.

Ach ja, ich darf auch nicht das olfaktorische Philosophieren vergessen. Da war ich selbst gespannt, was mich am Drehort erwartet, als ich den Kameramann und den Protokollanten nach Hause gebracht hatte. Knackig krustiges Fleisch aus regionaler Erzeugung im Ofen, Sauerkraut geschmort, Erbspüree gekocht und nebenbei stand auch noch ein großer Topf Brühe auf dem Herd, der nebenher entstanden war und beim Schreiben dieser Zeilen noch leise vor sich hin simmerte. Und zwischendurch wurde auch noch das Ei zubereitet. Den erspürten Küchengeruch als "überwältigend" zu bezeichnen, wäre übertrieben gewesen. Neben dem herzhaft fleischigen kam noch eine abrundend süße Note dazu, die sich vermutlich aus der Zubereitung des Erbspürees speiste, verstärkt durch die Möhren, Zwiebeln, Stangensellerie und Petersilienwurzeln in der Brühe. Es roch also mal wieder lecker.