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DirkNB: Am 01. März startet der neue Blog herdnerd.de, muss das denn sein?
Herdnerd: Nein. Aber ich hatte Lust drauf, und die Idee fand ich nicht schlecht. Mal sehen, wie tragfähig sie ist.

DirkNB: Bei dem Namen, der Kombination von Herd und Nerd, befasst sich der Blog mit ...?
Herdnerd: ... unserer Nahrung und ihre Abarten aus der Sicht eines ambitionierten Amateurs, wobei das eine eher sehr wohlwollende Übersetzung des Begriffs "Nerd" ist. "Fachidiot" wäre auch eine Variante, trifft aber genausowenig ins Schwarze.

DirkNB: Es geht also ums Essen. Dafür gibt es unter anderem auch schon diesen Blog hier. Wird es da nicht viele Dopplungen geben?
Herdnerd: Es wird Beiträge geben, die vom Herdnerd für RundumGenuss geschrieben werden und umgekehrt. Aber beide haben auch ihre Spezialstrecken. Während der Herdnerd Themen durchaus auch mal kritischer anpackt, wird sich RundumGenuss nicht nur ums Essen, sondern auch um die schönen Seiten des Lebens drehen, wobei diese sehr weit definiert sind.

DirkNB: Worin unterscheidet sich herdnerd.de von anderen vergleichbaren Blogs?
Herdnerd: Es geht monothematisch ums Essen und Trinken, und es geht um die große Vielfalt und den Wahnsinn bei der Nahrungsaufnahme durch den Menschen. Dabei wird es auch viele kurze Beiträge geben, fast im Twitterstil, allerdings ohne die Beschränkungen des Microblogging. Dazu werden auch viele Essensbilder kommen, die aber eher dokumentarischen als fotografischen Wert haben.
Was das Themenspektrum betrifft, ist der allgemein gültige Tipp: Einfach mal reinschauen und überraschen lassen. Und sicherheitshalber gleich den Newsfeed abonnieren, damit man keine Überraschung verpasst. Diese kann übrigens beidseitig sein: beim Leser und beim Autor.

DirkNB: Aber Twitter ist auch mit dabei. Die Updates werden über @dirknb veröffentlicht. Ich danke für das Selbstgespräch Interview.

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Wer kennt sie nicht, die Fotolovestory aus den Jugendzeitschriften der eigenen Jugend. - Gibt es die eigentlich noch? - Da meine Liebe unter anderem dem Kochen gehört, hatte ich mal die Idee einer Fotokochstory. Mal sehen, was draus wird.

...weiterlesen "Die Fotokochstory: Gulasch"

Einkaufen ist immer wieder ein Erlebnis, vor allem dann, wenn man mit offenen Augen und betriebsbereitem Hirn durch die Warenregale schlendert. Einiges interessante und widerwertige habe ich in den letzten Jahren schon entdeckt, entsprechende Blogbeiträge hier legen beredet Zeugnis davon ab.

Beim Einkaufen neulich sprang mich mal wieder ein Etikett an, auf dem prominent die Worte "ohne Geschmacksverstärker" platziert waren. Beinahe einem unbedingten Reflex gleich ergreife ich das Produkt, drehe die Zutatenliste vors Auge und suche nach dem Hefeextrakt. Aber so sehr ich auch gucke und suche, ich finde es nicht. Einzig Gewürzextrakte und das gehärtete pflanzliche Fett stoßen ein wenig unangenehm auf. Was sich hinter "Gewürze" verbirgt bleibt ebenso schleierhaft. Das Produkt scheint auch das richtige für die Erkältungszeit zu sein, wurde als Stabilisator doch Vitamin C zugesetzt.

Die Packung landete übrigens trotzdem in meinem Warenkorb, da ich eine andere Zutat interessant fand: getrockneter Glucosesirup. Salopp formuliert: getrocknetes Zuckerwasser. Aber ist das nicht auch wieder Zucker? Vielleicht nicht unbedingt streufähig, eher so aromafreier Bonbon oder ähnliches? Es gibt schon komische Sachen. Wer weiß, was damit wieder verschleihert werden soll.

Vielleicht hat sich bis hierher der geneigte Leser schon gefragt, was ich da wohl gekauft habe, wo so exotische Zutaten drin sind. Erschwerend kommt beim Rätseln hinzu, dass ich die Hauptzutaten noch nicht erwähnt habe. Zu Bedenken ist auch der Aspekt, das der Autor das Produkt auch noch verzehren muss, immerhin werden keine Lebensmittel unnötig weggeschmissen, auch wenn ich die gesamte Produktkategorie eigentlich nicht wirklich mag.

Die Frage, was nun getrockneter Glucosesirup zusammen mit den anderen oben genannten Zutaten in einem Glas Geflügelwiener zu suchen hat, kann trotzdem nicht beantwortet werden. Aber immerhin kam es aus Mecklenburg-Vorpommern.

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Manchmal erlebt man doch die eine oder andere Überraschung, die durchaus auch positiver Natur sein kann. Die große Hoffnung liegt dann darin, dass etwas, was sich als positiv herauszustellen scheint, auch bis zum Ende diese Eigenschaft behält.

Neulich fand ich in einem Supermarkt gläserne Fondware, bei der ich nach der Zutatenlistenlektüre versuchsweise ein Exemplar ergriff und käuflich erwarb. Ich zitiere: "Konzentrierte Geflügelbrühe (Wasser, Hühnerkarkassen, Geflügelfleisch, Karotten, Zwiebeln, Petersilie, schwarzer Pfeffer, Nelken, Rosmarin, Thymian, Lorbeerblätter, Pastinaken, Sellerie), Speisesalz, zucker, Sherrywein." Das klingt doch richtig gut.

Jetzt habe ich den Fond mal getestet. Also: Glas auf, Inhalt in einem Topf erhitzt, eine Handvoll Nudeln hinein geschmissen, probiert und gegessen. Lecker. Immerhin wirbt ja auch Herr Schuhbeck dafür ...

Frage: Im vorangestellten Absatz ist ein Wort zu viel. Welches? Stimmt. Es war das Wort "Lecker." Das 400-ml-Glas kostet lt. Internet irgendwas bei 2,60 € + x.  Für den Preis kriege ich auch einen Fond hin, der schmeckt aber bedeutend besser (demnächst bei EiTV, geplant als No. 11). Das Problem bei der Glasware ist nur, dass da eben nicht wirklich ein Warenwert von 7,50 €/l drin steckt. Das Glas, das Etikett und der Deckel müssen auch bezahlt werden. Darüber hinaus wollen der Hersteller, der Handel und Herr Schuhbeck einen Obolus erhalten. Da bleibt für einen guten Hühnergeschmack natürlich nichts mehr übrig, er fehlte fast vollständig, trotz des guten Ansatzes in der Zutatenliste.

Aber es fehlte auch eine wichtige Zutat. Da bleibt uns allen nur das selber kochen. Und es ist so einfach ...

So ein frischer Obstsalat, vielleicht noch mit einem Klecks Vanillesoße oben drauf, ist schon eine leckere Angelegenheit. Der Variantenvielfalt sind fast keine Grenzen gesetzt. Meist werden 3 Obstsorten kombiniert. Wer erinnert sich nicht an so schmackhaften Kreationen wie Erdbeer-Himbeer-Granatapfel, dreierlei Melone (Wasser, Honig, Galia), Apfel-Orange-Weintraube (oder Rosine). Wer es feiner mag, kann auch mal gelbe und rosé Grapefruit- mit Orangen- oder Pomelo-Filets vorsichtig mischen.

Unlängst versuchte ich mich auch mal wieder an einem Dreifrüchteobstsalat, der dann aber doch etwas eintönig wirkte. Ich weiß gar nicht, wieso, hatte ich doch wunderbare Früchte erworben. Aber manche passen vielleicht eben doch nicht  zusammen. Dabei war es doch eine etws exotische Mischung. Was ist nur an meinem Persimon-Scharon-Kaki-Obstsalat falsch gelaufen?

Manchmal liebe ich ja die Presse, vor allem, wenn sie schöne, sachlich fundierte und möglichst investigative Artikel enthält. Ein Schuss Aufklärung bzw. Bildung kann ja auch nicht schaden, vor allem, wenn das auch noch unabhängig irgendwelcher Geldgeber passiert.

So fand sich in Welt und Berliner Morgenpost unter dem Label "Ernährung" ein Artikel mit der Überschrift: "So wollen Forscher die Fettbombe Wurst entschärfen". Der Anrisstext sagt, worum es geht: "Magere Zeiten für die deutsche Wurst: Lebensmitteltechniker wollen Mortadella, Wiener und Salami vom Fett befreit. Ob das die Käufer schlanker macht?"

Dazu zwei Gedanken: Mittlerweile hat die Forschung gezeigt, dass das Fett in der Ernährung nicht wesentlich an der Fettlebigkeit der Bevölkerung schuld ist. Vieles deutet eher auf die Bewegungsarmut und die Kohlenhydrate hin. Außerdem ist Fett ein wichtiger Geschmacksträger, dessen Entzug also aromatisch ausgeglichen werden muss. Da möchte ich mir nicht vorstellen, was stattdessen in die Wurst reingerührt wird.

Zum anderen haben die Deutschen natürlich eine große Wursttradition und -vielfalt. Gleich nach der Brotvielfalt ist das abwechslungsreiche Wurstsortiment ein Markenzeichen Deutschlands, nirgendwo sonst weltweit kann man aus mehr Sorten wählen. Aber hier zeigte der Autor mit traumwandlerischer Sicherheit, dass man sich wunderbar vergreifen kann: Mortadella und Salami sind nun keine Wurstsorten, die für die deutsche Esskultur stehen, werden sie doch eher in Italien verortet. Und selbst bei der "Wiener" (auch als "Franfurter" bekannt) streiten sich die jeweiligen Lokalpatrioten noch, ob sie wirklich aus Frankfurt/Main oder doch aus Wien kommen.

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Die Verpackung von Nahrungsmitteln bietet, wer wüsste das nicht, Platz für zahlreiche Informationen und meist auch noch für ein ansprechendes Bild vom Produkt. Da dies meist etwas ausgeschmückt ist (Teller drunter, Kräuter drauf oder ähnliches) findet sich das Wörtchen "Serviervorschlag" meist irgendwo im Randbereich des Bildes.

Nur weiß ich nicht, wer schon mal versucht hat, das entsprechend abgepackte Produkt genau so wie auf der Abbildung zu servieren. Meist ist es schwierig, in einigen Fällen sicher unmöglich. Wer sich schon mal ein Fertiggericht zu bereitet oder ein belegtes Buletten-Brötchen bei einer einschlägigen Braterei gekauft hat und dann das, was auf dem Teller bzw. in der Pappverpackung landet mit den Abbildungen vergleicht, der weiß, was ich meine.

Auf einem Fläschchen trinkfertigen Kakaos fand ich unlängst einen Serviervorschlag, dessen Nachbildung bei mir nicht am Mörser, sondern eher an dessen Inhalt scheiterte. Für einen Vorschlag, wie ich aus einem trinkfertigen Kakao sowas servieren kann, wäre ich sehr dankbar:

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Es gibt Prüfungen, die muss ein Mann bestehen. Früher waren es noch Aufgaben wie Bundeswehr/NVA, Baum erklettern, Berg besteigen, der erste Vollrausch, die erste Freundin, die erste "Nacht", ... Aber da rannte man ja noch mit stolz geschwellter Brust umher und schlug sich mit den Fäusten auf dieselbe, wozu man einen tarzanesken Ruf von sich zu geben pflegte.

Heutzutage wartet das Leben mit anderen Anforderungen auf. Für 13 Uhr von einem befreundeten Pärchen zu einem kantinösen guten Mittag bei einem einem Supermarkt vorgelagerten Fleischerimbiss eingeladen, sollte mein Wochenendeinkauf der Einfachheit halber genau dort stattfinden. Während sie weiterhin ihrer Tätigkeit beim Fachbetrieb nachging, durchstreiften die Männer den Urwald des Supermarktes auf der Jagd nach kauf- und essbarem. Meiner Prophezeiung, dieses würde eine bis anderthalb Stunden dauern, wurde nicht recht glauben geschenkt, aber sie sollte sich bewahrheiten.

Manchmal glaube ich, einkaufen mit mir kann auch eine Strafe sein. Kaum ein Etikett mit Zutatenliste, dass ich nicht kommentierend auswertete und mit Anekdoten würzte. Die Krönung wurde eine Palette mit Fonds in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Marke war mir in Zusammenhang mit einem Fernsehkoch schon einmal aufgefallen und ich wollte gerade so richtig schön vom Leder ziehen ob ihrer verwerflichen Zusammensetzung. Gänse-, Rinder-, Fisch-, Geflügel-, Kalbs- und andere Fonds reckten einem die Zutatenlisten entgegen und außer auf dem Fischfond fand sich nirgends eine Hinweis auf die Verwendung von Glutamat, Hefeextrakt oder anderen künstlichen Geschmacksverstärkern. Vor lauter Verwunderung kaufte ich ein Glas, eine genaue (Geschmacks-)Prüfung steht aber noch aus.

Nach ca. einer und einer viertel Stunde verließen wir den Kassenbereich. Im Gegensatz zur Zeit im Regaldschungel wirkte mein Miteinkäufer wieder etwas frischer, der Empfang durch seine Freundin baute ihn wohl wieder auf. 😉 Mir stellt sich aber noch die Frage, ob etwas wirklich nicht wahr ist, wenn es nicht in der Wikipedia steht. In der Gemüseabteilung sahen wir Romanesco, den ich als Kreuzung von Blumenkohl und Brokkoli bezeichnete. Interessant war die Frucht auch noch aus dem Grund, da sie gern als fraktales Gemüse (Stichworte "Selbstähnlichkeit", "Apfelmännchen", "Fibonacci-Spiralen") bezeichnet wird und der Hauptvertreter der fraktalen Geometrie Mandelbrot unlängst verstarb.

Wer bei Wikipedia nach Romanesco sucht, wird direkt auf die Blumenkohl-Seite umgeleitet, auf der er als Art desselben erwähnt wird. Brokkoli ist aber auch ein Verwandter des weißen Gemüses. Da von Kreuzung zum Romanesco zu sprechen, ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber wenn man einem seiner Bilder auf der Seite folgt gibt es im Text ein kleines Stück drunter doch den Hinweis auf die Verbindung.

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