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Es ist vielleicht etwas komisch, wenn ich die Frage stelle, aber sowas hat mich ja noch nie gehindert. 😉 Gibt es eigentlich in Neubrandenburg ein Delikatessengeschäft?

Also so was richtiges mit umfangreichem Angebot und tendenziell möglichst wenig Industrieware - das wäre nicht schlecht. Mir fiele da auf Anhieb nichts ein, auch nicht im näheren Umfeld.

Hat da irgendwer eine Idee?

Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten.
Wilhelm Busch

Nicht wenige Experten sehen ihre Daseinsberechtigung darin, einen relativ einfachen Sachverhalt unendlich zu komplizieren.
Pierre Elliott Trudeau, 18.10.1919 - 28.09.2000, 15. Premierminister von Kanada

Der Vorsatz ist wie ein Aal: leicht zu fassen, schwer zu halten.
Abraham a Santa Clara, Johann Ulrich Megerle, dt. Schriftsteller, 1644 - 1709

Wer sich seiner eigenen Kindheit nicht mehr deutlich erinnert, ist ein schlechter Erzieher.
Marie von Ebner-Eschenbach

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Reinhold Niebuhr, 21.06.1892 - 01.06.1971, deutsch-amerikanischer Theologe

Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.
Alfred Delp, Alfred Friedrich Delp, dt. Jesuit, 1907 - 1945

Es gibt leider viel zuviele, die es statt mit Dynamik mit Hektik versuchen.
Peter Horton, dt. Musiker, geb. 1941

Die Erfahrung hat keinerlei ethischen Wert. Sie ist nur ein Name, den die Menschen ihren Irrtümern verleihen.
Oscar Wilde

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. So spricht schon der Volksmund und so ist es auch immer wieder wahr. Meine Reise brachte mich zwar nur in den nächsten Supermarkt, aber auch Kurzreisen sind Reisen, man sieht Sehenswürdigkeiten und lernt auch viel. So ist sowas manchmal schon fast eine Bildungsreise.

Wo Mozzarella drauf steht, erwartet der genussfreudige Käufer natürlich auch Mozzarella  drin. Billigend nimmt er ja schon in Kauf, dass man diese Käsespezialität auch aus Kuhmilch herstellen kann, ist sie mittlerweile nicht mehr die einzige, bei der von der Originalmilch abgewichen wird. Was ich aber unlängst an einer Käsetheke entdeckte, ...

Auf den ersten Blick schien es interessant zu sein: Mozzarella in Scheiben. Wer schon mal versucht hat, auf die Schnelle selber diese Scheiben herzustellen, wird an dieser Darreichungsform auch Interesse haben, zumal diverse italienische Restaurants und z.T. auch "Essen"-Bringdienste beweisen, dass man diese dünnen Scheiben irgendwie hinbekommt.

Was mir hätte gleich skeptisch vorkommen sollen, war die leicht gelbliche Farbe der Scheiben. Da aber alle Packungen so aussagen, war es wohl normal. Der Geschmackstest in der heimischen Küche sollte zeigen, was dieser Käse taugt. Irgendeine Zubereitungsempfehlung fand sich nicht auf der Packung, also sollte der Verzehr möglichst einfach gelingen.

Dass ein und derselbe Begriff zwei unterschiedliche Sachen bedeuten kann, wissen wir aus Erfahrung. Bei den Discountern gibt es zwei mit gleichem Namen, Steuererleichterung heißt auch, dass der Bürger mittels Steuern von seinen Einnahmen erleichtert wird und Trüffel gibt es als Pilze und als schokoladiges Konfekt mit hohem Butteranteil. Bei Mozzarella scheint es auch so zu sein. Der Scheibenkäse hatte nichts, absolut gar nichts mit dem in Kugelform gemeinsam. Die Konsistenz war vergleichbar mit der eines angetrockneten Goudas, für den Geschmack kam eine leicht säuerliche Note dazu. Vielleicht hätte ich die Scheiben ja vorher irgendwodrin einweichen müssen, aber dazu stand nichts auf der Packung.

Bei mir wird es also weiterhin den selber geschnittenen Mozzarella geben. Die Scheiben sind zwar etwas dicker und unegaler, aber mit einen scharfen Messer kriegt man das schon hin, vor allem, wenn man die Kugeln vor dem Schneiden leicht anfriert.

Nichts ist schwieriger als eine Freundschaft, die bis zum letzten Tag andauert.
Cicero, Marcus Tullius Cicero, röm. Staatsmann, Redner u. Philosoph, 106 - 43 v.Chr.

Wenn dein Haus in Flammen steht, wärme dich daran.
aus Spanien

Manche leben ihrer Wirklichkeit so fern, dass sie ohne Fernbedienung nicht leben können.
Bruno Ziegler, dt. Autor u. Künstler

Ich mache mir keine Gedanken mehr über manche Menschen aus meiner Vergangenheit, denn es gibt einen Grund weshalb sie es nicht in meine Zukunft geschafft haben!
Unbekannt

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.
Isaac Newton

Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.
Isaac Asimov

Das wahre und sichtbare Glück des Lebens liegt nicht außerhalb, sondern in uns.
Johann Peter Hebel, schweiz. Theologe u. Dichter, 1760 - 1826

Wenn dunkle Schatten auf dich fallen, stehst du vermutlich am falschen Ort. Mach dich auf den Weg zum Licht.
Ilka Kunath, dt. Schriftstellerin, Schwerpunkt: Gedichte & Aphorismen, geb. 1980

Manchmal stößt man auf ein Zitat, findet es nicht schlecht, versucht, es sich zu merken und, wenn man es dann braucht, weil man einen schönen Anlass gefunden hat, ist es weg. So hat es mich einige Zeit gekostet, es wieder zu finden, aber ich habe es:

In der Politik ist es manchmal wie in der Grammatik: Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt.
André Malraux (1901-1976, französischer Schriftsteller, Abenteurer und Politiker)

Weil dieser Beitrag nicht in der Politik-Rubrik erschien, sondern bei öffentlichem Essen, handelt es sich beim Auslöser natürlich um Speisen und die Grammatik. Gerade die grammatikalischen, aber und vor allem auch die orthografischen Feinheiten, die auf Menükarten hiesiger "Essen"-Bringdienste dargeboten werden, haben ja schon einiges hier im Blog ausgelöst.

In der Musik gibt es jedes Mal zum Jahresende ein Problem: Woher nehmen wir all die Weihnachtsmusik, wie können wir den Leuten mit Weihnachtsmusik Geld aus der Tasche ziehen, wenn wir aber keine neuen Weihnachtstitel aufgenommen haben. Diese Branche hat es einfach gelöst: Man nehmen eine schöne, besinnliche Schnulze und mische da noch ein bißchen Glöckchengebimmel rein. Zahlreiche Beispiele belegen diese Aussage. Bei den aus dem Briefkasten geangelten Speiseangeboten Neubrandenburger "Essen"-Bringdienste ist es ähnlich. Man nehme das normale Standardlayout und verschlimmbessere es mit etwas Tannengrün, Kugeln und Glocken; auch Kerzen machen sich immer sehr schön.

So etwas zog ich unlängst aus dem Postkasten, freute mich noch, dass da keine Pizza "Rotkohl, Ente, Apfel, Kartoffelbrei" drauf zu finden war, aber, was ich sonst noch so fand, bleibt grenzwertig, wenn auch nicht ganz so schlimm wie beim momentanen Spitzenreiter, der aber wohl auch schon nicht mehr existiert.

Der oben genannte Fehler, der sich fast durch die gesamte Karte zieht, ist der Verzicht von Kommas bei Aufzählungen. Aber auch nicht so ganz: Bei den Pizzazutaten, den Nudelgerichten, Croques ("Inklusive eine Sauce Ihrer Wahl" - da fehlt entweder ein "r" oder ein Komma), Salaten und den Aufläufen fehlt das Komma, bei den Fleischgerichten ist es zwar da, es fehlt aber z. T. das Leerzeichen dahinter. Erstaunliche Regel: Stehen die Pizzazutaten hinter dem Namen in Klammern, gibt es doch Kommas, dafür fehlen dann aber die Leerzeichen zwischen Name und der "Klammer auf".

Ich gebe zu, das sind alles Kleinigkeiten, aber die Masse macht es. Bei der Pizza Meeresfrüchte sind übrigens Schrimps (Originalschreibweise), eine Muschel und ein Tintenfisch drauf. Außerdem wusste ich gar nicht, dass es Pfirsich- und Ananaskäse gibt. Seit dem Analogkäseskandal wissen wir, dass für die Käseherstellung nicht nur Milch vergoren werden muss, aber Ananas und Pfirsiche?

Warum achten eigentlich die Betreiber solcher "Essen"-Bringdienste nicht darauf, Speisen anzubieten, die einen Transport auch überstehen? Die Pizza ist ja leidlich transportfähig und kann länger warmgehalten werden, Aufläufe sind fast schon prädestiniert dafür. Pastagerichte werden schon kritischer, da muss das Nachgaren der Teigware in der heißen Soße gut kalkuliert werden, damit sie al dente beim Kunden ankommt. Aber warum werden immer noch Pommes frites angeboten? Oder Bratkartoffeln? Oder Widgets (Kartoffelspalten oder -ecken)? Alles das kommt definitiv nie so knusprig beim Esser an wie es sein sollte. Oder der Salat, der im gleichen Transportgefäß enthalten ist wie die warme dampfende Hauptspeise. Knackigkeit ist das letzte, was man hier erwarten kann.

An anderer Stelle hatte ich schon mal den Schutz von Standardbegriffen in der Küche gefordert. Sowas wie einen Markenschutz, der auch für Sauce Hollandaise, Bordeaux, Champagner, Münchner Weißwurst, Dresdner Christstollen, Nürnberger Lebkuchen, Lübecker Marzipan usw. gilt. Gyros sollte zum Beispiel immer vom Drehspieß kommen, "Pfannengyros" ist ja der Widerspruch in sich (außer, man dreht die Pfanne um die durch den Griff gebildete Achse über einem Mülleimer. Die Beispiele ließen sich, gerade auch in der Assietten aufwärmenden Gastronomie, beliebig fortsetzen.

Das "Wiener Schnitzel" ist so eine geschütztes Produktbezeichnung. Zusammengesetzte Schweinefleischfasern (Formfleisch?), durch eine Panade zusammengehalten, mit frittierten und mit Pommesgewürzsalz überstreuten Kartoffelscheiben (genannt "Bratkartoffeln") und einer kernreichen Zitronenscheibe serviert, bezeichnet man normalerweise nicht so, so dass der getestete "Essen"-Bringdienst aufpassen sollte, dass er da nicht irgendwann mal Ärger bekommt. Selbst die erlaubte Bezeichnung "Schnitzel Wiener Art" wäre eine Beleidigung für das Original, dass aus Kalbfleisch hergestellt werden muss und eine knusprige, blasig abgehobene Panade haben sollte und keine abriebfeste und leicht anfrittierte Paniermehlummantelung.

Aber immerhin wurde die gemischte Salatbeilage separat transportiert und war entsprechend knackig. Wenigstens ein Pluspunkt, würde es ja auch einen gewissen Aufwand erfordern, Eisbergsalat nicht so zu servieren. Das Grünzeug war augenscheinlich aber auch das einzige, was bei den getesteten Speisen nicht frittiert war.

Schade übrigens:  Mein Lieblingsgericht ist seit einigen Jahren nicht mehr auf der Speisekarte, deswegen habe ich dort lange nichts mehr bestellt. Es war die 217. Ich werde auch erst wieder bestellen, wenn das Gericht, dass seinerzeit unter 217 angeboten wurde, wieder auftaucht.

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.
Theodor Fontane, 30.12.1819 - 20.09.1898, dt. Schriftsteller

Mode ist eine so unerträgliche Form der Hässlichkeit, dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen.
Oscar Wilde, Oscar Fingall O'Flahertie Wills, irisch. Lyriker, Dramatiker u. Bühnenautor, (1891 'Das Bildnis des Dorian Gray'), 1854 - 1900

Angenehm sind die erledigten Arbeiten.
Cicero, Marcus Tullius Cicero, röm. Staatsmann, Redner u. Philosoph, 106 - 43 v.Chr.

Der eigene Hund macht keinen Lärm. Er bellt nur.
Kurt Tucholsky, dt. Journalist u. Schriftsteller, schrieb u.a. unter den Pseudonymen 'Kasper Hauser', 'Ignaz Wrobel', 'Theobald Tiger', 'Peter Panter', 1890 - 1935)

Willst du dich am Ganzen erquicken, so musst du das Ganze im Kleinsten erblicken.
Johann Wolfgang von Goethe

Tapferkeit ist ein Anfall, der bei den meisten Menschen schnell vorübergeht.´
Mark Twain, Samuel Langhorne Clemens, amerikan. Schriftsteller u. Satiriker, 1835 - 1910

Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen.
St. Augustin, Apostel von England und erster Erzbischof von Canterbury

Wer nicht genug Geld hat, das Nachbargrundstück zu kaufen, sollte Gesangsunterricht nehmen.
Georg Thomalla, dt. Schauspieler, Kabarettist u. Synchron-Sprecher, (z.B. von 'Jack Lemmon'), 1915 - 1999

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Ein freundlichen 2. Advent an alle und insbesondere an die Teilnehmer am Greifswalder Medienstammtisch vom vergangenen Donnerstag. In kleiner Runde erwähnte ich ein Video, dass ich dann nicht fand. Hier ist es:

Viele Romane sind dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht nur einen, sondern mehrere Handlungsstränge aufweisen, die sich dann final zum Ende hin vereinen. Probieren wir es also auch mal, wenn es auch kein Roman, sondern "nur" ein Blogartikel ist.

Der eine Strang beginnt bei den Wortspielen. Lange, bevor die Umgangssprache Worte wie "krass", "fett" oder "knorke" als positive Lautäußerungen hervorgebracht hat, sprach man von noblen oder edlen Gegenständen. Tücher, Stoffe oder Weine waren gern mal edel, die Gesinnung nobel. Natürlich gab es von einigen dieser alten Worte auch das Gegenteil; und hier verbindet sich dann das englische mit dem Deutschen. Unedel wird im englischen zu ignoble.

Alfred Bernhard Nobel (1933-1896) war ein schwedischer Chemiker und Erfinder. Insgesamt wurden ihm über 350 Patente zugeschrieben, eins davon ist das Dynamit. Außerdem ist er der Stifter des nach ihm benannten Nobelpreises, den es in vielen Wissen(schaft)sgebieten gibt. Jährlich wird er vergeben und ist mit nicht erheblichen Geldmitteln verbunden, Ruhm und Ehre inklusive.

Ignaz Nobel ist Neffe des großen Preisstifters und ebenfalls Namenspate für eine Auszeichnung auf wissenschaftlichem Gebiet. Ignaz bewies seinerzeit, dass 2 Bläschen in kohlensäurehaltigem Mineralwasser niemals den gleichen Weg bis zur Oberfläche nehmen. Deswegen wurde ihm zu Ehren der Ig-Nobel-Preis ins Leben gerufen - prämiert er Forschungsergebnisse, die nicht wiederholt werden können oder sollen. Heutzutage wird als Begründung zwar mehr darauf hingearbeitet, dass Ig-Nobel lautmalerisch nahe an ignoble, also unedel oder unwürdig, liegt; aber das sei nur nebenbei bemerkt.

Mark Benecke, deutsches Mitglied im "Ig-Nobel-Preis-Komitee", veröffentlichte die beiden unten genannten Bücher, in dem ein der der Ig-Nobel-Preis-ausgezeichneten oder -würdigen Forschungen mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen vorgestellt werden. Das klingt zwar auch ein bißchen nach Spaßwissenschaft (was es irgendwo auch ist), aber es ist eben nicht nur einfach lustig. So ist zum Beispiel bewiesen:

  • alte Männer verschätzen sich in der Zahl ihrer Sexualpartnerinnen (natürlich nach oben)
  • warum kleben Duschvorhänge immer am Körper?
  • Grizzlybären fürchten Cola
  • Fußfetischismus in Zeiten der Cholera
  • Hühner bevorzugen schöne Menschen
  • wer trinkt, verdient mehr
  • später sterben spart Steuern
  • die Herkunft von Murphys Gesetzen
  • Alkohol trinkende Ratten lebn länger
  • Trinken macht schlau
  • usw.

Viel Spaß beim Lesen und Lernen.

Mark Benecke
Lachende Wissenschaft
ISBN: 978-3-404-77214-8

Mark Benecke
Warum man Spaghetti nicht durch zwei teilen kann
ISBN: 978-3-7857-2368-5

Gedankensplitter, die es (bisher) noch nicht in die Langform eines Blogbeitrages geschafft haben (11/2009):

  • Die Stadt Neubrandenburg, so Ideen, sollte sich ein Verkehrsleitsystem einfallen lassen, dass auch die Tiefgarage unter dem Marktplatz besser ausgelastet wird. Was nützen aber solche Systeme, wenn sie durch den Autofahrer ignoriert werden? Beispiel: Leitsystem sagt, Innenstadt besetzt, trotzdem fahren noch Massen hinein.