Springe zum Inhalt

Wahlen sind manchmal die Rache des Bürgers. Der Stimmzettel ist ein Dolch aus Papier.
David Lloyd George, brit. Politiker, 1863 - 1945

Das Gegenteil von Pflicht ist nicht die Pflichtlosigkeit, sondern die Verantwortung.
Johann Pestalozzi, Johann Heinrich Pestalozzi, schweiz. Pädagoge u. Schriftsteller, 1746 - 1827

Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.
Francois Truffaut, 06.02.1932 - 21.10.1984, frz. Regisseur, Schauspieler und Produzent

Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen reißt es hinfort.
Lucius Seneca, Lucius Annaeus Seneca, röm. Politiker, Philosoph u. Schriftsteller, 4 v.Chr. - 65 n.Chr.

Das Leben leicht tragen und tief geniessen, ist die Summe aller Weisheit.
Wilhelm von Humboldt, Karl Wilhelm Freiherr von Humboldt, dt. Philosoph, Philologe u. preuß. Staatsmann, 1767 - 1835

Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen.
Marie von Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, österr. Erzählerin, Novellistin u. Aphoristikerin, wurde 1900 erste Ehrendoktorin der Wiener Universität, 1830 - 1916

Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.
Karl Kraus

Nimm an, was nützlich ist. Lass weg, was unnütz ist. Und füge das hinzu, was dein Eigenes ist.
Bruce Lee

Man geht ja nicht ungestraft einkaufen - ein Gedanke, den ich hier schon öfters hatte. Nur der Auslöser ist diesmal ein anderer gewesen. Anlässlich eines Anlasses hatte ich mir ausgedacht: 'Machste mal einen Obstsalat.' Sowas hatte ich zwar noch nie gemacht, aber so schwer kann es ja nicht sein. Und für den Notfall wollte ich sicherheitshalber noch ein Packung Vanillesoße, -jogurt, -quark, -pudding oder so ähnlich mitnehmen. Da drunter kann man ja einige süße Unfälle verstecken.

So schritt ich am Kühlregal eines Supermarktes (kein Discounter) entlang und griff zu Packungen mit cremiggelbem Inhalt. Da ich des Lesens mächtig bin, las ich die Zutatenliste auf der Suche nach echter Vanille ... und stellte jeden Becher, jedes Glas und jede Packung wieder ins Regal zurück. Verkauft Madagaskar seine Vanilleschoten nur noch an die Gastronomie und an Hobbyköche oder haben die ihre Anbaugebiete mittlerweile alle mit Kartoffeln bepflanzt, um sie u.a. ins Agrarland Mecklenburg-Vorpommern zu verkaufen?

Nun drängt die Zeit ein wenig, so dass ich selber keine Vanillesoße kochen kann; das habe ich nämlich auch noch nie gemacht und müsste erstmal nach einem Rezept recherchieren und ggf. nochmal Zutaten einkaufen gehen. Ich hoffe, mein Obstsalat kommt trotzdem an.

P.S.: Im gleichen Supermarkt schaute ich auch noch in die Messerabteilung. Leider war die Auswahl hier weniger vielfältig als bei den Puddings. Eigentlich gab es auch nur die Messer des von Axel Schulz beworbenen Herstellers. Diese sind aber nicht mal den geringen Preis wert, zu dem sie verkauft werden. Lasst also die Finger davon!

Die Überschrift ist eine kleine Anspielung auf Hans Liberg, einen niederländischen, aber auch deutsch sprechenden, Musikkabarettisten, und auf das Programm, mit dem er mir das erste Mal aufgefallen ist. Mittlerweile ist das ein paar Jahre her und es gibt auch mehr Programme. Sehr empfehlenswert.

Aber zum Buch. Dem Klischee nach sind es wohl hauptsächlich Männer, die länger auf der Schüssel zubringen und deswegen Zeit zum Lesen haben. Bei aller Kürze, die die bisher vorgestellten Bücher in ihren Kapiteln pflegen, sind sie doch meist noch zu lang für eine kurze Sitzung. Da bringt "Hell und Schnell" Abhilfe. Dieses Buch ist eine Sammlung von 555 Gedichten aus 5 Jahrhunderten. Heine, Morgenstern, Busch, Ringelnatz, Valentin, Wedekind, Loirot, Hölderlin, Goethe, Roth und viele andere mehr sind vertreten. Es ist ein Sammelsurium, man möchte es fast Kompendium nennen, der komischen Lyrik.

Das Schöne an dem Buch ist, dass es sowieso nur in kleinen Dosen genossen werden kann. Dafür ist es allerdings beinahe als unhandlich zu bezeichnen, 555 Gedichte, auch leichte und komische, brauchen eben ihren Platz. Viel gereimtes, aber auch ungereimtes Zeug, fürs kurze Geschäft, also genau das Richtige für Frauen, Sitzpinkler und Eilighaber.

Robert Gernhardt, Klaus Cäsar Zehrer (Herausgeber)
Hell und Schnell - 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten
ISBN: 978-3596159345

1

Man liest ja nicht ungestraft in Büchern. Gerade heute kam dann auch eins ins Haus zu einem Thema, mit dem ich mich auch gern befasse: Essen. Früher oder später werde ich es auch in der gekachelten Leseecke vorstellen. Bei den Absätzen über Brot fiel mir ein alter Witz ein.

Kurz vor der Gesellenprüfung nimmt der Meister seinen Lehrling beiseite, geht in einen stillen, abgeschiedenen Raum und flüstert ihm zu: "Zum Abschluss Deiner Ausbildung muss ich Dir noch ein Geheimnis verraten. Man kann Brot auch aus Mehl, Hefe oder Sauerteig, Salz und Wasser herstellen."

Der Stör ist ein bemerkenswerter Fisch. Nicht nur, dass er über 150 Jahre alt werden kann und große Arten erst nach etwa 20 Jahren das erste Mal geschlechtsreif werden, er kommt auch im wesentlichen im Schwarzen Meer, im Kaspisee (früher mal Kaspisches Meer) und in großen Wasserbecken in Demmin vor. Das bekannteste Fischprodukt, dass wir mit dem Stör verbinden, ist der Kaviar (auch Caviar), den es als echte Variante zu horrenden Preisen in manchen Delikatessenläden gibt.

Preiswerte Varianten bezeichnen sich dann als Deutscher oder Isländischer Kaviar, die sich im wesentlichen im kaviarzwangsspendenden Fisch unterscheiden. Der Deutsche kommt vom Seehasen, der Isländische vom Capelin (Lodde).  Letzteren habe ich mal aus Anlass eines Anlasses geschenkt bekommen, und jetzt war es an der Zeit, ihn zu kosten.

Ich wähle als Variante die Kombination aus Hühner- und Fischeiern, garte 2 freilaufende, dorfaufgezogene und von Hennen mit Namen kommende Eier fluffig. Der Verzehr erwies sich als geringere Geschmacksexplosion als erwartet, fiel mir doch aber auch erst hinterher ein, dass ich bisher eher hartgekochte kalte Eier mit Kaviarverzierung gesehen habe. Außerdem bestreue ich das weichgekochte Ei auch nicht mit Salz, bevorzuge für den optimalen Genuss den Verzehr desselben mit einem leicht besenften Löffel.

Nun habe ich Kaviar vom Stör noch nicht gegessen; es fehlt mir der Vergleich. Aber ich bewundere den Fisch trotzdem, der ja augenscheinlich ein Produkt völlig natürlich (nur mit etwas Salz) hinbekommt, wo andere Tiere noch Sorbit, E410, E412, E415, E211, E330, E575, E129, E133, E150d, pflanzliches Eiweißhydrolysat, Hefeextrakt, pflanzliches Fett (ungehärtet), Gewürze und Gewürzextrakte (in der Reihenfolge des bedeutsamen Auftritts) brauchen.

Einem geschenkten Gaul guckt man ja bekanntlich nicht ins Maul. So landet der Isländische Kaviar in der Kategorie: Esse ich, würde ich mir aber nicht kaufen.

P.S. (nach einem Einkauf): Man geht ja nicht ungestraft einkaufen. Dabei habe ich noch eine Abart des Kaviars entdeckt: Vegetarischen Kaviar aus Seetang. Genauer Seetang-Extrakt. Noch genauer: Calciumaginat. Das ist ein Salz der Alginsäure, das die Lebensmittelindustrie gern als Verdickungsmittel nutzt. Meine Vermutung: Da wird Verdickungsmittel mit Wasser und ein paar Aromen zusammengerührt, dann erstarrt die Masse, wird in kleine Würfel geschnitten, einmal kräftig umgerührt (damit aus den Würfeln Kugeln werden) und dann in Gläser abgefüllt. Na Lecker.

Nichts erfrischt unser Blut so sehr, wie wenn es uns gelungen ist, eine Dummheit zu vermeiden.
Jean de la Bruyère, frz. Moral-Philosoph u. Schriftsteller, 1645 - 1696

Intelligenz lässt sich nicht am Weg, sondern nur am Ergebnis feststellen.
Garri Kasparov

Auf die bösen Menschen ist Verlass, sie ändern sich wenigstens nicht.
William Faulkner, 25.09.1897 - 06.07.1962, US Schriftsteller und Nobel-Preisträger (Literatur 1947)

Versuchungen sind wie Vagabunden: Wenn man sie freundlich behandelt, kommen sie wieder und bringen andere mit.
Mark Twain, Samuel Langhorne Clemens, amerikan. Schriftsteller u. Satiriker, 1835 - 1910

Gebrauche Deine Kraft, man lebt nur, wenn man schafft.
Ernst von Feuchtersleben, Ernst Maria Johann Karl Freiherr von Feuchtersleben, österr. Schriftsteller, ('Es ist bestimmt in Gottes Rat'), 1806 - 1849

Werbung ist der Versuch, das Denkvermögen des Menschen so lange außer Kraft zu setzen, bis er genügend Geld ausgegeben hat.
Ambrose Bierce, Ambrose Gwinnett Bierce, amerikan. Journalist u. Satiriker, ('The Devil‘s Dictionary'), genannt 'Bitter Pierce', 1842 - 1914

Es bedarf nur eines Anfangs, dann erledigt sich das Übrige.
Sallust, Gaius Sallustius Crispus, röm. Politiker, 86 v.Chr. - 35 n.Chr.

Das Gegenteil von Pflicht ist nicht die Pflichtlosigkeit, sondern die Verantwortung.
Johann Pestalozzi, Johann Heinrich Pestalozzi, schweizer Pädagoge und Schriftsteller, 1746 - 1827

Wüchsen die Kinder in der Art fort, wie sie sich andeuten, so hätten wir lauter Genies.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, Naturwissenschaftler u. Staatsmann, 1749 - 1832

Durch Eintracht wachsen kleine Dinge, durch Zwietracht zerfallen die größten.
Sallust, Gaius Sallustius Crispus, röm. Politiker, 86 v.Chr. - 35 n.Chr.

Wer sich auf das Schlimmste gefasst macht, überwindet die Angst davor und kann wieder klar denken.
Andrew Carnegie, schott. Stahlmagnat u. Philanthrop, Namensgeber für die 'New York Carnegie Hall', 1835 - 1919

Das Talent des Menschen hat seine Jahreszeiten wie Blumen und Früchte.
François de La Rochefoucauld, François VI. Duc de La Rochefoucauld, frz.  Offizier, Diplomat u. Schriftsteller, 1613 - 1680

Erst wenn es zu spät ist, lernen wir, dass das Wundervollste der flüchtige Augenblick ist.
Francois Mitterrand

Genialität ist nichts anderes als eine große Fähigkeit zur Geduld.
Georges L. Leclerc de Buffon

Freiheit - hat sie erst einmal Wurzeln geschlagen - ist eine Pflanze, die sehr schnell wächst.
George Washington

Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer.
Chin. Sprichwort