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Wüchsen die Kinder in der Art fort, wie sie sich andeuten, so hätten wir lauter Genies.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, Naturwissenschaftler u. Staatsmann, 1749 - 1832

Durch Eintracht wachsen kleine Dinge, durch Zwietracht zerfallen die größten.
Sallust, Gaius Sallustius Crispus, röm. Politiker, 86 v.Chr. - 35 n.Chr.

Wer sich auf das Schlimmste gefasst macht, überwindet die Angst davor und kann wieder klar denken.
Andrew Carnegie, schott. Stahlmagnat u. Philanthrop, Namensgeber für die 'New York Carnegie Hall', 1835 - 1919

Das Talent des Menschen hat seine Jahreszeiten wie Blumen und Früchte.
François de La Rochefoucauld, François VI. Duc de La Rochefoucauld, frz.  Offizier, Diplomat u. Schriftsteller, 1613 - 1680

Erst wenn es zu spät ist, lernen wir, dass das Wundervollste der flüchtige Augenblick ist.
Francois Mitterrand

Genialität ist nichts anderes als eine große Fähigkeit zur Geduld.
Georges L. Leclerc de Buffon

Freiheit - hat sie erst einmal Wurzeln geschlagen - ist eine Pflanze, die sehr schnell wächst.
George Washington

Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer.
Chin. Sprichwort

Der morgendliche, meist noch etwas schlaftrunkene Gang in die gekachelte Leseecke hat doch immer was meditatives.  Das Niederlassen auf der Schüssel und das leere Vorsichhinstarren auf eine Wand, eine Heizung, ein Sanitärmöbel oder was sich auch immer in entspannter Blickrichtung befindet, passen in diese Situation. Während es sich hinten unten allmählich leert ("Wichtig ist, was hinten rauskommt"), sollte man darauf achten, oben auch für geistigen Nachschub zu sorgen.

Dafür hervorragend geeignet ist Vince Eberts Buch "Denken Sie selbst!" In kurzen, in sich geschlossenen Kapiteln (sehr wichtig für die gekachelte Leseecke) fordert er seine Leser auf, das Denken nicht anderen zu überlassen. Und das auf höchst amüsante Weise. Nachdem Florian Schröder vor ein paar Jahren die "Generation IMM" (imM - irgendwas mit Medien) entdeckt hat, fand Vince Ebert beim Studium dieser Medien und der darin enthaltenen großen Verbreitung von Kochseiten und -sendungen die "Generation IMB" (imB - irgendwas mit Bärlauch).

Das deutsche (Un-)Wesen wird genauso von Deutschlands Nr. 1 Sciencecomedian (Wissenschaftskomiker) seziert wie das zutiefst menschliche seiner Mitbürger. Mit interessanten Fragen, die Vince Ebert aufwirft, kann man sich gern auch nach dem Verlassen der gekachelten Leseecke weiter beschäftigen. Zum Beispiel kann man mal einen Vegetarier fragen, wie er grundsätzlich moralisch zu fleischfressenden Pflanzen steht. Oder warum halten viele Fernsehzuschauer Günter Jauch für einen der klügsten Deutschen? Weil er fehlerfrei die kuriosisten Fragen vom Teleprompter abliest?

Ich kann gut und gern lustige Bücher lesen bzw. Hörbücher anhören, ohne ein einziges Mal die Miene zu verziehen, und mich trotzdem sehr gut unterhalten. Bei diesem Buch musste ich stellenweise laut lachen.

Vince Ebert: Denken Sie selbst!
ISBN: 978-3499623868

... wenn sie denn Fehler oder ähnliches enthält. Falsches Deutsch wäre auch eine Idee.  Wobei sich mir die Frage aufdrängt: Werde ich in dem Hinblick immer empfindlicher oder wird das falsche Deutsch immer mehr?

So zum Beispiel bei einem Textilbilliganbieter, bei dem man sich sowieso fragen, wie dessen Preise zustande kommen. Kinderarbeit in Fernost? Ich weiß es nicht. Dafür titulierte er sein Werbeblättchen mit dem wunderschön kindlichen Slogan: "Besser als wie man denkt!"

In unserer werbungsfinanzierten Sonntagszeitung fand sich aber neben den Werbebeilagen (es waren wieder recht viele, der Sommer scheint vorbei zu sein) auch eine Anzeige eines Apfelauspressers mit der wunderschönen Aussage: "Säfte bis zu über 30% günstiger".

Wir müssen damit aufhören, über Menschen zu sprechen, als wären sie die Krone der Schöpfung.
Günter Grass

Der Ring macht Ehen, und Ringe sind’s, die Ketten machen.
Friedrich von Schiller, Johann Christoph Friedrich von Schiller, dt. Dichter u. Dramatiker, 1759 - 1805

Mit einem kritischen Freund an der Seite kommt man immer schneller vom Fleck.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, Naturwissenschaftler u. Staatsmann, 1749 - 1832

Zwischen Können und Tun liegt ein großes Meer und auf seinem Grunde gar oft die gescheiterte Willenskraft.
Marie von Ebner-Eschenbach

Das Glück, das dir am meisten schmeichelt, betrügt dich am ehesten.
Franz Kafka, österr. Romanautor tschech. Herkunft, ('Der Prozess'), 1883 - 1924

Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.
Konfuzius

Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.
Anton Bruckner, 04.09.1824 - 11.10.1896, Österreichischer Komponist, berühmt als Organist und Improvisator

Schlauheit ist die Kunst, eigene Fehler zu verbergen und die Schwächen anderer bloßzulegen.
William Hazlitt, brit. Schriftsteller, 1778 - 1830

Einer schönen Sitte und Tradition folgend trifft man sich gern mal Samstag Abends, um sich reihum gegenseitig zu bekochen und danach einen schönen Film zu schauen. Dieser war zwar eher mittelprächtig, eine deutsche Komödie mit Til Schweiger, soll hier aber nicht das Thema sein.

Als ich mit einer Schüssel voll Rotkraut-Birnen-Salat bei den Gastgebern ankam, blubberte es lecker im Topf. Ich wusste zwar nicht genau, was es geben sollte, aber es war ein Ein-Topf-Gericht, bei dem verschiedene Gemüse (mehrheitlich wohl Zucchini) eine wesentliche Rolle spielten. Kurz vor dem Servieren stellte sich aber heraus,  dass eins der verarbeiteten Gemüse eine gewisse, unüberwindliche Bitternote ins Essen gebracht hat. So mussten wir auf Plan B "Pizza" umsteigen.

Die Idee war gut, die Ausführung weniger. Alle Pizzen wiesen eine übertriebene Röstung am Boden auf; ich war froh, dass ich nicht den Käse im Rand mitbestellt hatte, den konnte man vor schwarzem Boden nämlich gar nicht essen. Zu später Stunde nach Hause gekommen, studierte ich die Preisliste und fand merkwürdiges. Auch hier meine ich nicht das augenscheinliche, also dass Menükartenbild und Pappschachtelinhalt optisch nicht viel gemeinsam hatten. Ich hatte die Pizza "Alaska" mit frischem Knoblauch und Meeresfrüchten. In der bestellten Größe kostete sie 6,90 €. Die Grundpizza "Bronx" (3,40 €) zusammen mit frischem Knoblauch und Frutti de Mare (je 0,90 €) hätte allerdings nur 5,20 € gekostet.

Normalerweise ist doch etwas selber zusammengesetztes eher teuerer als das Standard-Produkt. Komisch. Ich verstehe es nicht.

An zentraler Stelle (geometrisch-geografisch) in Neubrandenburg steht ein großes Einkaufscenter, dass nicht nur zum Shopping, sondern auch zur Nahrungsaufnahme einlädt. Bezieht man die nähere Umgebung mit ein, hat man vom Holzkohlegrillwasserkocher erwärmter Wiener, elektrogegriller Bratwurst, diversen Fischgerichten, Dönervariationen, Wokspeisen, gutbürgerlicher Küche, belegter Brötchen und anderer Snacks, Satellitenhamburgern bis hin zu Eis und Kuchen eine riesige Auswahl.

Aber es gibt da auch die eine oder andere kleine Paradoxie dabei. Klein ist diese beim Dönerstand, der auch Grillhähnchen anbietet (ok, dreht sich beides, eins horizontal und das andere vertikal). Auch die Eigenheit, dass es das beste einfach Eis im Center beim Hamburgerbrater gibt, könnte darunter fallen, meine ich aber auch nicht. Wirklich paradox ist, dass man zum Bratheringsessen zum Fleischer gehen muss.

Es geht doch: Es gibt wirklich Fertiggerichte, die man essen kann! Bei mir gab es heute sowas. Und dann auch noch die klassische Kombination aus Kartoffeln, Soße, Gemüse, Fisch. Der skeptische Blick auf die Zutatenliste erfreut des Essers Auge: Nicht mal Geschmacksverstärker, die durch irgendeine Gesetzeslücke als Hefeextrakt ins Essen gerieselt sein könnten, sind enthalten! Vorbildlich. Nur Zutaten, die man auch selber verwenden würde - einige würzende vielleicht etwas sparsamer -, sind drin.

Bei aller Freude über die einfache mikrowellengestützte Zubereitung (binnen 10 Minuten verwandelt man damit das Essen vom tiefgefrorenen in einen genussfertigen Zustand): Wo Licht ist, ist auch Schatten. Saftig beim Fisch ist was anderes. Ähnlich sieht es bei der Hühnerbrust aus (in anderen Gerichten aus gleichem Hause). Aber das liegt in der Natur der Sache. Zusammen mit allen Zutaten Wildlachs so hinzubekommen, dass er weich und saftig ist, ist mittels Mikrowelle beinahe unmöglich. Aber dafür gibt es ja auch leckere Soße. Was will man für 3,30 € schon verlangen?! In einer Kantine würde man sowas für den Preis nicht bekommen.

Schade auch, dass der Hersteller auf halbem Weg stehen geblieben ist. Wer sich schon die Mühe macht, etwas derartig hochwertiges zu produzieren, könnte auch bei den Zutaten Bioprodukte verwenden. Die Frage ist nur, ob sich ein Fertiggericht für knapp 4 Euro, die das dann wohl kosten würde, verkaufen ließe. Optisch ansprechend ist es aber auf jeden Fall. Wobei das Bild auf der Webseite täuscht: Die schwarze Verpackung ist nicht ganz so schwarz und der Lachs nicht ganz so rot. Es sieht also in Natur besser aus.

Die Vernünftigen halten bloß durch, die Leidenschaftlichen leben.
Nicholas Chamfort, Sébastien Roch Nicolas, französischer Schriftsteller, 1740 - 1794

Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind.
Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.

Man kann sich das Leben auch durch zu großen Ernst verscherzen.
Peter Sirius, Otto Kimmig, deutscher Dichter und Aphoristiker, 1858 - 1913

Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
Johann Wolfgang von Goethe

Wem nicht wenig genügt, den macht kein Reichtum satt.
Christoph Martin Wieland, dt. Schriftsteller, 1733 - 1813

Über nichts regen sich die Leute so sehr auf, wie gerade über die Dinge, die sie gar nichts angehen.
Albert Schweitzer, dt.-frz. Arzt, Theologe, Musiker u. Kulturphilosoph, 1951 Friedenspreis, 1952 Nobelpreis, 1875 - 1965

Wer nach allen Seiten immer nur lächelt, bekommt nichts als Falten im Gesicht.
Arakceev, Aleksej Andreevic, russ. General und Staatsmann

Nur der blickt heiter, der vorwärts schaut.
Edmund Burke, irisch. Schriftsteller, 1729 - 1797